Musikunterricht in Eschweiler wird 2017 teurer

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
musik unterricht
In der Musikschule werden die Unterrichtskosten für das kommende Jahr angehoben.

Eschweiler. Die Musikschule der Stadt Eschweiler wird zum neuen Jahr die Entgelte für den Unterricht anheben. Im Schnitt sind 2017 etwa 6 Prozent pro Unterrichtseinheit mehr fällig als noch in diesem Jahr. Auch die Honorarverträge mit den Musiklehrern werden verändert.

Die letzte grundsätzliche Erhöhung der Unterrichtsentgelte datiert aus dem Jahr 2000. So steigt zum Beispiel der Preis für 45-minütigen Einzelunterricht zum 1. Januar von monatlich 72 auf 77 Euro für einen über 21-Jährigen. Wer jünger oder Student ist und in Eschweiler wohnt, zahlt dann 65 statt der bisherigen 61 Euro im Monat. Mit diesen Beträgen bewegt sich die Stadt Eschweiler in den gleichen Höhen wie die Musikschulen der Städte Aachen und Düren.

Um die Entgelte so anzuheben, dass die Honorare der Musiklehrer zu 100 Prozent finanziert würden, wäre eine mindestens 20-prozentige Steigerung erforderlich gewesen, wie die Verwaltung vorrechnete. „Dies hätte allerdings dazu geführt, dass es zahlreiche Abmeldungen gegeben hätte“, sagt die Leiterin des Amtes für Schulen, Sport und Kultur, Petra Seeger. Aktuell werden etwa 400 Menschen in der Jugendmusikschule unterrichtet. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren leicht gestiegen.

Auf weniger Gegenliebe stößt die Veränderung des Honorarvertrags bei den Musiklehrern. Im Kern sollen sie nicht mehr pauschal im Monat vergütet werden, sondern eine Bezahlung, angelehnt an den Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst, erhalten. Dies bedeutet, dass pro Stunde etwa 22,79 Euro ab dem 1. Februar des kommenden Jahres überwiesen werden. Mehr Geld erhalten nur die Musiklehrer für die musikalische Früherziehung und die Chorleiter. Damit bleibe nach Ansicht der Stadtverwaltung das Honorar der Lehrer im Jahresdurchschnitt „weitestgehend“ gleich.

Im Vorfeld befürchteten die Musiklehrer jedoch deutliche Einschnitte. In den Verhandlungen mit der Stadtverwaltung war auch der Personalrat im Rathaus beteiligt. Sandra Hunscheidt-Fink, Vorsitzende des Personalrats, bewertet das Ergebnis positiv: „Mit der Anbindung an den öffentlichen Tarif sind die Kolleginnen und Kollegen in Zukunft auch an Gehaltssteigerungen beteiligt.“

Dies sei bisher nicht der Fall gewesen. Zudem sei es gelungen, dass die langjährige Tätigkeit für die städtische Musikschule auch bei der Einteilung in die Tarifgruppe berücksichtigt wurde. Der bisher ausgestellte Vertrag ist in den Augen Hunscheidt-Finks ohnehin juristisch nicht mehr haltbar gewesen, weil die entsprechende Richtlinie weggefallen ist. Sie bestätigt, dass einige Musiklehrer das Gespräch mit dem Personalrat gesucht haben, weil sie eine Schlechterstellung befürchteten.

Ein höheres Honorar erhalten weiterhin die Lehrer für die musikalische Früherziehung, deren Unterricht mit 26,48 Euro ab dem 1. Februar entgolten wird. Pauschal 50 Euro soll der Leiter des Chors der Städtischen Musikschule pro Zeitstunde erhalten. Diese höhere Bezahlung begründet die Stadtverwaltung damit, dass der „Chorleiter zur Vorbereitung auf Konzerte über die wöchentliche Probe hinaus deutlich mehr Zeit investiert und auch regelmäßige Chorwochenenden im Jahr durchführt, die bisher nicht separat abgerechnet wurden“.

Zum Vergleich wird auf die Ausschreibung der Chorleiterstelle in der Städtischen Musikgesellschaft hingewiesen, die mit 400 Euro monatlich dotiert ist. Dies habe gezeigt, dass man sich mit der Monatsvergütung am unteren Limit der üblichen Honorare bewege. Leicht angehoben wird das Honorar des Musikschulleiters: Er soll ab dem 1. Januar 290 Euro statt der bisherigen 281,21 Euro bekommen. Diese Summe stammte ebenfalls noch von 2000, wurde also von D-Mark in Euro umgerechnet.

Im Eschweiler Rathaus hofft man, dass die Erhöhung der Entgelte nicht zu Abmeldungen führt. In der Kalkulation für das kommende Jahr rechnet die Stadtverwaltung mit einem Einnahmenplus von 14.000 Euro im Vergleich zu diesem Jahr. Die Höhe der Honorare hingegen soll gleich bleiben.

Nach wie vor gering ist der Anteil Schüler aus finanzschwachen Familien in Eschweiler. Zwar besteht die Möglichkeit, einen Zuschuss im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets in Höhe von 10 Euro pro Monat zu beantragen, doch davon wird kaum Gebrauch gemacht. Selbst im günstigsten Gruppenunterricht, der 18 Euro kostet, müssten noch acht Euro aufgebracht werden. Manchen Familien ist auch dieses Geld zu viel.

Gestrichen wird mit der neuen Entgeltordnung größtenteils der Gesangsunterricht. Er war in den vergangenen Jahren nicht mehr nachgefragt worden. Lediglich die Mitgliedschaft im Chor ist nach wie vor möglich. Die monatliche Miete eines Instruments steigt ebenfalls: Ein Streichinstrument oder eine Gitarre kosten im ersten Ausleihjahr 7 Euro und im zweiten 9 Euro. Andere Instrumente werden mit 8 beziehungsweise 10 Euro veranschlagt.

Heute entscheidet der Stadtrat in seiner Sitzung ab 16 Uhr über die neuen Honorare und Entgelte. Der Kulturausschuss stimmte bereits zu.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert