Musiker der Kammerphilharmonie Köln begeistern die Zuhörer

Von: ran
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Verzauberte das Publikum in der Dreieinigkeitskirche: das Ensemble der Kammerphilharmonie Köln. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Gegensätze ziehen sich bekanntlich an! Als am Sonntagabend bei klirrender Kälte vor der Tür in der nach wie vor wunderschön weihnachtlichen Atmosphäre der Dreieinigkeitskirche bei grandioser Akustik ausgerechnet der „Sommer“ aus Antonio Vivaldis Meisterwerk „Die vier Jahreszeiten“ erklang, wurden die Herzen der zahlreichen Zuhörer im absolut vollbesetzten Gotteshaus merklich erwärmt. „Verursacher“ dieses Wohlgefühls, das mehr als 90 wie im Flug vergangene Minuten anhielt, waren sieben großartige Musiker der Kammerphilharmonie Köln.

Den Solisten Anton Georg Gölle (Violine), Javier Pocovi Antuna (Fagott) und Dmitri Gornowsky (Violincello) sowie ihren vier Begleitern Sabine Könner, Irina Semakova, Annemarie Leschinski (alle Violine) und Oleksey Velychko (Kontrabass) gelang es in beeindruckender Manier, die Werke einiger Meister der klassischen Musik mit geradezu ansteckender Spielfreude leicht, beschwingt und fließend zu interpretieren, ohne die Genialität der Kompositionen Vivaldis, Rossinis, Tschaikovskys, Mozarts, Montis und Händels auch nur im Geringsten zu verwässern. Ganz dem Motto „Klassik überall“ der Kammerphilharmonie Köln folgend, unterhielt das Septett das Publikum auf höchstem Niveau.

So schaffte es Solo-Violinist Anton Georg Gölle zum Auftakt des Konzerts bravourös, die Spannung, die einen von extremer Hitze geprägten Sommertag charakterisiert, in ein dramatisches Gewitter übergehen zu lassen und die Zuhörer zum ersten Beifallssturm hinzureißen. Dass Antonio Vivaldi auch ein Pionier für Kompositionen von Werken für Instrumente tiefer Tonlagen war, gab Javier Pocovi Antuna die Gelegenheit, mit dem Allegro poco, dem Andante sowie dem Allegro einen Teil des Konzerts e-moll für Fagott, Streicher und basso continuo virtuos zu präsentieren.

Der junge Fagottist aus Spanien, der unter anderem bereits mit dem „Orquesta de Camara de Siero“ der Vereinten Nationen in New York sowie dem „Folkwang Kammerorchester Essen“ konzertierte, ließ dabei die unterschiedlichsten Facetten des recht selten zu hörenden Holzblasinstruments brillant zum Vorschein kommen.

Zum Abschluss des ersten Konzertteils überraschte dann ein „kleines Ensembles“ mit Anton Georg Gölle, Sabine Könner, Dmitri Gornowsky und Oleksey Velychko mit dem Reichtum an Tönen, die Gioacchino Rossinis „Sonata a Quattro No. 3 C-Dur“ enthält.

Öffneten die „Rokoko-Variationen“ von Peter Tschaikowski dem Violincello den Weg in die großen Werke der Klassik, beeindruckte Dmitri Gornowsky unmittelbar nach der Pause mit der gleichfalls virtuosen wie melancholischen Wiedergabe des „Pezzo Capriccioso“ für Violincello und Streicher, das der russische Komponist im Jahr 1888 vollendet hatte, bevor Javier Pocovi Antuna bei Mozarts kurzem „Fagottkonzert B-Dur KV 191“ die Gelegenheit wahrnahm, ein Werk zu präsentieren, das dem Solisten in drei Sätzen jede Gelegenheit bot, sein überaus großes Repertoire mit schnellen und langsamen Passagen sowie hohen und tiefen Tonlagen zu offenbaren.

Ein wahres Temperamentfeuerwerk brannte dann in der Schlussphase des Konzerts noch einmal Anton Georg Gölle mit Vittorio Montis „Csárdás“ ab, wobei dem 24-jährigen Violinisten aus Mülheim an der Ruhr sicherlich auch sein bei Professor Géza Kapás an der Franz-Liszt-Musikakademie im ungarischen Budapest absolviertes Studium zugute gekommen sein dürfte.

Enorme Fähigkeiten

Und als ob dies alles noch nicht genug gewesen wäre, ließ es sich Sabine Könner nicht nehmen, als Zugabe die Arie „Ombra mai Fu“ aus der Oper „Xerxes“ von Georg Friedrich Händel zu intonieren und so ihre enormen Fähigkeiten als Sopranistin zu beweisen. Zuvor hatte sie den begeisterten Zuhörern bereits ein großartiges Geschenk gemacht, als sie ihnen nicht nur ein glückliches und gesundes Jahr 2015 wünschte, sondern sich darüber hinaus „bis zum nächsten Konzert in Eschweiler“ verabschiedete.

Die Reihe großartiger Konzerte der Kammerphilharmonie Köln in der Dreieinigkeitskirche dürfte also im kommenden Jahr eine Fortsetzung finden. Zur großen Freude aller indestädtischen Musikliebhaber.

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