Musikalisches Wagnis: Zwei Chöre und das Weihnachtsoratorium

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Mit den Worten „Jauchzet! Fro
Mit den Worten „Jauchzet! Frohlocket!” beginnt das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Gerhard Behrens (links) und Peter Adrian wollen mit Eschweiler Musikern und Chören die ersten drei Kantaten des Werks in einer selten gehörten schlanken Fassung in wenigen Monaten aufführen. Weitere Mitsänger und -musiker sind willkommen. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler. Ein Wagnis sei es schon, meinen Gerhard Behrens und Peter Adrian. Kantor Behrens leitet das Vocalensemble der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler. Adrian ist Sprecher des renommierten Chors „Cantabile”.

Beide Chöre wollen gemeinsam am 8. Dezember die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach aufführen - in einer Fassung, wie sie (vielleicht) zu Bachs Zeiten erklungen ist.

Üblicherweise wird das Weihnachtsoratorium in großer, festlich klingender Besetzung aufgeführt, mit großen Chören und opulenter Orchesterbesetzung. „So viele Musiker und Sänger kann Bach gar nicht gehabt haben”, meinen Vertreter der „historisch orientierten Aufführungspraxis” und musizieren die Kantaten des Komponisten manchmal fast schon kammermusikalisch.

Jetzt in die Proben einsteigen

Ein wenig in diese Richtung wollen die beiden Eschweiler Chöre gehen. Vor allem soll es eine Aufführung nur mit hiesigen Sängern und Musikern werden, auf „Gast-Stars” will man verzichten. „Wir haben den Ehrgeiz, das wirklich nur mit lokalen Kräften zu machen”, versichert Behrens. Und: „Mit diesem Experiment hat die musikliebende Eschweiler Bevölkerung die Möglichkeit, das Weihnachtsoratorium in einer schlanken, durchsichtigen Fassung zu hören, wie sie hier in der Region selten ist.”

Die Idee entstand bei einem Kantatengottesdienst im Juni des vorigen Jahres, erläutert Gerhard Behrens das gemeinsame Vorhaben. Der seit zehn Jahren bestehende Kammerchor Cantabile, geleitet von Gregor Josephs, hat zwölf Sängerinnen und Sänger, das Vocalensemble der Evangelischen Gemeinde vierzehn. „Die Chöre wollen aber noch wachsen, das ist ein erklärtes Ziel”, sagt Peter Adrian. Weitere Sängerinnen und Sänger seien hoch willkommen, sollten sich allerdings bald entscheiden, denn, so Behrens, „wer mitmachen möchte, sollte über Chorerfahrung verfügen und muss spätestens ab Ende März in die regelmäßige Probenarbeit einsteigen.”

Das Vocalensemble hat seine Proben dienstags um 20 Uhr im Martin-Luther-Haus, der Kontakt läuft über Gerhard Behrens, ? 10470. „Cantabile” probt immer freitags ab 18.45 Uhr im Musiksaal des Städtischen Gymnasiums, Ansprechpartner ist hier Peter Adrian, ? 0175/4814073. Wer diesen Chor vor dem Mitmachen einmal hören möchte: Am 25. März gibt Cantabile in der Kirche Herz Jesu ein Konzert zum zehnjährigen Bestehen.

Auch die Musiker sollen aus Eschweiler kommen. Brigitte Petrovitsch wird als 1. Konzertmeisterin das passende Kammerorchester zusammenstellen, als ein Projektorchester speziell für dieses Konzert. Neu und ein Experiment ist auch das Vorhaben, zwei Dirigenten einzusetzen. Das Orchester werde nicht vor, sondern hinter dem Chor sitzen, mit eigenem Dirigenten. Ein Wagnis, meinen die Planer, sei das Ganze schon. Aber sie haben große Hoffnung, dass es auch ein musikalisches Erlebnis wird.
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