Musikalische Reise vom Barock bis hin zur Moderne

Von: jope
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Eschweiler. Neben vielen anderen beglückenden musikalischen Stunden, die derzeit der neue junge Organist an St. Peter-Paul Eschweiler, Kristofer Kiesel, den Freunden der Musica Sacra in der Indestadt und im Umland bereitet, gehört nun auch die Wiederbelebung der traditionellen Karfreitagsmusik in den Abendstunden des stillen Tages vom Leiden und Sterben Jesu Christi.

Eingebunden in Meditationen rund um das Kreuz – etwa Jesus im Fadenkreuz der Mächtigen ebenso wie die Bedrängten heute – breitete Kristofer Kiesel ein Programm aus, das alle Epochen vom Barock bis zur aktuellen Moderne umfasste.

Es war dabei nicht nur genuin Passionsmusik zu hören, aber doch Klänge, die mit ihrem schmerzlichen wie auch meditativen Charakter sehr gut den Untertitel des Karfreitags-Konzertes beschrieb: „Orgelmusik zur Passionszeit“.

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Gleich mit zwei Programmblöcken war dabei der zeitgenössische Komponist Wolfram Rehfeldt (geboren 1945) zu hören. Der Sohn des ebenfalls bekannten Orgelbauers Adolf Rehfeldt und pensionierte Domorganist von Rottenburg am Neckar ist in seinen im Werk präsentierten und eingebauten Modulationen und Vorhalten recht kühn. Die zum Teil schrägen Dissonanzen passten dann aber recht zum schmerzlichen Tag des Erinnerns.

In der zweiten der interpretierten Meditationen waren dann durch einen immer wiederkehrenden gleichen Ton im Manual die Blutstropfen Jesu am Kreuz herauszuhören, während die darauffolgenden sphärischen Klänge deutlich auf Verklärung und Auferstehung verwiesen. Nach dem sanften Andante von Felix Mendelssohn-Bartholdy brachte Kristofer Kiesel den ruhig-bewegten Teil aus der 2. Orgelsonate von Paul Hindemith zu Gehör, die den Komponisten kontrapunktisch beziehungsweise harmonisch deutlich als Bewunderer von Johann Sebastian Bach und Max Reger auswies.

Max Reger war – nach vorangehenden Meditationen über Paul Gerhardts Gemeindelied „O Haupt voll Blut und Wunden“ – auch gleich dreimal im Programm mit Chorälen zu hören: „O Haupt voll Blut und Wunden“, „Aus tiefer Not schrei ich zu Dir“ und dann in einer weiteren Version von „O Haupt voll Blut und Wunden“.

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Schrecken und Verlöschen fanden ihre Entsprechung in kühner Harmonik und dezenter Registrierung. Sehr schön, dezent, in angemessen getragenem Tempo interpretierte Kristoffer Kiesel zuvor noch die Aria sub Elevatione aus der Feder des Barockkomponisten Gottlieb Muffat.

Einen imposanten Schlusspunkt setzte der Organist dann im Finale mit der Fantasie in g-moll (Bach Werkverzeichnis 542) von Johann Sebastian Bach mit ihrer teilweise bedrohlichen Wucht und ihren elegischen Zwischensätzen. Das Werk zeichnet sich harmonisch zukunftsweisend aus – mit Modulationen, chromatischen Rückungen, Trugschlüssen und enharmonischen Verwechslungen. Damit eignet es sich aber auch sinnfällig für den Einbau in eine Abendstunde, bei der in Wort und Klang immer der Leidensweg Jesu allgegenwärtig war.

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