Eschweiler - Muntere Geschichten: „Altern unterm Weihnachtsbaum“ im Talbahnhof

Muntere Geschichten: „Altern unterm Weihnachtsbaum“ im Talbahnhof

Von: cca
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Kabarettistin Monika Blankenberg erklärte den Baum des Alterns: „Erst jung, dann reif, dann überreif und schließlich Fallobst!“.

Eschweiler. Mit ihrem Programm „Altern unterm Weihnachtsbaum“ präsentierte Kabarettistin Monika Blankenberg einen weniger besinnlichen, jedoch sehr satirischen Rückblick auf das Jahr 2016. Im Veranstaltungssaal des Eschweiler Talbahnhofs führte Blankenberg das Publikum zwei Stunden durch die Höhen und Tiefen ihres Lebens.

Denn während sie mit 17 Jahren auf ihren 18. Geburtstag wartete und jeder Tag wie ein ganzer Monat verging, so war sie bei ihrem letzten Geburtstag entsetzt: „Vor mir auf dem Tisch stand ein Flammenmeer. Ich dachte schon, ich hätte den Kuchen darunter vergessen. Ab jetzt stelle ich nur noch eine Kerze pro Jahrzehnt auf. Das macht die Sache übersichtlicher!“

Generell sei der Kölnerin dieses Jahr nicht nach Friede, Freude, Eierkuchen. Auch wenn ihr rotes Outfit samt Christbaumkugel-Ohrringen das Gegenteil vermuten lässt. Sie erklärte ihre Stimmung so: „Es hat sich 2016 alles so verschoben. In der Politik, die Stimmung in unserem Land, die Konsumgier, noch nicht einmal Schnee gibt es!“

Das Handtuch am Pool

Für Blankenberg ist die Fremdenfeindlichkeit 2016 das größte Problem und sie äußert sich sarkastisch: „Wir Deutschen sind nie Ausländer. Das Wort Ausländer ist ja negativ behaftet. Das sind wir ja nicht. Wenn der Deutsche im Ausland ist, dann ist er Tourist. Touristen sind etwas Positives, ein Wirtschaftsfaktor. Wenn wir nicht Touristen sind, sind wir höchstens Besetzer – am Pool mit unserem Handtuch.“

Die Kabarettistin ist von ihrem Alterungsprozess überrascht: „Das Altern kommt so plötzlich. Eines Tages guckst du in den Spiegel und erschreckst dich vor dem faltigen Spiegelbild.“ Ihrer Meinung nach sollte es einen Stichtag geben, auf den sich jeder mental vorbereiten kann und nicht überrascht ist, wenn plötzlich 60 Jahre vergangen sind. Zwar ist in der heutigen Gesellschaft eine glatte Oberfläche wichtiger, als ein hoher Intelligenzquotient, doch auch mit Fältchen fühlt sich die Kölnerin nicht alt. Trotzdem blickt sie lieber in ihre Vergangenheit, als in ihre Zukunft. Denn schaut sie nach hinten, ist dort viel los.

Blickt sie nach vorne, dann sieht sie den Horizont. Daher versteht sie den Satz „früher war alles besser“ nur zu gut. Ginge es nach dem Empfinden der Kabarettistin, spielt das Thema Alter keine Rolle. Aber ihre Umwelt scheint das anders zu sehen: „In diesem Jahr wurde mir fünf Mal von Teenagern ein Platz in der U-Bahn angeboten. Doch bevor die richtig aufstehen konnten, rannte ich hin und schrie sie an, sie sollen sich wieder setzen!“

Für die Kabarettistin Monika Blankenberg birgt das Alter eben Höhen und Tiefen. Während sie beim Betreten der Bahn als älteres Semester wahrgenommen wird, wird sie in anderen Bereichen gar nicht mehr gesehen: „Je älter die Frau ist, desto höher ist ihr Unsichtbarkeitsfaktor. Während ich früher an Baustellen ein Pfeifkonzert zu hören bekam, dreht sich heute niemand mehr um. Ich wünschte ich könnte das meinem jungen Ich sagen. Da wäre ich Hunderte Male an Baustellen vorbei gelaufen, um mir das Pfeifen fürs Alter zu sparen!“

Angst vorm Schneemann

Insgesamt ist das Programm „Altern unterm Weihnachtsbaum“ eine humorvolle Reise durch Monika Blankenbergs Alterungsprozess und was sie auf dem Weg begleitet hat. Etwa die Kindheitserinnerungen an das Bauen von Schneemännern, vor dessen Schatten sie nachts Angst hatte oder die Handys ihrer Zeit – Telefonzellen. Für sie steht abschließend eine Frage im Raum:“ Wozu feiern wir Weihnachten? Heute wird jeden Tag ein Mann geboren, der sich für Gott hält.“

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