Mundartkurs für Kinder: „Bestellt doch mal Knüppele!“

Von: kaba
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Gemeinsam überlegen die Kinder mit Stefanie Bücher, wie die Gegenstände aus dem Korb in Eschweiler Platt heißen. Viele von ihnen stehen auch im Wörterbuch „Bottebloom“. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Es ist die Sprache unserer Stadt und es gab eine Zeit, da sprach sie jeder. Heute können immer weniger, vor allem junge Leute, Eischwiele Platt sprechen und genau deshalb bietet die VHS nun zum wiederholten Mal den Kurs „Mundart für Kinder“ an.

„Die Kinder sollen mit dem Eischwiele Platt in Kontakt kommen, es kennen und auch sprechen lernen“, erklärte Kursleiterin Stefanie Bücher beim ersten gemeinsamen Treffen mit den Kursteilnehmern. In den kommenden Wochen möchte sie den Kindern, deren Eltern und vielleicht auch Großeltern Platt näherbringen und so zumindest im kleinen dazu beitragen, dass diese Sprache nicht in Vergessenheit gerät.

Die „Bottebloom“

„Leider gab es Zeiten, in denen es ungern gesehen wurde, wenn man Platt sprach“, erinnert sich die Nothbergerin und freut sich umso mehr, dass nun wieder Eltern und Kinder Interesse an der Mundart zeigen. Das ist auch Leo Braun vom Eschweiler Geschichtsverein wichtig, der ebenfalls zum ersten Treffen kam, um sich vorzustellen und den Kindern „Ein kleines Lexikon in Eschweiler Platt“, genannt „Bottebloom“ – die Butterblume, zu überreichen. Das vom Geschichtsverein herausgegebene Heft enthält viele Wörter aus dem Alltag und wird sowohl für die Zeit des Kurses als auch für später ein guter Begleiter sein.

Kinder sollen Scheu ablegen

„Manchmal kommen Jugendliche auf mich zu und sagen: In der Schule lerne ich so viel, aber meinen eigenen Großvater verstehe ich nicht, wenn er Platt spricht“, berichtete Bücher und ist der Meinung, dass das nicht sein muss. Doch nicht nur viele Großeltern sprechen den Dialekt der Inde-stadt, auch im Karneval ist er weit verbreitet, weshalb es auch in diesem Zusammenhang gut sein kann, zumindest einige Wörter zu kennen.

Und so werden im VHS-Kurs die Kleinen angesprochen und an den Dialekt herangeführt. „Die Kinder sollen die Scheu ablegen, Platt zu sprechen“, so Bücher und dafür hat sie sich einiges ausgedacht. Mit Spielen, Liedern und viel praktischer Anwendung sollen die Vier- bis Neunjährigen sich in den nächsten Wochen mit dem Eschweiler Platt auseinandersetzen. Beim ersten Kennenlernen noch etwas schüchtern, weiß Stefanie Bücher allerdings aus früheren Kursen, dass die Kinder sich schon bald eingewöhnt und viel Spaß haben werden.

„Wir werden zum Beispiel auch Ausflüge in die Stadt machen und testen, wie die Menschen auf Eschweiler Platt reagieren und ob sie uns verstehen“, verriet sie und fordert die Kinder dazu auf, mutig zu sein.

Anders klingende Sprache

Mia, Anne und Mila haben am Donnerstag den ersten Schritt gemacht und schienen sehr interessiert an der so anders klingenden Sprache, die doch irgendwie ihre eigene ist. Mit der kleinen Hausaufgabe, die Stefanie Büchner den Mädchen mitgab, werden sie auf jeden Fall Spaß haben. „Geht doch mal zum Bäcker und bestellt drei Knüppele. Und dann erzählt ihr mir nächste Woche mal, was ihr erlebt habt“, forderte die Erzieherin und schon beim Gedanken an die Reaktionen mussten die Mädchen grinsen.

Stefanie Bücher und Leo Braun hoffen, dass noch weitere Kinder den Weg in den Kurs finden: „Heute waren einige noch nicht da, aber jeder, der Lust hat, ein bisschen Platt kennenzulernen, ist herzlich eingeladen, uns donnerstags um 17 Uhr in der Realschule zu besuchen!“

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