Mündliche Abiprüfungen: Lehrer absolvieren Marathon

Von: Guido Jansen
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Am Dienstag wurde es ernst für Cathrin Hauten von der Bischöflichen Liebfrauenschule. Vor (v.l.) Petra Schmitz, Monika Jonas und Dr. Manfred Meier legte sie ihre mündliche Prüfung im Fach Kunst ab. Foto: Guido Jansen

Eschweiler. Prüfungsstress. Rund 500 junge Menschen aus Eschweiler wissen im Moment ganz genau, was das ist. Die letzte Etappe im Abitur, die mündliche Prüfung, hat am Dienstag begonnen. Bis Anfang nächster Woche tritt jeder Schüler drei Lehrern gegenüber.

Die Mission: In 20 bis 30 Minuten muss er den Fachlehrer, den Schriftführer und den Kommissionsleiter davon überzeugen, dass er den Stoff beherrscht.

Prüfungsstress, anders herum: Für die insgesamt 200 Lehrer am Städtischen Gymnasium und der Bischöflichen Liebfrauenschule heißt es im Moment Überstunden schieben wie noch nie. Bei der mündlichen Prüfung sorgt der doppelte Abiturjahrgang nämlich auch für doppelt so viel Arbeit.

Morgens bis abends

„Bei den Klausuren hat das zunächst einmal keinen Unterschied gemacht. Die werden gleichzeitig geschrieben. Da ist es egal, wie viele Schüler im Raum sitzen”, sagt Dr. Friedhelm Mersch vom Städtischen Gymnasium. In der mündlichen Prüfung ist jeder angehende Abiturient alleine an der Reihe. „Wir haben etwa 200 Prüfungen. Doppelt so viele wie sonst”, schildert Mersch. Alle Lehrer sind von früh bis spät im Einsatz.

Nach jeder Prüfung verlässt der Schüler den Raum. Der Fachlehrer schlägt eine Punktzahl vor, die Kommission berät und stimmt ab. „Ich habe noch nicht erlebt, dass es dabei zu großen Abweichungen kommt“, sagt Friedrich Borgehans, der die mündlichen Prüfungen am Städtischen Gymnasium koordiniert. Am Dienstag hat der Prüfungsmarathon begonnen. Heute und am kommenden Montag geht er von morgens bis abends weiter. Alle Schüler, die nicht im Abitur stecken, haben frei.

An der Bischöflichen Liebfrauenschule haben sich die Lehrer entschieden, den Prüfungsmarathon zu entzerren. Kommenden Dienstag und Mittwoch wird zusätzlich ab Mittag geprüft. „Jeder Lehrer könnte pro Tag zwölf Prüfungen abnehmen. Aber dann wird man doll im Kopf. Das geht dann auch zulasten der Schüler“, erklärt Rektor Dr. Manfred Meier die zusätzlichen Tage. Trotzdem: Das Programm ist alles andere als entspannt. Denn an den zusätzlichen Prüfungstagen läuft der Unterricht parallel weiter. „Jeder Kollege, der jetzt krank wird, tut doppelt weh“, schildert Meier, dass Ausfälle in dem aufwendig gestrickten Ablaufplan kaum kompensiert werden können.

Vorbei ist der Abitur-Stress für die Lehrer mit den mündlichen Prüfungen nicht. Anfang dieser Woche endete die Frist für die erste Korrektur. Die Fachlehrer mussten bis dahin fertig sein mit dem Lesen und benoten der Klausuren. Jetzt beginnt die sogenannte zweite Korrektur, bei der ein weiterer Lehrer die Arbeit bewertet.

Mitte Juni werden die angehenden Abiturienten, deren Leistung zu schwach war oder zu stark von der Vornote abweicht und die, die freiwillig antreten, um ihre Note zu verbessern, noch einmal geprüft. „Die freiwilligen Prüfungen kommen durchaus vor“, sagt Meier. „Gerade beim doppelten Abiturjahrgang kommt es für viele Schüler darauf an, eine möglichst gute Abiturnote zu haben, um bessere Chancen auf einen Studienplatz zu haben.“

Kein Prüfungs-Ausnahmezustand herrscht im Moment an der Waldschule. Die Gesamtschule hat keinen doppelten Abiturjahrgang.

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