Müllwagen rammt im Schneechaos vollbesetzten Bus

Von: Rudolf Müller und Irmgard Röhseler
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Autobahnauffahrt West in Richtung Köln: Auf der leichten Steigungsstrecke bleiben Lkw hängen, blockieren die Zufahrt. Foto: Tobias Röber
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Dicht: die Kreuzung Rue de Wattrelos/Aachener Straße. Foto: dpa
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Wo Schneeschaufeln zur Sisyphusarbeit wurde, lohnte sich auch auf Gehwegen und in privaten Zufahrten der Einsatz einer Schneefräse. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Ramona Deutschle ist von der Sonne verwöhnt. Schneeschippen dagegen ist weniger ihr „Ding“. Am Dienstagmittag gab sie‘s auf: „Bei dem Dauerschnee hat das ja überhaupt keinen Sinn“, resigniert die Inhaberin eines Sonnenstudios. Während sie meist vergeblich auf Kunden wartete, die die eisige Kälte gegen wohlige Wärme tauschen wollten, regierte auf Eschweilers Straßen das Chaos.

„Nichts geht mehr“, hieß es vielerorts. Zum Beispiel an den Autobahnzufahrten der Rue de Wattrelos wie auch auf der Rue de Wattrelos selbst: Die geringen Steigungen dort reichten aus, um Lkw auszubremsen. Lkw, die sich beim Versuch, mit durchdrehenden Reifen voranzukommen, querstellten und gleich mehrere Fahrspuren blockierten.

Und nicht nur die Lkw hatten mit vereisten und verschneiten Straßen zu kämpfen, auch einige Pkw-Fahrer hatten große Mühe ihre Fahrzeuge auf der Bahn zu halten. Ein Mercedes stand beispielsweise mitten auf der Rue de Wattrelos und kam nicht mehr von der Stelle. Ein hilfsbereiter junger Mann eilte zu Hilfe und schob das schwere Gefährt an.

Dabei hatte der Winterdienst der Wirtschaftsbetriebe Eschweiler (WBE) schon in der Nacht den Kampf gegen die Tücken des späten Wintereinbruchs aufgenommen. Um 5 Uhr früh hatte für die Teams der Tag begonnen. „Wir waren mit 40 Leuten draußen“, berichtet WBE-Geschäftsführer Heinz-Dieter Marx über den Einsatz von sechs Groß- und ebenso vielen Kleinfahrzeugen, die sich vorrangig auf Hauptverkehrsadern, Brücken, gefährliche Straßenabschnitte und bergige Straßen konzentrierten. „Wir werden am Dienstag rund 30 bis 40 Tonnen Salz rausbringen“, schätzte Marx am Nachmittag.

Geräumt wurde auch auf der Autobahn. Doch trotz des Großeinsatzes ließen sich Staus und Unfälle nicht vermeiden: Bereits kurz vor sechs Uhr ereignete sich auf der A4 zwischen den Auffahrten Ost und West (in Fahrtrichtung Aachen) ein Auffahrunfall. Witterungsbedingt war ein Pkw auf einen Lkw gerutscht. Dabei wurde eine Person verletzt; sie wurde ins Krankenhaus gebracht.

Auch in Dürwiß gab es um kurz vor 9 Uhr auf der Jülicher Straße, Höhe Lindenallee, einen Auffahrunfall. Hier blieb es allerdings bei Blechschaden. Die Polizei nannte am Dienstag Zahlen: In der Zeit von Montag, 18 Uhr, bis Dienstag, 9 Uhr, krachte es in der Region 62 Mal. Dabei blieb es bei Blechschäden. Am Montag hatte es mit Beginn des stärkeren Schneefalls von 16 Uhr bis 22 Uhr 70 meist witterungsbedingte Unfälle gegeben. Dabei wurden drei Menschen leicht verletzt.

Einen Großeinsatz für Rettungskräfte hatte ein Verkehrsunfall an der Alten Rodung im Eschweiler Stadtteil Pumpe zur Folge: Dort war am Dienstag kurz vor 13 Uhr ein Müllfahrzeug auf einen vollbesetzten Bus aufgefahren. Acht der Businsassen erlitten glücklicherweise nur leichte Verletzungen. Die Besatzungen von gleich fünf Rettungswagen kümmerten sich um die Verletzten.

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