Eschweiler-Pumpe-Stich - Müllsammelaktion: Bürger aus Pumpe-Stich räumen auf

Müllsammelaktion: Bürger aus Pumpe-Stich räumen auf

Von: zsa
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Packten gemeinsam an: 40 Kinder und Erwachsene sammelten am Wochenende Müll im Ortskern von Pumpe-Stich auf. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler-Pumpe-Stich. Über 20 prall gefüllte große Müllsäcke stapeln sich im Hof eines Wohnhauses in Pumpe-Stich. Sie sind das Ergebnis von „Pumpe-Stich räumt auf“, der ersten Müllsammelaktion verschiedener Vereine und Institutionen des Stadtteils.

In eineinhalb Stunden säuberten am Samstagmorgen rund 40 Teilnehmer Spazier- und Gehwege, Parkplätze und auch Verkehrsinseln rund um den Ortskern.

Die Idee zum gemeinsamen Treffen aller Ortsvereine stammt von Claudia Müller, sie leitet das Familienzentrum im Kindergarten „Purzelbaum“ in der Alten Rodung. Ihr Anliegen war es, dass der Ortskern wieder etwas näher zusammenrückt. So fanden sich Vertreter der dort ansässigen Vereine und Institutionen im März dieses Jahres erstmals im Familienzentrum ein.

Dort wurde dann auch die Aktion „Pumpe-Stich räumt auf“ geboren. An ihr beteiligten sich nun unter anderem der Kindergarten und das Familienzentrum, die KG Narrenzunft Pumpe-Stich, der Geschichtsverein, die Waldschule, die Schützenbruderschaft St. Barbara und St. Sebastianus, die Erich-Kästner-Schule und der SPD-Ortsverein Eschweiler-West.

Während Lehrer und Schüler der Waldschule bereits am Donnerstag Müll aufgesammelt hatten, trafen sich die übrigen Teilnehmer am Samstag, um ihrem Ortsteil eineinhalb Stunden ihrer Zeit zu widmen. Neben Erwachsenen waren auch einige Kinder und Jugendliche dabei, darunter Schüler der Erich-Kästner-Schule und Jungschützen der St.-Barbara-und-St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft.

Nachdem die Helfer sich in verschiedene Gruppen aufgeteilt hatten, zogen sie mit Handschuhen, Müllsäcken, Pickern und Warnwesten bestückt vom Treffpunkt nahe der Sparkassen-Filiale los. Hier hatte die KG Narrenzunft ihre Wagenhalle, in der bereits fleißig an den Rosenmontagswagen gearbeitet wird, als Anlaufstation zur Verfügung gestellt.

Die einen zogen Richtung Waldstadion und Waldschule hoch, die anderen Richtung Kirche und wiederum eine Gruppe wollte sich von der Pumpe bis zur Kreuzung Stolberger Straße/Luisenstraße vorarbeiten. Doch so weit kamen die vier Erwachsenen und zwei Jugendlichen gar nicht – schnell entdeckten sie die drei mit Unkraut und Zigarettenkippen übersäten Verkehrsinseln an der Kreuzung Pumpe/Phönixstraße. „Das stört mich schon lange“, sagte Stephan Lenzen, Präsident der KG Narrenzunft und einer der Teilnehmer.

„Die Verkehrsinseln werden angelegt und dann kümmert sich keiner mehr drum. Ich fahre hier jeden Tag vorbei und da ist mir das aufgefallen.“ Mit vereinten Kräften schaffte es die Gruppe dann, teilweise bis zu 1,80 Meter große Bäumchen sowie weiteres Unkraut von den Verkehrsinseln zu entfernen sowie Hunderte achtlos weggeworfene Zigarettenstummel. Zuvor hatte so manch einer wohl gedacht, das Hauptproblem würde es sein, Müll aus der Natur zu entfernen – etwa rund um die Wege am Waldstadion.

So hatte Oliver Wald, Brudermeister der Schützen, den „verlängerten Waldweg“, also den Verbindungsweg von der Waldstraße zur Barbarastraße als „Problemzone“ identifiziert – „weil der Weg eingezäunt ist und man nicht gut an den Müll kommt, der dort einfach weggeworfen wird“.

Beim Arbeiten mussten die Teilnehmer gerade im Bereich der Straßen, wie bei den Verkehrsinseln, auf die Autos aufpassen. So wurde direkt beschlossen, nächstes Mal Pylonen aufzustellen. „Und auch Astscheren, Gartenmesser, Spaten und mehr Besen brauchen wir nächstes Jahr“, stellte Stephan Lenzen fest.

Dass es nicht bei einer einmaligen Aktion bleiben würde, war allen Helfern schnell klar. Hier und da wurde die Gruppe neugierig von Autofahrern beäugt, Bekannte fuhren vorbei und nickten zustimmend. Auch von vorbeikommenden Fußgängern erhielten sie Zuspruch. Abschließend stellte Stephan Lenzen zufrieden fest: „Nun ist der Eingang zu Pumpe-Stich wieder etwas sauberer.“

Nach fast eineinhalb Stunden kamen alle Gruppen wieder am Treffpunkt zusammen, ihre Müllsäcke waren teilweise so voll und schwer, dass sie mit dem Auto abgeholt werden mussten. Für Montag wurde eine Sonderabholung mit der Müllabfuhr vereinbart.

Aufgesammelt hatten die Helfer alles mögliche: von den bereits genannten Zigarettenkippen über Schulsachen, wie zum Beispiel Lineal, Hefter und Papier, Scherben und ganze Glas-„Flachmänner“ bis zu Kleidungsstücken wie einer Sporthose. Das Unverständnis über die Vermüllung war bei allen Teilnehmern gleich groß.

„Ich kann beispielsweise nicht verstehen, wie Eltern dabei zusehen können, wenn ihre Kinder einfach Müll auf den Boden werfen“, sagte Stephan Lenzen. Auch über die Autofahrer, die an den Ampeln teilweise ganze Aschenbecher voll an Zigarettenstummeln auskippen, hatte sich seine Gruppe zu genüge geärgert.

Umso erfreulicher war dann der Vorher-Nachher-Vergleich und die Tatsache, dass zum Beispiel eine Mutter mit ihrem Sohn extra aus Stolberg kam, um an der Aktion teilzunehmen. Der zehnjährige Danko Schaper zog mit seinen Schulkameraden der Erich-Kästner-Schule los, um auch einen Beitrag zu leisten: „Ich finde das Müllaufsammeln wichtig für die Umwelt und es macht mir sogar Spaß.“

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