Eschweiler - Müll-Ferkel treiben im Wald ihr Unwesen

Müll-Ferkel treiben im Wald ihr Unwesen

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
wald3_
Die Kettensäge wird in diesen Wochen oft im Stadtwald zu hören sein. Waldarbeiter müssen 2145 Festmeter Holz bearbeiten, die durch Sturm „Xynthia” im Februar Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Erst wenige Wochen sind seit Sturm „Xynthia” vergangen, doch die Aufräumarbeiten im Stadtwald sind fast beendet. Heute nimmt ein sogenannter „Harvester” seine Arbeit auf - das ist eine Maschine, die gleichzeitig rodet, Äste entfernt, entwurzelt und Stämme in industriefertige Stücke schneidet.

Vor allem die Fichtenbestände hat es wieder stark erwischt. „Das feuchte Wetter war schuld”, sagt Försterin Susanne Gohde. Durch den weichen Boden kippten die nicht tief wurzelnden Nadelbäume leichter.

2145 Festmeter gefallen

Im Wirtschaftsplan 2010 der Försterei macht sich dies besonders im Holzverkauf bemerkbar. 2145 Festmeter fielen, 2130 Festmeter werden verkauft, die Forstwirtschafter sprechen von „rücken”. 91 Prozent davon sind Fichten, 6 Prozent Buchen. Auch einige Birken gaben bei Sturm „Xynthia” nach, allerdings waren sie aufgrund ihres hohen Alters von innen verfault.

Die Arbeiten nach einem heftigen Sturm nehmen inzwischen einen großen Zeitraum im Stadtwald ein. Erst in diesem Frühjahr sind alle Schäden von „Kyrill” aus dem Januar 2007 aufgearbeitet. 7422 Laubhölzer und 100 Nadelhölzer werden in diesem Jahr nicht nur für die Aufforstung auf den sogenannten „Windwurfflächen” gesetzt, auch die Umwandlung zum Naturschutzgebiet „Bergbauwüstungszone im Eschweiler Wald” erfordert Pflanzungen.

Dort erhält die Rotbuche eine Heimat. Nicht nur dem Klimawandel ist es zu verdanken, dass die Försterei verstärkt auf Laubbäume setzt.

Sorgen bereiten nach wie vor der Müll und der Vandalismus im Stadtwald: 20.800 Euro werden für Reparaturen und für die Entsorgung in diesem Jahr kalkuliert. Vor allem die Beseitigung des Unrats an den Stadtwaldstraßen und -parkplätzen geht mächtig ins Geld. Im Jahr 2009 betrugen die Lohnkosten hierfür 3296 Euro. Einige Vereine und Institutionen setzen sich jedoch stark für den Wald ein: So reparierte das Technische Hilfswerk, Ortsgruppe Eschweiler, das Dach der Schutzhütte am Bergrather Feld.

Mit Umweltverbänden sind wieder einige Aktionen geplant. Im Herbst diesen Jahres sollen in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Naturschutz artengerechte Feuchtgebiete erstellt werden. Ebenso werden die Waldränder mit heimischen Sträuchern bepflanzt. Besonders schützenswert sind auch die Rote Waldameise, Orchideen und Fledermäuse. Dabei erhält die Försterin Unterstützung durch die BUND-Ortsgruppe Eschweiler.

Einen großen Anteil der Arbeiten nimmt die Jungswuchspflege ein, da der Anteil der Kulturflächen hoch ist: 12,23 Hektar im Wald müssen mindestens einmal im Jahr gepflegt werden. Es handelt sich dabei größtenteils um Bereiche, die ebenfalls stark von den Stürmen der vergangenen Jahren betroffen waren und nun aufgeforstet werden.

Trotz der Sturmschäden, die unter anderem auch Schädlinge anlocken, hat sich der Zustand des Stadtwaldes nicht verschlechtert. Im Gegenteil: „Vor allem die Eichenbestände sind etwas gesünder geworden”, freut sich Susanne Gohde. Genaue Zahlen sind allerdings nicht bekannt, weil in diesem Jahr kein Zustandsbericht vorgelegt werden muss. Der wird alle zwei Jahre verfasst und wird turnusgemäß im nächsten Jahr von der Försterin veröffentlicht.

Die Bekämpfung der Borkenkäfer an Fichte und Lärche erfolgt größtenteils durch Fangholzhaufen. Dabei wird das Holz in diesen Haufen mit Gift versehen, dass die Käfer bei Kontakt sofort tötet. „Dies kommt aber nur zum Einsatz, wenn keine andere Möglichkeit mehr besteht”, so die Försterin Susanne Gohde.

Die Arbeiten im Stadtwald laufen in diesen Tagen auf Hochtouren. Der lange und feuchte Winter hat das Aufarbeiten der Sturmschäden etwas behindert. Mit dem Vollernter (Harvester) soll es nun schneller gehen, sein Einsatz soll in eineinhalb Wochen beendet sein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert