MQN, Alaaf & Co: Ein emotionales erstes Halbjahr

Von: Tobias Röber
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Emotional ging und geht es auch bei den Themen L 238 n und dem Erhalt der Notdienstpraxis zu. Foto: Tobias Röber (2), Patrick Nowicki
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Für viele Menschen waren es emotionale Momente, als die Kirchen St. Michael und Herz Jesu geschlossen wurden. Foto: Tobias Röber (2), Patrick Nowicki
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Emotional ging und geht es auch bei den Themen L 238 n (das Bild zeigt Minister Groschek beim Besuch in Eschweiler) und dem Erhalt der Notdienstpraxis zu. Foto: Tobias Röber (2), Patrick Nowicki

Eschweiler. Es war ein emotionales erstes Halbjahr in der Indestadt. Zwei Kirchen wurden entwidmet, es gab Diskussionen um Flüchtlingsunterkünfte, den 3. Bauabschnitt der L 238n und die MQN-Notdienstpraxis. Und natürlich einiges mehr. Hier die Monate Januar bis Juni im Rückblick.

Januar

Neues Gesicht: Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff bittet Michael Datené, Pfarrer der Pfarrei Christus unser Friede in Herzogenrath-Kohlscheid, die priesterliche Leitung in der Pfarrei St. Peter und Paul zu übernehmen. Dr. Andreas Frick beendet aufgrund seiner Ernennung zum Generalvikar seine Arbeit dort zum 9. Januar.

Gute Nachricht: Der Blausteinsee erhält wieder die Note „Ausgezeichnet“. Zwei Jahre, nachdem ein „Mangelhaft“ attestiert wurde, darf sich der Blausteinsee in Sachen Badewasserqualität wieder mit der Bestnote schmücken.

Wasser marsch: Die Blausteinsee-GmbH einigt sich mit RWE über die weitere Wasserlieferung. Bis zum Jahr 2031 stellt RWE Sümpfungswasser, das aus einer Brunnengalerie bei Aldenhoven kommt, kostenfrei zur Verfügung. Es wird davon ausgegangen, dass der See noch bis 2060/2070 Zuschusswasser braucht. Die Kosten (zwischen 4,5 und 7 Millionen Euro) muss die See-GmbH tragen.

Dreimol Alaaf: Prinz Thomas I. Weiland wird proklamiert. An seiner Seite steht Zerm Harald „Hucky“ Weiland.

Ins Gefängnis: Ein 36-jähriger Mann wird zu 20 Monaten Haft verurteilt. Im September des Vorjahres war er nach einer Flucht festgenommen worden, bei der er unter anderem direkt auf einen Polizeibeamten zugefahren sein soll, um sich einer Polizeikontrolle zu entziehen. Verurteilt wird der mehrfach vorbestrafte Mann wegen verschiedener Delikte, jedoch nicht – wie anfangs in Betracht gezogen – wegen versuchten Mordes.

Willkommen: Die Stadt Eschweiler reagiert auf den Flüchtlingsstrom in den vergangenen Monaten: Bis September soll das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Dohmen auf dem Stich so umgebaut werden, dass dort 16 Wohnungen für Familien und weitere sechs Unterbringungsmöglichkeiten für Einzelpersonen entstehen. Anwohner befürchten dort einen Brennpunkt und machen gegen das Vorhaben mobil.

Angst vor Terror: Karneval in Wattrelos fällt aus. Grund dafür ist die politische Lage in Frankreich, die sich seit dem Anschlag auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ zugespitzt hat.

Faires Handeln: Die Indestadt möchte Fairtrade-Stadt werden. Der Sozial- und Seniorenausschuss beschließt, diese Initiative zu unterstützen. Die Stadt will sich auf die Suche nach Partnern machen.

Februar

Emotional:Bei einer Bürgerversammlung in der Waldschule zum Gebäude Stich 30 äußern Anwohner ihre Bedenken bezüglich der Flüchtlingsunterkunft.

Unterschrift: Inden und Eschweiler entwickeln gemeinsam das interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet „Am Grachtweg“. Die Bürgermeister unterzeichnen eine Vereinbarung. Bis zu 700 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Trauer: Pfarrer Josef Wienand erliegt im St.-Antonius-Hospital seinem Krebsleiden.

Brutal: Eine größere Schlägerei auf der Dürener Straße fordert zwei Schwerverletzte. Die 43 und 46 Jahre alten Männer kommen mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus. Zeugen berichten, dass etwa acht bis zehn mit Baseballschlägern bewaffnete und vermummte Männer auf die beiden eingeschlagen hätten. Danach seien die Männer in mehreren Autos geflüchtet.

Närrischer Höhepunkt: Zehntausende Jecke feiern den Straßenkarneval in Eschweiler. Ob Jecke-Tön-Projekt oder Rosenmontagszug: Die Narren jubeln Prinz Thomas I. & Co. zu. Ebenfalls erfreulich: Es gibt weniger Einsätze für Polizei, Feuerwehr & Co.

Weitere Diskussionen: Die drohende Schließung von Notdienstpraxen sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Eine Bürgerinitiative macht mobil, unter anderem mit einer Demonstration vor dem Krankenhaus.

Zwei Kirchen fallen weg: Die Termine für die Entwidmungen der Kirchen St. Michael und Herz Jesu stehen fest. Die Gespräche mit den Vereinen, die eine neue Heimat brauchen, laufen.

März

Mehr Beamte:Die Kriminalpolizei bekommt neue Strukturen. Demnach wird die regionale Kriminalitätsbekämpfung zentral für den Südkreis von Stolberg aus agieren. Die Eschweiler Beamten werden dorthin abgezogen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Kripo-Büros an der Preyerstraße leer bleiben. Dort wird ein anderes Kommissariat einziehen – und zwar mit doppelt so vielen Kriminalpolizisten wie bisher.

Windkraft: Nördlich von Fronhoven sollen Windräder aufgestellt werden. Anwohner wehren sich gegen die Pläne und übergeben Unterschriften an den Bürgermeister. Ihre Forderung: Abstand der Anlagen zum Ort von mindestens 2000 Metern. Es findet eine Bürgerinformationsveranstaltung statt – mit zum Teil hitzigen Diskussionen. Auch die Stadt Alsdorf und die „Interessengemeinschaft Wardener Bürger – Zur Abwehr von Umweltbelästigungen und Gefahren“ melden Bedenken an.

Entscheidung: Die Suche nach einem Pächter für die Festhalle Dürwiß geht weiter. Der Stadtrat will sich in nicht-öffentlicher Sitzung nicht für einen Bewerber entscheiden. Bei der Vergabe der Weisweiler Festhalle gab es hingegen ein mehrheitliches Votum. So fiel die Wahl unter mehreren Bewerbern auf Bernd von der Heiden.

Kampf um die MQN-Praxis: Im Talbahnhof gründet sich eine Bürgerinitiative gegen die Schließung der Notdienstpraxis am St.-Antonius-Hospital.

Sofi: Eine Wolkendecke blockiert die Beobachtung der Sonnenfinsternis. Manche Schulen übertragen darum Bilder von den Färöer Inseln.

Tatütata: Der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss beschließt den 1,2 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau der Feuerwehr-Hauptwache am Florianweg.

Illegaler Anbau: Der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss will den Bebauungsplan Waldsiedlung ändern. Was die Verwaltung in ihrer Vorlage den Ausschussmitgliedern verschweigt: Die Änderung soll auf Drängen eines einzelnen Eigentümers, der sein Haus an der Heidestraße hat, erfolgen, dessen bisherige Bauabsichten schon mehrfach von Verwaltungsgerichten dem Papierkorb überantwortet wurden. Zweimal bereits erteilte die Stadt dem Niederländer mit Wohnsitz in Aachen, der das Haus Heidestraße 30 vor Jahren erwarb, eine Baugenehmigung – beide Male kassierten Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht die Genehmigungen als rechtswidrig ein.

Im Amt bestätigt: Der Förderverein Propsteier Wald wählt einen neuen Vorstand. Eberhard Büttgen bleibt Vorsitzender. Das Ziel bleibt: Das Erholungsgebiet soll für die Bürger geöffnet werden.

Weg frei: Der Umbau des Marktplatzes ist beschlossene Sache. Unter anderem wird eine 16 Meter breite Freitreppe angelegt.

La Tristesse: Das Stadtfest (Motto „So i(s)st Frankreich“) fällt buchstäblich ins Wasser. Nur wenige Besucher schauen bei Dauerregen vorbei.

„Niklas“: Das Sturmtief hat die Indestadt am Monatsende (und auch Anfang April) fest im Griff. Die Feuerwehr muss zu zahlreichen Einsätzen ausrücken.

April

Auf zum Abi: Am Städtischen Gymnasium wird eine internationale Förderklasse für Flüchtlinge eingerichtet.

Baustelle: Die Bürger werden über die Sanierung der Franz-Liszt- und Dreieckstraße informiert. Die Maßnahme soll 1,4 Millionen Euro kosten.

Trauer: Der bekannte Wirt Rudi Delhey stirbt nach langer Krankheit im Alter von 79 Jahren.

Entscheidung: Die Schranke am Bahnübergang Jägerspfad wird geschlossen. Die Verkehrskommission des Regionalrates gibt dem Projekt ihren Segen. Etwa vier Millionen Euro soll der Umbau dort verschlingen, 925400 Euro sollen vom Land beigesteuert werden. Baubeginn soll Ende 2016 sein.

Festhalle II: Der Stadtrat entscheidet, wer die Festhalle Dürwiß künftig als Pächter führt. Delio Duarte erhält den Zuschlag.

Es bleibt dunkel: Die Mitarbeiter der Postbank streiken einige Tage. Sie fordern verlängerten Kündigungsschutz.

Ausgezeichnet:Der Otto-Wels-Preis für Demokratie geht an den Indestädter Aaron Möller. Seine fiktive Bundestagsrede zum Thema „50 Jahre israelisch-deutsche Beziehungen“ überzeugt die Jury.

Mai

Verzögerung: Die Bundespolizei gibt mal wieder einen Umzugstermin heraus. Ab dem 1. August soll das Gebäude an der Rue de Wattrelos bezogen werden.

Internationale Feier: Seit 40 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen Eschweiler und der französischen Stadt Wattrelos, seit 30 Jahren die zum britischen Reigate & Banstead. Die Jubiläen werden ein Wochenende lang groß gefeiert.

Schlechte Nachricht: Für den MSC Grenzland ist am Jahresende Schluss im Tagebau. RWE verlängert den Pachtvertrag mit den Motorsportlern nicht.

Gute Idee: Die Stadt führt zwei Elternhaltestellen ein. In Dürwiß und Weisweiler werden sie an den Grundschulen entstehen.

Arbeit niedergelegt: Elf Kitas treten in einen unbefristeten Streik. In der Indestadt werden Notgruppen eingerichtet. 140 Streikende nehmen an einer Demo teil.

Beton bröckelt: Die evangelische Kirchengemeinde trennt sich von der Friedenskirche. Der Grund: erheblicher Sanierungsbedarf. Der schmucklose Bundeswehr-Zweckbau wird wohl abgerissen. Die Barbarakirche soll von beiden Konfessionen genutzt werden.

Uneinig: Der Verkehrsminister lehnt den 3. Bauabschnitt der L 238n ab. Die Begründung: Die beteiligten Parteien erzielten keinen Konsens.

Blaulicht: Bei einem nächtlichem Großfeuer an der Alten Ziegelei erleben Feuerwehr und Hausbesitzer eine Überraschung. Die Flammen vernichten nämlich eine Hanfplantage.

Trauer: Pfarrer Franz Schnitzler stirbt im Alter von 79 Jahren. Mehr als 50 Jahre war er Priester, seit 1995 in Eschweiler.

Sanierung: Das Amtsgerichtsgebäude an der Kaiserstraße sackt an der Südostseite leicht ab. An 90 Stellen werden Pfähle in den Boden eingebracht.

Starkes Zeichen: Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Notdienstpraxis übergibt dem Bürgermeister 16 132 Unterschriften. Diese sollen der Kassenärztlichen Vereinigung übergeben werden.

Juni

Kitas geschlossen: Zum Monatsbeginn streiken die Erzieherinnen wieder. Der Tarifstreit ist nach wie vor nicht beendet.

Plakette? Es wird bekannt, dass Eschweiler eine Umweltzone droht. Die Höchstwerte für Stickstoffdioxid werden am Bushof überschritten. Eine Arbeitsgruppe überlegt Gegenmaßnahmen.

Leben gerettet: Bei einem Feuer in einem Sechsfamilienhaus sind mehr als 100 Retter im Einsatz. Einige Bewohner retten sich selbst, andere gelangen über Leitern ins Freie.

„Windkraft mit Abstand“: Die Bürgerinitiative aus Neu/Lohn und Fronhoven kritisiert weiterhin die Pläne zur Errichtung von Windkraftanlagen am Ortsrand von Fronhoven und kündigt rechtliche Schritte an. Im Rat wird die 2. Änderung des Flächennutzungsplans – Konzentrationszonen für Windenergieanlagen beschlossen. Die neuen Pläne der Verwaltung sehen vor, dass Windräder nicht wie ursprünglich geplant in etwas mehr als 800 Metern, sondern in 1100 Metern vom Ortsrand entfernt gebaut werden. Dazu soll ein Bebauungsplan zur sogenannten Feinsteuerung aufgestellt werden.

In Gedenken: Gunter Demnig verlegt zum vierten Mal Stolpersteine in Eschweiler. Damit gibt es derer 57 in der Indestadt.

Eröffnung: Einsegnung der onkologischen Ambulanz im Krankenhaus. Aufstockung und Umbau kosten 10,5 Millionen Euro.

Bamboleo & Co.: Das 24. Eschweiler Music Festival lockt mit einem hochklassigen Programm wieder Tausende Besucher auf den Marktplatz. Das Wetter lässt zu wünschen übrig und die kubanischen Klänge von Weltklassemusiker Mayito Rivera sind nicht jedermanns Sache. Kulturmanager Max Krieger kündigt für die 25. Auflage ein anderes Programm an.

Paukenschlag: Christoph Herzog wechselt die Seiten. Er tritt aus der CDU aus und in die SPD ein, für die er fortan im Rat sitzt.

Rotstift: Wirtschaftsprüfer stellen nach einem anonymen Hinweis das Stadt-Unternehmen WBE auf den Kopf. Manfred Knollmann will zehn Stellen kürzen. Es droht ein Minus von 1,7 Millionen Euro, greife man nicht ein, so Knollmann.

Emotionen: Wieder gibt‘s Diskussionen in Neu-Lohn und Fronhoven. Für 589 000 Euro soll die Straßenbeleuchtung saniert werden. Bei einer Bürgerversammlung werden nicht alle Fragen geklärt.

Beschlossen: Der Rat beschließt die Änderung der Elternbeitragssatzung für Kindertagespflege, Kindergärten und Offene Ganztagsschulen zum 1. August 2016. Die wichtigsten Änderungen im Überblick: Es werden zwei weitere Einkommensstaffeln eingeführt, von 84.000 bis 96.000 Euro und mehr als 96.000 Euro. Zudem fallen die gestaffelten Geschwisterkinderbeiträge bei der Betreuung in Kindertagespflege und/oder Kindertagesstätten weg. Neu ist der Kombi-Beitrag.

Großprojekt: Eine Bremer Investoren-Gruppe präsentiert die Pläne für das „Neue Zentrum Weisweiler“. Eine Seniorenresidenz, ein Supermarkt und Praxen sollen dort unter anderem entstehen. Investitionsvolumen: 20 Millionen Euro.

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