Mozarts „Zauberflöte”: Die Lehrerin wird zur Königin der Nacht

Von: Nils Assmus
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Zwei Darsteller, tollen Humor
Zwei Darsteller, tollen Humor und großartigen Gesang ganz ohne Mikrofon reichten aus, um die Grundschüler der KGS Bergrath für die „kleine Zauberflöte” zu begeistern. Foto: Nils Aßmus

Eschweiler. Seit November 2010 gibt es sie, die Kölner Opernkiste, ein Ensemble aus jungen professionellen Künstlern, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit kindgerechten Opernfassungen eine neue Generation für Gesang, klassische Musik und Schauspiel zu begeistern.

Jetzt besuchten die Schauspieler die KGS Bergrath nach Eschweiler und brachten ihre eigene Fassung von Mozarts „Zauberflöte” mit. Die Oper des österreichischen Musikgenies zählt auch heute noch zu den bekanntesten Stücken des Genres und erhielt durch die Kölner Opernkiste mehr als 200 Jahre nach ihrer Uraufführung als „Die kleine Zauberflöte” einen ganz neuen Charakter.

Der Inhalt und die Musik wirkten ganz natürlich bei der Aufführung in der Sporthalle der Grundschule. Stefan Mosemann, der ebenfalls große Begeisterung bei den Kindern als Papageno auslöste, stellte den Grundschülern vor Beginn der Vorstellung zunächst die verschiedenen Gesangsstimmen vor und suchte nach freiwilligen Helfern, die eine kleine Rolle im Stück übernehmen durften.

Waren die vielen Kinder eben noch mit lautem Fingerschnipsen darauf aus, ein Teil der Oper zu werden, so wurde es kurz darauf ganz still, als sich der Vorhang zur Vorstellung hob. Antonio Rivera stolperte als Prinz Tamino vor das Bühnenbild und singt um Hilfe vor einer wilden Schlange, die ihn verfolgt.

Seine Rettung erfolgt, doch glaubt Tamino, dass ihn der lustige Vogelfänger Papageno (Mosemann) gerettet habe. Zusammen erhalten sie von der Königin der Nacht den Auftrag, die Tochter eben jener Königin aus der Gewalt des Sarastro und des Monostatos zu befreien. Als Königin der Nacht trumpfte dabei Lehrerin Astrid Teppler auf, die spontan von ihren Schülern für eine „ganz besonders schwierige Rolle” (Vorredner Stefan Mosemann) vorgeschlagen wurde.

Auf den Weg zum Schloss des Sarastro verläuft sich Prinz Tamino, der sich unlängst in die zu Rettende verliebt hat und muss die Zauberflöte der Königin der Nacht einsetzen.

Die Flöte, die der Oper ihren Namen gab, beschützt den Prinzen vor den wilden Tieren im Wald, deren Fauchen alle Kinder in der Turnhalle imitieren. Drei Schüler weisen dem Prinzen als Knaben verkleidet die Richtung.

Schlussendlich findet Tamino den Weg in das Schloss und in Prinzessin Pamina seine Liebe. Allerdings werden die Abenteurer von Sarastro gestellt, der ihnen nach einigen Prüfungen ein glückliches Leben ermöglicht. Tamino willigt sofort ein, Papageno lässt sich erst überreden, als er von seiner möglichen Liebe, Papagena, erfährt, die er durch die Prüfungen gewinnen kann.

Gemeinsam stellen sich der Prinz Tamino und Vogelmensch Papageno der ersten Prüfung, des Schweigens, die Papageno nicht besteht. Tamino besteht alle Prüfungen und seinem Glück mit der Prinzessin steht nichts mehr im Wege, doch auch Papageno findet seine Papagena und wird am Ende glücklich. Auch bei der Feuer- und der Wasserprüfung wurden erneut die Schüler toll mit in das Stück einbezogen und durften mit den Profis die Szene gemeinsam darstellen.

Keine Zugabe möglich

Nach dem Ende der gut 70-minütigen Aufführung lernten die Grundschüler auch noch etwas dazu, was ihnen so gar nicht gut gefallen wollte. Zwar forderten sie lautstark eine Zugabe der drei jungen Darsteller, doch erklärte ihnen Stefan Mosemann, dass es bei einer Oper leider keine Zugaben gebe.

Ein Wiedersehen mit der Kölner Opernkiste ist nach einer gelungen Vorstellung, die die Kinder restlos begeisterte, jedoch bestimmt nicht ausgeschlossen.

Christine Léa Meier spielte neben der Pamina auch die Rolle der Papagena und eines Priesters, Antonio Rivera gab den Tamino und Monostatos und Stefan Mosemann begeisterte als Papageno. Mit nur drei Darstellern und der Hilfe der kleinen Zuschauer brachte die Kölner Opernkiste ein kindgerechtes, spannendes Stück Oper mit nach Bergrath, dass auch mit einzigartigen Kostümen und viel Humor ein toller Einstieg in die Welt der Oper darstellte.
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