Modern bauen und leben im Faktor-X-Haus am See

Von: Antonius Wolters
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Dort soll die Faktor-X-Siedlung entstehen: Heinrich Unterberger zeigt Jens Bröker (v.l.), Stephan Baldin, Achim Lückoff und Regina Dechering den Standort auf dem Indesee-Modell im Ratssaal. Foto: Wolters

Inden. Das Haus am See, zuletzt von Sänger Peter Fox hitverdächtig intoniert, kann im Indener Seeviertel einmal Wirklichkeit werden. Einzigartig verspricht das rund 20.000 Quadratmeter große Wohnquartier durch den Umstand zu werden, dass dort eine so genannte Faktor-X-Siedlung entstehen soll.

Dort soll so gebaut werden, dass die Rohstoffkreisläufe so gering wie möglich belastet werden. „Wir suchen Menschen, die in die Diskussion einsteigen“, sagt Gemeindeplanerin Regina Dechering, die schon die Werbetrommel für die Informationsveranstaltung rührt, die am Donnerstag, 21. Februar, um 18.30 Uhr im Indener Rathaussaal beginnt. Titel der Veranstaltung: Was ist Ihr Faktor X?

Beim Bauen und Leben um einen Faktor X intelligenter mit wertvollen Rohstoffen umgehen: Solch ein ganzheitlicher Ansatz anstelle von einseitiger Einsparung von Heizenergie wird normalerweise nur im urbanen Umfeld umgesetzt.

RWE Power mit im Boot

Das Indener Seeviertel nimmt somit eine Vorreiterrolle für solch ein Projekt im ländlichen Raum ein. An der Verwirklichung arbeiten neben der Gemeinde Inden die Aachener Stiftung Kathy Beys, RWE Power und die Entwicklingsgesellschaft Indeland mit. Sie fragen sich, wie die Menschen in Zukunft auf dem Land leben und wie sie dabei die Anforderungen an Ökologie, Ökonomie, künftige Wohnformen und die geänderten Gesellschaftsstrukturen berücksichtigen werden.

Ein Ziel ist es, im Baugebiet den Input von wertvollen Rohstoffen um den Faktor X zu reduzieren. So erhalten die Bauwilligen beispielsweise einen Bauteile-Katalog, der den ökologischen Rucksack aller Komponenten auflistet. Der ist logischerweise geringer für heimische Rohstoffe, die keine langen Lieferwege benötigen, sowie Recyclingmaterial. Erreicht werden soll das Ziel einmal durch präzise Festsetzungen im Bebauungsplan sowie durch intensive Beratungen durch Fachleute, die den Bebauungsplan-Entwurf erstellen werden.

Um eventuelle Mehrkosten aufzufangen, legt RWE Power für das Seeviertel ein Förderprogramm analog zu dem für die Neue Mitte in Niederzier auf, wie Achim Lückoff, Leiter Liegenschaftsentwicklung, erläuterte.

Verschiedene Lebenssituationen

Modern und zukunftsfest Bauen bedeutet auch, eine flexible Bewohnbarkeit der Häuser herzustellen, die sich den wandelnden Ansprüchen in verschiedenen Lebenssituationen anpassen. So muss ein Grundriss für eine Familie mit Kleinkindern auch für das gemeinsame Wohnen mit Jugendlichen und ihren Freizeitbedürfnissen taugen. Und für die Zeit danach, wenn die Kinder aus dem Haus sind, die Eltern sich dem Rentenalter nähern und vielleicht nicht mehr so mobil sind.

„Gemeinsam sollen mit den zukünftigen Bauherren Grundrisse und Bautypen entwickelt werden, die sich mit einfachen Umbauten ändern, trennen oder wieder verbinden lassen“, beschreibt Regina Dechering das Anforderungsprofil für die Interessenten, die an der Info-Veranstaltung am Donnerstag teilnehmen sollten. Interessenten werden gebeten, ihre Teilnahme anzumelden unter Telefon 02465/3941 oder E-Mail: info@inden-seeviertel.de.

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