Modellflieger trainieren auch in der Halle

Von: tob
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Eher Männersache: Von den 105 Mitgliedern des Modellflugclubs Eschweiler sind 100 Mitglieder Männer. Auch in der Halle bleiben die Männer meistens unter sich. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. „Dafür muss man schon ein bisschen bekloppt sein.“ Das zumindest sagt Frank Portheine über sein eigenes Hobby. Portheine ist Vorsitzender des Modellflugclubs Eschweiler. Den Verein gibt es seit 1978, den Modellflugplatz im Feld – drücken wir es mal ungeografisch aus – hinter Kinzweiler kennen viele. Was die wenigsten aber wissen: Der Verein bietet auch sogenanntes Hallenfliegen an.

Jeden Mittwoch haben Hobbypiloten in der Sporthalle Eschweiler-Ost (Eichendorffhalle) von 20 bis 22 Uhr die Möglichkeit, ihr Können weiter zu verfeinern.

Für den Laien sieht es auf den ersten Blick nicht zwingend spannend aus. Da steht zum Beispiel Carsten Buchloh mit der Fernsteuerung in der Hand. Gebannt blickt er in die Luft zwei Meter vor ihm. Dort schwebt ein nur wenige Zentimeter großer Hubschrauber. Die Illusion, dass dies leicht ist, nimmt Portheine gleich. „Einen Hubschrauber schweben zu lassen, ist schon sehr schwierig“, sagt er. Als Buchloh dann wenig später beginnt, den kleinen, nur 50 Gramm schweren Helikopter zu atemberaubenden Manövern zu steuern, ist die Illusion ganz dahin.

Hubschrauber sind im Modellflug ganz klar auf dem Vormarsch. Auch an diesem Mittwochabend sind sie in der Mehrzahl.

Die klassischen Segler gibt es natürlich auch noch. Hannes Kolks hat zum Beispiel einen. Er trainiert gerade für die Deutschen Meisterschaften, die in zwei Wochen in der Nähe von Stuttgart stattfinden. Sein Flieger wiegt gerade einmal 100 Gramm. „Vom Materialwert her, hat der Flieger zehn Euro gekostet“, sagt Kolks. „Diese Größe wog vor einigen Jahren noch 400 Gramm“, sagt Portheine zu der Entwicklung. Unzählige Stunden hat Kolks investiert und viel getüftelt.

So hat er drei Millimeter dickes Material auf 0,8 Millimeter geschnitten, um noch einige Gramm zu sparen. 160 bis 170 Flugstunden sind im Jahr 2012 zusammengekommen. Wenn Hannes Kolks seinen Segler schweben lässt, braucht er fast die gesamte Halle, um Figuren wie die kubanische Acht zu fliegen. Und das Fliegen ist alles andere als leicht. Vor allem, wenn der Flieger auf dem Rücken oder seitlich fliegt, muss der Pilot die nächsten Schritte im Blut haben. „Wenn man anfängt nachzudenken, ist es meistens schon zu spät“, erklärt Kolks. Wer dieses Hobby ausübt, kann entweder mit ein paar Euro Materialkosten auskommen. Nach oben sind jedoch fast keine Grenzen gesetzt. Grenzen gibt es allerdings in Sachen Gewicht. Mehr als ein Kilo darf kein Flieger in der Halle wiegen.

Seit 2004 ist der MFC einmal wöchentlich in der Halle an der Eichendorffstraße. Damals hat sich der Hausmeister das Spektakel erst einmal angesehen. In den Wintermonaten wird die Halle naturgemäß am stärksten genutzt, dann wird es mitunter recht eng. Aber es gibt auch Piloten, die das ganze Jahr über in die Halle gehen.

In die Halle gehen eher geübte Flieger. Ein Ausweichen noch oben oder zur Seite ist bei einem Fehler nicht möglich. Und Portheine weiß: „Die Wände kommen oft unglaublich schnell näher.“ Wie zum Beweis stürzt der Hubschrauber von Carsten Buchloh kurz darauf ab. Am mangelnden Training kann es nicht gelegen haben. Seit einem halben Jahr übt Buchloh täglich. Oder wie er es ausdrückt: „Der Virus hat mich infiziert.“

Es ist zwar noch ein bisschen Zeit, wer aber Interesse am Modellflug hat, kann sich den 27. April vormerken. Dann veranstaltet der MFC einen Tag der offenen Tür auf seinem Außengelände. Jeder, der möchte, kann das Hobby an diesem Samstag testen.

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