Mit wachem Auge Blutkrankheiten auf der Spur

Von: sh
Letzte Aktualisierung:
mikroskop3_
Ärzte aus dem In- und Ausland werfen beim Mikroskopierkurs am St.-Antonius-Hospital einen Blick auf Blutkrankheiten: Kursgründer Prof. Dr. Roland Fuchs (rechts), sein Nachfolger in Eschweiler, Dr. Michael Staib, und die einzige Eschweiler Teilnehmerin Kristin Wätzig. Foto: Herrmann

Eschweiler. Wenn Professor Dr. Roland Fuchs über „seinen” Mikroskopierkurs für Hämatologie spricht, dann leuchten seine Augen. Seit nunmehr 19 Jahren findet die national sowie im deutschsprachigen Ausland hoch angesehene einwöchige Veranstaltung statt. Immer am St.-Antonius-Hospital, immer im selben Lehrraum des Elisabethheims.

Auch wenn sich Professor Fuchs seit Anfang 2008 im Ruhestand befindet, lebt die von ihm etablierte Tradition der Mikroskopierkurse weiter. Und wenn man dem anerkannten Experten bei seinen engagierten Vorträgen zuhört, glaubt man kaum, dass sein Arztkittel offiziell seit über einem Jahr am Nagel hängt. Tatkräftig zur Seite steht ihm nun Dr. Michael Staib. Der Nachfolger von Professor Fuchs leitet als Chefarzt die Klinik für Hämatologie und Onkologie in Eschweiler.

Seit 1991 kamen nun wieder, traditionell zwei Wochen vor Ostern, 82 Ärzte aus dem In- und Ausland (Schweiz, Österreich, Georgien) nach Eschweiler, um von den Experten unterrichtet zu werden. In den ersten vier Tagen wurde Grundwissen zur Diagnostik von Blutkrankheiten im Blutausstrich und im Knochenmark mit Hilfe mikroskopischer Untersuchungstechniken vermittelt.

Dabei lernten die Teilnehmer an den 82 mit Mikroskopen ausgestatteten Arbeitsplätzen die verschiedenen Formen der Blutarmut zu erkennen und zu behandeln. „Hier kann man herkommen, ohne dass man große Vorkenntnisse über Blutkrankheiten als Arzt hat”, erklärt Roland Fuchs. Nach vier Tagen kompakter Wissensvermittlung erhalten die Ärzte im Anschluss an eine theoretische und praktische Prüfung schließlich ein Zertifikat.

„Mit dieser Auszeichnung ist man zwar noch nicht meisterlich, aber schon deutlich mehr als ein Geselle”, so Fuchs. Einzige Eschweiler Teilnehmerin im ersten Grundkurs war in diesem Jahr Kristin Wätzig, Assistenzärztin am St.-Antonius-Hospital.

Der zweite Teil des Seminars vermittelt spezielles Wissen für Ärzte, die bereits ausreichend Grundkenntnisse in der mikroskopischen Arbeit haben. Dafür stand eine Sammlung von 600 Ausstrichpräparaten zur Verfügung, deren Bestand im Jahr 2008 um mehr als 30 Präparate erneuert wurde.

„Aus allen Teilen Deutschlands erhalten wir die Präparate, haben so die unterschiedlichsten Blutkrankheiten in unserer Sammlung”, lobt Dr. Michael Staib die außergewöhnliche Qualität der Weiterbildung in Eschweiler. Dazu trägt auch das stets auf den neuesten Stand des Wissens gebrachte 590-seitige Fachbuch bei, das jedes Jahr extra für den Mikroskopierkurs aufgelegt wird.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert