Mit Lötkolben entstehen plastische Notizen

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Eschweiler. Der Bildhauer André Schweers wird von der Galerie Art Engert nun seit fünf Jahren in seinem künstlerischen Schaffen begleitet. 2005 präsentierte er sich in der Galerie in Eschweiler erstmals in einer Einzelausstellung, jetzt zeigt er wieder seine Werke.

André Schweers, geboren 1963 in Mülheim an der Ruhr, studierte an der Uni Duisburg Kunst und Geographie sowie Bildhauerei bei Kurt Sandweg. Von 1989 bis 1991 leitete er die Papierwerkstatt im Fachbereich Kunst der Uni Duisburg und arbeitete an archäologischen Ausgrabungsstätten in Italien, Griechenland, der Türkei und Frankreich. Seit 1992 ist er als freier Künstler tätig. Seit 1993 ist er regelmäßig mit Arbeiten auf der Großen Kunstausstellung NRW vertreten. Er hat an Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen darunter auch auf der Miami Art, USA.

Eine Vielzahl seiner Arbeiten finden wir in Sammlungen und im öffentlichen Raum. André Schweers ist ein Bildhauer, der seine Plastiken mit dem Werkstoff Papier formt, so wie andere Bildhauer sich der Bronze oder des Marmors als Werkstoff bedienen. Der Künstler beschreibt seine Arbeitsergebnisse so: „Im klassischen Sinne ist es ein Relief, allerdings modelliere ich nicht, sondern ich gieße das ab, was ich vorbereitet habe - nämlich die Zeichnung mit einem Lötkolben in Styropor. Dafür finde ich den Begriff ,plastische Aufzeichnung sehr treffend, weil er alle Arbeitsschritte bis zur fertiggestellten Arbeit umfasst.”

„Notate” nennt der Künstler seine Ausstellung in der Galerie Engert. Übersetzen können wir es mit „Geschriebenem”, „schriftlich Verbrieftem”, „Aufgezeichnetem”. André Schweers, der Bildhauer, formt in - nicht auf dem - Papier seine Sicht der ihn umgebenden Welt. Die von ihm entwickelten Strukturen erscheinen auf dem Papier oft als plastische Linien und geben dann als Bilder menschlicher Gedanken Auskunft über Taten der Vergangenheit und Pläne für die Zukunft.

Das Einritzen von Figuren in die Negativform, das ganz banale Herstellen von Linien, hat eine Jahrtausende alte Tradition, auf die er mit den Titeln seiner Werkgruppen verweist, die man mit Wege, Pfade oder Spuren übersetzten könnte. André Schweers: „Die Spuren, die Menschen in der Landschaft hinterlassen, haben eben auch etwas von Narben.” Manches erweckt Assoziationen an Reliefs aus dem Altertum, archaisch in der Aussage.

Die Ausstellung läuft von Sonntag, 8. März, bis Sonntag, 26. April. Zur Vernissage am 8. März, 17 Uhr lädt die Galerie alle Kunstinteressierten ein. Die Einführung spricht Dr. Marion Bornscheuer, Kunsthistorikerin am Wilhelm-Lehmbruck-Museum in Duisburg. Die Galerie ist mittwochs, donnerstags und freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr geöffnet.
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