Mit Gewichtsabnahme hat Fasten nur wenig zu tun

Von: Sonja Essers
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Eschweiler. Nach Karneval ist vor Ostern. Und was findet vor den Feiertagen, die man gerne mit gutem Essen im Kreis der Familie verbringt, statt? Richtig: die Fastenzeit. Doch was versteht man eigentlich unter der Fastenzeit?

Sie hat folgenden Hintergrund: 40 Tage lang sollen Christen sich im Verzicht üben und das Fasten und Beten in den Vordergrund stellen, um sich so auf Ostern vorzubereiten. Worauf man verzichten sollte, ist jedem selbst überlassen. In der römisch-katholischen Kirche wird die Fastenzeit auch österliche Bußzeit genannt. Was viele nicht wissen: Auch vor Weihnachten gab es in der westlichen Kirche ursprünglich eine 40-tägige Bußzeit, den Advent.

Warum dauert die Fastenzeit 40 Tage? Diese Tatsache geht auf die Bibel zurück. Schließlich fastete auch Jesus 40 Tage lang bei seinem Gang durch die Wüste. Die Zahl 40 hat in der Heiligen Schrift jedoch mehrere Bedeutungen. 40 Tage lang dauerte die Sintflut, 40 Jahre wanderte das Volk Israel durch die Wüste.

Aber ist Fasten in unserer heutigen Zeit überhaupt noch aktuell? Wer fastet, worauf können die Indestädter am ehesten verzichten und worauf sollte man beim Fasten achten? Dr. Jürgen Kaußen ist Internist in der Indestadt und hat seit 16 Jahren eine Praxis an der Dürener Straße. Bei seinen Patienten spielt das Thema Fasten allerdings keine große Rolle. „Mir gegenüber hat schon ewig kein Mensch mehr das Thema Fasten angesprochen“, sagt er und beginnt zu lachen. „Ich denke nicht, dass das noch weit verbreitet ist.“

Doch woran könnte das liegen? Kaußen hat dafür eine Vermutung: „Ich glaube, dass das Fasten ein sehr persönliches Thema ist. Manche verzichten während dieser Zeit auf Nutella und andere verzichten auf den Alkohol, den sie zu Karneval vielleicht im Übermaß konsumiert haben“, sagt der Allgemeinmediziner und fügt hinzu: „Das sind aber Dinge, die die Menschen mit sich selbst ausmachen. Dafür sprechen sie dann nicht unbedingt mich an.“

Auch mit Abnehmen habe das Thema Fasten wenig zu tun, stellt der Allgemeinmediziner klar. Schließlich habe das Fasten religiöse Hintergründe, beim Abnehmen wiederum stehe die Gesundheit der Patienten im Vordergrund. „Beim Fasten verzichtet man zwar auf etwas, aber wer wirklich abnehmen will, der tut das nicht, weil er auf etwas verzichten möchte, sondern weil er sein Gewicht langfristig reduzieren will“, sagt Kaußen.

Welchen Rat gibt der Internist Menschen, die nun 40 Tage lang Fasten möchten? Trotz und alledem solle auf seine Ernährung achten, meint er. Denn auch, wenn man auf etwas verzichtet, sollte man sich gesund und ausgewogen ernähren.

Mit dem Thema Heilfasten kennt er sich allerdings nicht besonders gut aus. „Das fällt in den homöopathischen Bereich, aber ich bin kein homöopathischer Mediziner“, sagt er und verweist seine Patienten in diesen Fällen an geeignete Kollegen.

Das Heilfasten ist allerdings eine Form des nicht religiösen Fastens und kann mehrere Motive haben. Es wird entweder zur Entschlackung und Regeneration des Körpers oder zur seelischen Reinigung betrieben. Bei dieser Art des Fastens nimmt man meist nur Suppen oder Säfte zu sich.

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