Mit drei Mal Alaaf gegen die Finanzkrise

Von: Irmgard Röhseler
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Einen dreifachen Tusch für die Narrenhochburg Eschweiler : Uber rückläufige Besucherzahlen beklagen sich nur wenige der insgesamt 22 Karnevalsgesellschaften. Foto: Röhseler

Eschweiler. Wollen wir doch mal ehrlich sein: Früher war der Besuch einer Sitzung noch ein gesellschaftliches Ereignis. Heute droht der Karneval in der Vielzahl der Angebote unterzugehen. Kein Tag ohne Witz und Klamauk im Fernsehen und Radio.

Vor dem ersten Tusch werden die Menschen von täglichen Pointensalven attackiert.

Die Folge: Immer mehr Karnevalsgesellschaften beklagen rückläufige Besucherzahlen bei ihren närrischen Sitzungen. Während vor vielen Jahren die Säle noch aus allen Nähten platzten, müssen sich die Vereine heutzutage ordentlich ins Zeug legen. Über ein „ausverkauftes Haus” dürfen sich die wenigsten freuen.

Wir wollten wissen, wie die närrische Sitzungslage in der Indestadt aussieht und fragten bei einigen Präsidenten nach.

Komitee-Präsident Norbert Weiland, der auch Präsident der KG Lustige Reserve ist, freut sich in diesem Jahr jedenfalls über ein restlos ausverkauftes Haus bei der Kostümsitzung seiner Gesellschaft: „Das haben wir - zumindet in den 38 Jahren meiner Präsidentschaft - noch nicht gehabt. Doch grundsätzlich ist es bei allen Vereinen immer ein Auf und Ab. Mal hat die eine Gesellschaft den Saal voll, im nächsten Jahr eine andere.” Natürlich spiele der finazielle Faktor auch eine große Rolle, wenn die Stühle unbesetzt bleiben: „Dabei liegen nicht die Eintrittspreise - die im Schnitt 13 Euro betragen - den Leuten schwer im Magen, sondern die Kosten des Verzehrs.”

Vor 20 Jahren feierte die KG Narrengarde Dürwiß noch drei Sitzungen, seit fünf Jahren sind es zwei. „Diese sind allerdings sehr gut besucht”, freut sich Präsident Patrick Nowicki. Rechnet man den Damennachmittag hinzu, so verfolgen fast 2000 Gäste die Programme in der Dürwisser Festhalle. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es wichtig, dass Karneval bezahlbar bleibe, so Nowicki. „Also muss sich die Eischwiele Fastelovend auf ihre Stärken besinnen - und das sind nicht die teuren Profis aus Köln und Düsseldorf, sondern die ehrenamtlich tätigen Fastelovendjecke aus der Stadt, die mit Herz und nicht nur mit dem Portemonnaie bei der Sache sind.”

„Wir sind mit dem âStatus quoÔ eigentlich zufrieden. Natürlich hat man mal zehn Besucher mehr oder weniger”, meint Heinz-Michael Raby, Präsident der KG Ulk Oberröthgen. Natürlich sitze das Geld nicht mehr so locker, aber der 81-jährige Oberröthgener Verein kann nicht meckern: „Wir haben ein sehr familiäres Publikum, das uns die Treue hält. Lediglich unsere Damensitzung und unsere Sitzung am Karnevalssamstag zeigen rückläufige Besucherzahlen. Daran müssen wir arbeiten.”

Nach wie vor glücklich ist auch die KG Blaue-Funken-Artillerie Eschweiler. „Eine Tendenz der rückläufigen Besucherzahlen ist bei uns nicht festzustellen”, bestätigt Blaue-Funken-Vorsitzender Franz-Josef Dittrich. „Unsere Sitzung findet erst in zwei Wochen statt und ist schon jetzt bis auf zwei Plätze ausverkauft. Das heißt: wir dürfen in diesem Jahr 420 Gäste begrüßen. Natürlich kann das nächstes Jahr wieder anders aussehen. Und zugegebenermaßen haben auch wir schon Zeiten gehabt, in denen wir um jede verkaufte Karte gekämpft haben. Aber im Moment sind wir zufrieden.”

Und man mag es kaum glauben, aber es ist wahr: die KG Nothberger Burgwache erhöhte wegen der großen Nachfrage die Kapazität ihres Festzeltes . „Wir mussten in der Tat vor zwei Jahren anbauen, um die Gäste unterzubringen”, freut sich Burgwache-Vorsitzender Walter Brandt. Wir dürfen uns also auch in diesem Jahr bei unseren beiden großen Sitzungen über rund 960 Besucher freuen.”
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