Mit dem neuen Kita-Jahr steigen die Beiträge deutlich

Von: pan
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Eschweiler. In etwas mehr als zwei Wochen beginnt das neue Kindergartenjahr auch in Eschweiler. Für manche Eltern in der Indestadt bedeutet dies vor allem eins: Sie müssen tiefer in die Tasche greifen.

Vor mehr als einem Jahr fasste der Stadtrat den Beschluss, die Beiträge für Kindergarten und Ganztagsbetreuung in Grundschulen „anzupassen“, wie es hieß. In der Summe bedeutet dies einen Beitragsanstieg um bis zu 60 Prozent.

Zugegeben, die stärkste Erhöhung trifft die oberste Gehaltsklasse. Haushalte, die über ein Bruttoeinkommen von über 96.000 Euro im Jahr verfügen, müssen ab dem 1. August statt der bisher 210 Euro im Monat dann 335 Euro für eine 35-Stunden-Betreuung zahlen. Aber auch niedrigere Einkommen werden zur Kasse gebeten: Bei einem Bruttojahreseinkommen zwischen 18.000 und 25.000 Euro sind bisher 28 Euro im Monat zu bezahlen, wenn man sein Kind in einem Kindergarten für 35 Stunden unterbringen will. Im neuen Kindergartenjahr sind für die gleiche Betreuung 40 Euro fällig. Dies ergibt eine satte Erhöhung von über 40 Prozent.

Einige Eltern sind über diese Beiträge zunehmend erbost. Ihre Einwände kommen reichlich spät, wohl zu spät, denn der Beschluss fiel schon im vergangenen Jahr und ist inzwischen rechtskräftig. Der Stadtrat beschloss die Beitragssatzung mehrheitlich, lediglich die FDP, die UWG und Pirat Rudi Lennartz stimmten am 17. Juni des vergangenen Jahres dagegen. Anschließend wurde der Beschluss per Amtsblatt veröffentlicht. Dennoch fühlen sich einige Familien schlecht informiert.

Schlecht informiert?

„In unserer Einrichtung hing vor Wochen ein Zettel aus, da hätte man zufällig drauf gucken müssen, um ihn zu entdecken“, berichtet ein Vater. Die Kritik einiger Eltern richtet sich auch an die Einrichtungen, die darüber nicht informiert hätten. Auch dort fragten sie nach. Dies sei Sache der Stadtverwaltung, die die Beiträge einzieht, soll es als Antwort geheißen haben. In manchen Kitas wurden allerdings Schreiben ausgehängt. Von „moderaten Erhöhungen“ war dort die Rede. „Anstiege von 20 Prozent und mehr können jedoch nicht als moderat bezeichnet werden“, teilt eine Mutter mit.

In einem Punkt sind sich die Eltern einig: Erhöhungen sollen nach Möglichkeit sozial abgefedert werden, was bedeutet, dass höhere Einkommensgruppen die schwerere Last tragen. „Aber dies darf nicht dazu führen, dass die Beiträge dermaßen steigen und dennoch die niedrigen Einkommen belastet werden“, meint ein Vater. Man müsse grundsätzlich darüber nachdenken, wie man Familien mit Kindern in der Stadt unterstützen wolle.

Politisch gewollt ist diese Beitragsdiskussion nicht. Im Wahlprogramm der SPD steht nach wie vor der beitragsfreie Besuch eines Kindergartens auf der Wunschliste, derzeit muss man nur für das letzte Kita-Jahr nichts zahlen. Allerdings machte die Stadtverwaltung schon bei der Ratssitzung vor einem Jahr unmissverständlich deutlich, dass dafür kein Geld in der Stadtkasse ist.

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