Eschweiler - Mit dem Aus der Kita sollen die Bagger anrollen

Mit dem Aus der Kita sollen die Bagger anrollen

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Das geplante Baugebiet zwischen Schillerstraße (links) und Weisweilerstraße in Dürwiß. Letztere sorgte wegen des hohen Verkehrsaufkommen für politische Diskussionen. Foto: Günter Paulsen

Eschweiler. Zwischen Weisweiler- und Schillerstraße in Dürwiß sollen weitere Wohnhäuser entstehen. Diese Pläne will ein indestädtischer Investor umsetzen – und sie sind nicht neu. Als der Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten stieg, gab es vor einigen Jahren schon einmal Überlegungen, das Grundstück zu erschließen und zu bebauen. Es scheiterte auch am Veto der Nachbarn und der Notwendigkeit des dortigen Kindergartens.

Mit dem Bau der neuen Kita auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule ist der Weg für das Gebiet wieder frei.

Das Areal soll von beiden Seiten erschlossen werden. Nach aktuellen Plänen sind bis zu 38 Wohneinheiten möglich, wobei an der Schillerstraße ein dreigeschossiger Bau entstehen soll, in dessen Erdgeschoss eine Tagespflegeeinrichtung geplant ist. Im Inneren sind Einzel- und Doppelhäuser mit maximal zwei Geschossen vorgesehen.

Allerdings können für das Vorhaben nicht sofort die Bagger anrollen, da die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Der derzeit gültige Bebauungsplan sieht eine Erweiterungsfläche für die evangelischen Kirchengemeinde vor. Deswegen leitet die Stadt nun ein formelles Verfahren ein, bei dem sich auch Anwohner zu Wort melden können.

Das Baugebiet wird im Süden über die Weisweilerstraße erschlossen, die sich zu einer stark frequentierten Achse zum Autobahnanschluss entwickelt hat. Dies hat die CDU auf den Plan gerufen, die im vergangenen Dezember dort Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung forderte. Daran war auch der Wunsch nach einer Machbarkeitsstudie für eine südliche Umgehungsstraße entlang der Autobahn geknüpft. Dieser Antrag wurde bereits ausgebremst: Dies sei eine überörtliche Straße, die Stadt Eschweiler also nicht zuständig, hieß es.

Inzwischen liegen auch Ergebnisse der Verkehrsuntersuchungen an der Weisweilerstraße vor. Sowohl die Städteregion, als auch die Polizei kommen zu der Überzeugung, dass es sich bei der Weisweilerstraße nicht um einen Gefahrenschwerpunkt handelt. Die Polizei teilte mit, dass es dort innerhalb von drei Jahren lediglich zu einem Unfall mit einem leicht verletzten Fahrradfahrer gekommen sei. Aus polizeilicher Sicht gebe es „keine Notwendigkeit einer anderen Verkehrsgestaltung, auch nicht einer zusätzlichen Beschilderung“, heißt es in dem Schreiben.

Konkrete Zahlen liegen auch vor: Die Polizei überprüfte auf der Weisweilerstraße zwischen Februar und November des vergangenen Jahres 16 Mal die Geschwindigkeit. Dabei wurden 216 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Detaillierter wird die Städteregion, die ebenfalls Radarkontrollen dort vornahm.

Das Ergebnis: 5,1 Prozent der Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs. Laut Städteregion seien allerdings mindestens 15 Prozent erforderlich, um von einem Gefahrenschwerpunkt zu sprechen. Dort gilt Tempo 30. In einem Fall wurde ein Fahrzeug mit über 65 Stundenkilometern gemessen. 41 Bußgelder und 1253 Verwarnungsgelder ausgesprochen.

Bei den Geschwindigkeitsmessungen wurde jedoch deutlich, dass die Weisweilestraße stark befahren wird. In Fahrtrichtung Autobahnzubringer wurden in einer Woche 13268 Durchfahrten gezählt, in Fahrtrichtung Gasthausstraße registrierten die Behörden in der Summe 12617 Fahrzeuge. Dies ist ein hoher Wert für eine innerörtliche Straße.

12.288 Quadratmeter Fläche

Mit dem neuen Baugebiet an der Schillerstraße dürfte das ein oder andere Fahrzeug hinzukommen. Das Plangebiet des Bebauungsplans 292 umfasst insgesamt 12.288 Quadratmeter. Es enthält unter anderem die Kreuzkirche und das evangelische Gemeindezentrum an der Konrad-Adenauer-Straße. Derzeit ist vorgesehen, auch die noch freie Fläche neben dem Gotteshaus zu bebauung.

Die einzelnen derzeit geplanten Grundstücksgrößen im Vorentwurf betragen zwischen 258 und 807 Quadratmeter. Der Baumbestand dort soll erhalten bleiben. Bei der Erschließung muss die Eschweiler Stadtverwaltung ebenso wenig zahlen wie bei dem Erstellen eventuell erforderlicher Gutachten. Der Eschweiler Investor hat verkündet, die Kosten dafür zu übernehmen.

Läuft das Bebauungsplanverfahren glatt, dann können spätestens in 2019 die Bagger an der Schillerstraße anrollen.

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