Millionen für marode Einkaufsmeile

Von: Patrick Nowicki
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Das Rathaus (1) mit dem angrenzenden City-Center (2), der Hertie-Immobilie (3) und dem Parkhaus (4): Ein Berliner Investor will Wohnhäuser und Einzelhandelsgeschäfte kombinieren. Heute muss der Rat entscheiden, ob die Stadt aufs Vorkaufsrecht fürs City-Center verzichtet. Foto: Paulsen

Eschweiler. Leerstände, Vandalismus, Müll – das City-Center mit dem Parkhaus und die Hertie-Immobilie haben sich von einem pulsierenden Einkaufsmagneten zur trostlosen Betonlandschaft entwickelt. Der Stadtrat wird heute die Weichen für eine möglicherweise bessere Zukunft stellen.

Die Stadt soll offiziell auf das Vorkaufsrecht für das City-Center verzichten und damit den Weg für einen Berliner Investoren freimachen, der das gesamte Gebiet am Rathaus erwerben und entwickeln möchte.

Noch hüllen sich die Stadtverwaltung und die Estama, die Eigentümer-Gesellschaft des City-Centers, in Schweigen. Der Technische Beigeordnete Hermann Gödde hat in jüngster Vergangenheit immer betont, dass es Interessenten gebe und Gespräche stattfänden, aber spruchreif sei nichts. Inzwischen ist zumindest im Fall von City-Center und Parkhaus Einigung erzielt. Nach Informationen unserer Zeitung zahlt der Investor einen einstelligen Millionenbetrag. Darin ist die leerstehende Hertie-Immobilie allerdings nicht enthalten. Aber auch mit der Eigentümer-Gesellschaft dieses Gebäudes laufen die Verhandlungen, sie sind aber schwierig, weil es sich um einen international tätigen Immobilienfonds handelt. Die Beteiligten hoffen, im Frühjahr Einigung erzielen zu können.

Bis die Bagger anrollen, wird es jedoch noch dauern. Der Berliner Investor plant, dort Einzelhandel und Wohnungen in einer mehrgeschossigen Bauweise miteinander zu kombinieren. Dies lässt der Bebauungsplan derzeit aber nicht zu. Ein Änderungsverfahren dauert in der Regel mindestens ein Jahr, vorausgesetzt, es gibt gegen die Pläne keine erheblichen Bedenken und der Stadtrat stimmt dem zu. Es ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass die Kommunalpolitiker gegen das Vorhaben stimmen.

Seit März 2009 ist das Hertie-Gebäude verwaist. Mit dem Aus des Kaufhauses begann auch das Sterben des City-Centers. Derzeit ist nicht einmal die Hälfte der Geschäftseinheiten belegt. Es fehlt der Publikumsmagnet. Die Schlecker-Pleite sorgte für einen weiteren Leerstand.

Das Konzept des großen Kaufhauses in der Innenstadt hat offensichtlich ausgedient. Auch aus diesem Grund will der Berliner Investor die dort bestehenden Gebäude abreißen und neue errichten. Details zu den Plänen sind noch nicht bekannt.

In der Vergangenheit hat die Hertie-Immobilie immer wieder für Aufsehen gesorgt, weil die Grundbesitzabgaben an die Stadt immer spät bezahlt wurden. So wurde immer wieder ein Termin für die Zwangsversteigerung des Gebäudes bekannt. Zum Verkauf kam es jedoch nie, weil immer kurz zuvor die Summe gezahlt wurde. Die CDU hatte noch im Frühjahr angeregt, das marode Gebäude als Schrott-Immobilie zu deklarieren, damit die Stadt es erwerben kann. Dieser Vorschlag ist jedoch abgelehnt worden. Die Stadtverwaltung hatte zudem rechtliche Bedenken, ob eine solche Einstufung möglich ist.

Solche Probleme gab es beim City-Center nicht. Für das Center ist die Estama mit Hauptsitz in Berlin Ansprechpartner. Auf der eigenen Homepage im Internet gibt das Unternehmen an, für mehr als 640 Immobilien mit 2,1 Millionen Quadratmetern Mietfläche verantwortlich zu sein. Die mehr als 3100 Mietverträge würden eine jährliche Mieteinnahme von über 250 Millionen Euro ergeben, heißt es dort.

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