Eschweiler/Nordeifel - Milchbauern kehren der Genossenschaft den Rücken

Milchbauern kehren der Genossenschaft den Rücken

Von: ess/-th
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Der Streit um den Milchpreis geht auch im neuen Jahr weiter. Einige Milchviehhalter aus der Nordeifel wollen jetzt der MUH den Rücken kehren. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Eschweiler/Nordeifel. Das Tischtuch ist zerschnitten. Jetzt haben einige Landwirte die Konsequenzen gezogen und der MUH, der Milch-Union Hocheifel, den Rücken gekehrt und ihre Genossenschaftsanteile zurückverlangt.

Als „traurig” bezeichnet es Manfred Graff, Vorstandsvorsitzender der MUH, wenn Kollegen, die das in Pronsfeld ansässige Unternehmen mit aufgebaut haben, „jetzt gehen”.

Aber er findet es andererseits auch „konsequent” und „besser für die Molkerei”, denn die Landwirte, allesamt Mitglieder des BDM, des Bundes Deutscher Milchviehhalter, hätten mit ihren Aktionen in jüngerer Vergangenheit der MUH eher geschadet als genutzt. Sie hätten Milch auf Feldern verschüttet, Tanklastzüge blockiert und „vor zwei Jahren das ganze Unternehmen lahmgelegt”.

Etwa 70 bis 80 Betriebe im gesamten Geschäftsbereich der MUH, an die auch Eschweiler Landwirte liefern, verlassen laut Manfred Graff jedes Jahr die genossenschaftliche Molkerei, weil sie die Landwirtschaft einstellen. Die „einigen wenigen Austritte” um die Jahreswende seien allerdings ungewöhnlich, wobei der MUH-Vorstandsvorsitzende Kritik an der Geschäftspolitik des Unternehmens, zum Beispiel am Investitionsrahmen für 2010, so nicht gelten lässt.

Dieser Investitionsrahmen in Höhe von 30 Millionen Euro diene unter anderem zum Bau einer neuen Produktionshalle, um sich mit „innovativen Produkten”, so Graff, neu am Markt zu positionieren.

Zu den Mitgliedern der Genossenschaft gehört auch Frank Tack vom Gut Eichenhof in Scherpenseel. „Das Genossenschaftsprinzip bedeutet, dass man eigentlich miteinander sprechen sollte”, übt er Kritik an den Abtrünnigen. „Die Problematik ist nicht von der MUH hergekommen. Der Handel gibt das Problem an die Molkereien weiter”, erklärt Tack die fatale Preisspirale nach unten.

Im Moment hat sich der Milchpreis etwas erholt, aber das ist im Winter, bei knapperem Angebot, so üblich. Die weitere Entwicklung bleibt ungewiss, in den Augen der Milchbauern auch, weil die Molkereien einen viel zu schweren Stand gegenüber den wenigen Handelsriesen haben, die die Preise diktieren.
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