Eschweiler - Mietshaus ohne Vermieter: Wasser wird nicht abgestellt

Mietshaus ohne Vermieter: Wasser wird nicht abgestellt

Von: Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
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In Eschweiler ist man zu einer gemeinsamen Lösung gekommen: Im Mietshaus, dessen Vermieter in einem niederländischen Gefängnis sitzt, soll das Wasser nicht abgestellt werden. Foto: Thomas Vogel

Eschweiler. Aufatmen in der Heinrich-Heine-Straße. Im Mehrfamilienhaus, dessen Besitzer laut Medienberichten in den Niederlanden im Gefängnis sitzt, wird das Wasser weiterfließen.

Darauf haben sich am Freitag Vertreter von Stadtverwaltung und Enwor sowie die Mieter bei einer Versammlung im Rathaus einigen können. Zuvor drohte der Hahn wegen ausbleibender Zahlungen und Außenstände beim Energieversorger Enwor ab April zu versiegen. Schon den nächsten Abschlag werden die Mieter nicht mehr an den Besitzer zahlen, sondern sammeln und direkt an die Enwor weiterleiten.

Daneben auch die Außenstände zu begleichen, sehen die Mieter aber nicht ein. „Wir haben unseren Abschlag mit der Miete ja schon gezahlt. Warum sollen wir doppelt bezahlen?“, sagte eine Mieterin.

Applaus im Rathaus

Auf der Suche nach einer Lösung des Problems zogen sich Jürgen Rombach, Leiter des Sozialamts, und Birgit Mallmann, Teamleiterin im Mahnwesen kurz zurück, um mögliche Optionen zu besprechen. Mit den Worten „Thema Wasser: Sie sehen mich lächeln. Die Stadt übernimmt das“, kehrte Rombach in den Saal im Rathaus zurück und erntete Applaus von den Mietern.

Einzelverträge mit den Mietern werde es aber nicht geben, erklärte Mallmann: „Vertragsnehmer ist und bleibt der Eigentümer, eine Mietergemeinschaft kann das in diesem Fall nicht werden.“ Wie es mit den Stromkosten weitergehe – es ist anzunehmen, dass auch der dafür zuständige Energieversorger EWV derzeit keine Zahlungen erhält – das müssen die Mieter ihrerseits klären.

Umzüge geplant

In dem Mehrparteienhaus in der Heinrich-Heine-Straße wohnen unter anderem Kunden des Jobcenters. Leistungsbezieher dürfen in der Regel nicht einfach umziehen, sondern brauchen eine Genehmigung der Behörde. Ob diese Regelung unter den besonderen Umständen im Fall Heinrich-Heine-Straße gelockert werden kann, will Rombach mit seinen Kollegen im Jobcenter besprechen. Einige Mieter gaben an, bereits auf der Suche nach einer neuen Wohnung zu sein.

Die Zwangsverwaltung ist indes laut Rombach zunächst nicht das Mittel der Wahl. Zwar habe der Besitzer Außenstände bei der Stadt, die seien aber noch recht niedrig. Das Geld könne sich die Stadt per Zwangspfändung der Konten des Vermieters holen.

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