Meterhohe Müllberge ärgern Anwohner

Letzte Aktualisierung:
Da hat wohl jemand nicht aufge
Da hat wohl jemand nicht aufgeräumt: Während den Modernisierungsmaßnahmen in den Häusern an der Gartenstraße ist mehr Bauschutt angefallen als erwartet. Um die Maßnahme nicht zu unterbrechen sei er vor den Häusern zwischengelagert worden, sagt ein Sprecher der Deutschen-Annington-Immobilien-Gruppe. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Ein Campingstuhl aus Plastik wirbelt über die Gartenstraße. Autofahrer bremsen ab, weichen aus und fahren vorsichtig weiter. Der Stuhl ist bei weitem nicht der einzige Abfall, der sich auf und an der Gartenstraße angesammelt hat.

Vor den Häusern der Deutschen-Annington-Immobilien-Gruppe (DAIG) sammeln sich seit Wochen Bauschutt und Sperrmüll. Es handelt sich dabei nicht um einen einzelnen kleinen Haufen. An der Gartenstraße stapelt sich der Müll entlang der Fassade dreier großer Mietshäuser teilweise meterhoch. Auch der Gebäudekomplex der Deutschen-Annington an der Eichendorffstraße präsentiert sich in keinem besseren Zustand. Stühle, Fernseher, alte Schränke und Gelbe Säcke liegen wild verstreut herum.

Den Anwohnern sind diese Zustände schon länger ein Dorn im Auge. Horst Fourné spaziert in der Gartenstraße an den Häusern regelmäßig mit seinem Hund vorbei. „Das sieht hier immer so aus”, sagt er. Michaela Kleinen wohnt im einen Einfamilienhaus an der Eichendorffstraße, das direkt an das dortige Gelände der Annington grenzt. „Der Müll ist hier immer wieder ein Thema”, bestätigt sie.

Rund sieben Millionen Euro investiert die DAIG im Raum Aachen in Modernisierungsmaßnahmen. Der Schwerpunkt der Investitionen in Höhe von vier Millionen Euro liegt in Eschweiler. Im Mittelpunkt steht dabei die energetische Sanierung. In den Gebäuden an der Gartenstraße wird unter anderem eine moderne Heizungsanlage installiert. Wärmeschutzverglasungen sowie die Dämmung der Fassaden und Kellerdecken sind weitere Schwerpunkte. Die Maßnahmen sollen je nach Wetterlage bis Ende Januar oder Anfang Februar abgeschlossen sein.

Offensichtlich haben die ausführenden Firmen den Bauschutt aber einfach vor den Häusern liegen lassen. Im Laufe der Zeit sind dann wohl einige Mieter dazu übergegangen, dort auch ihren Müll zu entsorgen.

Das ärgert insbesondere andere Mieter, die teilweise schon seit Jahrzehnten in den Gebäuden, die seinerzeit für die Arbeiter von Rheinbraun errichtet wurden, leben. „Früher hat hier einer nach dem anderen geguckt, sowas hat es in 40 Jahren noch nie gegeben”, sagt ein älterer Anwohner. Elisabeth Plum lebt seit 36 Jahren an der Gartenstraße. „Das ist eine Schweinerei, das gehört sich nicht”, schimpft sie. Karl Hesse wohnt dort seit 27 Jahren. Er spricht von einer „Schande”. „Seit die Annington hier ist, wird es immer doller”, sagt er. Unterstützung erhält er von seinem Nachbarn Wilhelm Eymael: „Zu Zeiten von Rheinbraun hätte es solche Zustände nicht gegeben, da hätte man längst eingeriffen.”

Die alteingessenen Mieter fühlen sich im Stich gelassen. Dabei hatte Hans-Joachim Härtling, Geschäftsbereichsleiter der Annington für die Gebäude im Bereich Ruhr/Rheinland, bei einem Pressetermin im November noch verkündet, dass die DAIG künftig mit eigenen Objektbetreuern, die direkte Ansprechpartner für die Mieter sein sollen, vor Ort sein werde. „Ein Hausmeister kennt eben seine Pappenheimer, und die Mieter wenden sich lieber an Peter oder Karlheinz gleich um die Ecke”, sagte Härtling damals. Solch ein Kümmerer identifiziere sich eher mit den Gebäuden und fühle sich persönlich verantwortlich. Ein Peter oder ein Karlheinz hat sich bei den Mietern bislang aber nicht vorgestellt. „Wir zahlen für den Hausmeister, es ist aber keiner da, es kümmert sich niemand”, sagen sie.

Die Stadt Eschweiler hat in der Sache wenig Spielraum, und sie ist auch gar nicht zuständig. Auf seinem Grundstück dürfe jeder lagern, was er will, solange keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bestehe, erklärt der Technische Beigeordnete Hermann Gödde. „Es ist nicht Aufgabe der WBE, den Müll der Annington zu entsorgen.” Notfalls werde die Stadt den Müll abtransportieren lassen und der Annington anschließend die Rechnung präsentieren, sagte Gödde. Das Ordnungsamt sei inzwischen tätig geworden und habe auf die unhaltbaren Zustände hingewiesen.

Den Sturm am Dienstag hat Gödde dann zum Anlass genommen, sich die Sache persönlich anzuschauen. Noch am selben Abend führte er Gespräche mit Verantwortlichen des Immobilienkonzerns und erhielt eine schriftliche Bestätigung, dass der Spermüll bis Mittwoch und der Bauschutt bis Donnerstag entsorgt werde.

Am Mittwoch war ein Zwei-Mann-Team mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Außerdem überwachte ein Mitarbeiter, der seit Montag für den Bereich Eschweiler verantortlich sein soll, die Arbeiten. Gödde hofft, dass sich das Unternehmen nun an seine schriftliche Zusage hält und den Unrat vollständig entfernt. Gleichzeitig ärgert er sich aber auch. „Es kann doch nicht sein, dass auf Beschwerden nicht reagiert wird und erst auf Druck der Stadt Bewegung in die Sache kommt.”

In der Tat sei im Rahmen der Modernisierungsmaßnahmen mehr Bauschutt angefallen als erwartet, sagt ein Sprecher der Deutschen Annington. Man habe die Maßnahme aber nicht unterbrechen wollen und den Schutt vor den Häusern zwischengelagert. Später sei dann der Sperrmüll einzelner Mieter hinzu gekommen. Als die Sache aufgefallen sei, habe man aber gleich reagiert. Ein neuer Hausmeister sei zum 1. Januar eingestellt worden. Er sei künftig in seinem Büro an der Eichendorffstraße 23 erreichbar.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert