Eschweiler - Messmarathon und Fuß-Parcours: Diabetes- und Gefäßtag im Rathaus

Messmarathon und Fuß-Parcours: Diabetes- und Gefäßtag im Rathaus

Von: vr
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Ein Tropfen Blut genügt, und
Ein Tropfen Blut genügt, und schon ist der Blutzuckerwert bekannt: die Mitarbeiter der Rathaus-Apotheke absolvierten beim Eschweiler Diabetes- und Gefäßtag einen Blutzucker-Messmarathon. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Er ist mit geschätzten acht Millionen Betroffenen nach wie vor die deutsche Volkskrankheit Nr. 1 und gleichzeitig gibt es kaum eine andere vergleichbare Erkrankung, die so früh, nämlich schon zehn Jahre vor ihrer Manifestation, vorhergesagt und so erfolgreich mit einfachen Lebensstiländerungen verhindert werden kann: der Typ-2- Diabetes.

Was sowohl Diabetes-Gefährdete als auch -Betroffene tun können, an wen sie sich wenden können und welche diagnostischen sowie therapeutischen Möglichkeiten es gibt, darüber gab es wieder viel beim Eschweiler Diabetes- und Gefäßtag am Samstag im Rathaus zu erfahren.

„Wenn man sieht, dass die jüngsten Typ-2-Diabetiker in den USA erst acht Jahre alt sind und auch hier bei uns die Zahl der jungen Diabetiker immer weiter steigt, dann passt der Begriff des Altersdiabetes nicht mehr”, weiß der Vorsitzende des Eschweiler Diabetiker-Vereins, Martin Katzenbach, dessen Team der Rathaus-Apotheke am Samstagvormittag einen wahren Blutzucker-Messmarathon absolvierte. Zahlreiche Interessierte machten vom Angebot, bereits vor dem offiziellen Beginn des 13. Diabetes- und Gefäßtages einen kostenlosen Früherkennungstest zu machen, reichlich Gebrauch.

Dass Diabetes eine vielschichtige Krankheit mit schweren Folgen für den gesamten Körper ist, zeigte bereits die Themenvielfalt der Vortragsreihe, die von Professor Dr. Uwe Janssens, Chefarzt der Inneren Medizin des St.-Antonius-Hospitals, moderiert wurde. Im Foyer des Rathauses informierten Dr. Rudolf Müller vom Euregio-Gefäß-Zentrum und Dr. Fabian Schmitz vom St.-Antonius-Hospital über spezielle, mögliche diabetische Folgeerscheinungen wie das Bauchaortenaneurysma und die koronare Herzerkrankung, während Orthopädin Dr. Marlies Plum-Schunk vom Orthopädie-Zentrum Eschweiler riet: „Achten Sie auf Ihre Füße!”. Das richtige Schuhwerk sei maßgebend zur Prävention des diabetischen Fußes, der Folge der Diabetes-assoziierten Minderdurchblutung und des entsprechend fehlenden Schmerzempfindens bei Wunden am Fuß, was wiederum zu weiteren entzündlichen Vorgängen und Ausweitung der Wunden führen kann. Wie sich ein Diabetiker mit verminderter Fußsensibilität fühlt, konnte am Samstag jeder Besu-cher des Fuß-Parcours nachempfinden.

Darüber hinaus boten das St.-Antonius-Hospital und der niedergelassene Internist Dr. Burkhard Bündgens eine Ultraschall-Untersuchung der Halsschlagader an, mit der die Gefäßwanddicke (Intima-Media-Messung) und sich eventuell abzeichnende Cholesterin-Ablagerungen, sogenannte Plaques, im Gefäß sichtbar gemacht werden, die bei entsprechender Größe und Aufreißen zum Gefäßverschluss und somit zum Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können. Cholesterin- und Blutdruck-Messungen, Information zu Insulin-Verabreichungssystemen, Fachliteratur und physiotherapeutische Angebote, die ganze Palette der therapeutischen Möglichkeiten des Diabetes und seiner Folgen waren am Samstag im Rathaus-Foyer vertreten, wozu selbstverständlich auch die Arzneimitteltherapie gehört, die gerade beim älteren Patienten nicht immer leicht ist, wie Apotheker Martin Katzenbach in seinem Fachvortrag erläuterte.

Doch das wichtigste und effektivste Mittel zur Vorbeugung wie zur Bekämpfung des Diabetes ist Bewegung. „Wir sind hier in Eschweiler optimal vernetzt, was die fachübergreifende Behandlung des Diabetes angeht, so dass niemand weite Wege in andere Städte auf sich nehmen muss”, weiß Dr. Marlies Plum-Schunk: „So bleibt genügend Zeit, um selbst aktiv zu werden und sich zu bewegen!”.

Nicht nur im Interesse der eigenen Gesundheit, sondern auch im Interesse der Volkswirtschaft, verursacht der Diabetes mit rund 30 Milliarden Euro doch bereits zehn Prozent der gesamten Ausgaben im deutschen Gesundheitssystem, rechnen die Experten vor.
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