Messerstecherei im Imbiss: 55-Jähriger in Haft, doch Motiv ist unklar

Von: Patrick Nowicki
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Bei einer Messerstecherei am Samstagabend in Eschweiler ist nach ersten Informationen ein Mensch getötet worden. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Das Drama ereignete sich in einem griechischen Restaurant in der Steinstraße. Foto: Ralf Roeger

Eschweiler. Die Puzzleteile sind fast beisammen, doch das entscheidende Stück fehlt noch: Was hat den 55-Jährigen am Samstag um kurz vor 22 Uhr dazu bewogen, zunächst mit einem Messer auf einen 39-Jährigen einzustechen und anschließend auch einen 45-Jährigen tötlich zu verletzten?

Der Mann, gegen den Haftbefehl wegen Totschlags und versuchten Totschlags erlassen wurde, schweigt. Er wurde am Montag vom Eschweiler Krankenhaus in das Justizvollzugskrankenhaus Fröndenberg gebracht.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls wegen Mordes und versuchten Mordes gestellt. Dem entsprach der Haftrichter nicht.

Der Imbiss, „Taverne Korinth” in der Steinstraße, in dem die Messerstecherei stattgefunden hat, bleibt bis auf weiteres geschlossen. Wie lange, das hängt von den polizeilichen Ermittlungen ab. Die unter Schock stehende Wirtsfamilie erfährt viel Zuspruch aus der Nachbarschaft.

Der Vater der Inhaberin war der Einzige, der sich bei der unerklärlichen Messerstecherei noch im Betrieb befand. „Die Männer haben an einem Tisch gesessen und gegessen”, berichtet er. Was gesprochen wurde, konnte er nicht verstehen, da ihre Unterhaltung auf Russisch stattfand, allerdings sei niemand laut geworden.

Der Wirt war nach eigenen Angaben im vorderen Bereich des Imbisses hinter der Glastheke, als der 55-Jährige offensichtlich mit einem über 20 Zentimeter langen Messer, das er sich im hinteren Bereich aus der Küche genommen hatte, zustach. „Ich habe nur gesehen, wie einer am Hals blutete”, sagt der Wirt. Als er wieder in den vorderen Bereich gegangen sei, um die Polizei zu rufen, sei wohl auch der 45-Jährige schwer am Hals verletzt worden. Ihn habe er gepackt und in den Flur nebenan gezogen. Dort habe er dann mit dem Handy den Notruf gewählt.

Als die Polizei eintraf, habe sich der mutmaßliche Messerstecher in der Küche befunden. Wie Oberstaatsanwalt Robert Deller bestätigte, hat er sich dort selbst verletzt, „allerdings nicht lebensgefährlich”. Der 39-Jährige habe sich bis auf den Gehweg geschleppt und sei dort zusammengebrochen. Während er sich nach wie vor im Klinikum Aachen befindet und nicht mehr in Lebensgefahr schwebt, starb der 45-Jährige noch am Samstagabend im Krankenwagen.

Die Polizei war übrigens auch von der Mieterin der Wohnung über dem Imbiss alarmiert worden. Sie hatte den schrecklichen Vorfall zum Teil durch die Scheibe des Ladens beobachten können, als sie nach Hause kam. Unmittelbare Zeugen des Streits gibt es nicht. Der Wirt teilte mit, dass „es nicht laut geworden ist”. Auch als der erste Mann am Hals geblutet habe, sei es ruhig geblieben.

Der Täter scheint gefasst zu sein, aber beim Motiv tappen die Ermittler weiter im Dunkeln. „Es gibt noch keine gesicherten Erkenntnisse, warum der Mann zugestochen hat”, so Oberstaatsanwalt Robert Deller. Der 55-Jährige sei in der Vergangenheit nicht aufgefallen. Aber entgegen der ursprünglichen Annahme, die drei Männer aus Eschweiler hätten sich nur weitläufig gekannt, steht jetzt fest, dass der mutmaßliche Täter und der 39-Jährige entfernt verwandt sind.

Er selbst machte keine Angaben zur Sache und will sich anwaltlich beraten lassen. Am Montag wurde er vom Eschweiler Krankenhaus in das Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg gebracht. Oberstaatsanwalt Robert Deller geht im Moment nicht davon aus, dass das Motiv schnell ans Licht kommt: „Es werden noch einige Tage vergehen.” Die Obduktion des Leichnams am Sonntag hat ergeben, dass der 45-Jährige an den Halsverletzungen gestorben ist. Die Blutuntersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Am Montag wurde der Wirt von der Polizei nochmal vernommen. Der Imbiss seiner Tochter ist nach wie vor versiegelt. Die Spurensicherung war auch am Sonntag nochmal vor Ort, um Material sicherzustellen.
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