Mensch und Hund: Vertrauen ist das A und O

Von: ag
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Ein eingespieltes Team: Hundetrainer Max Meier und seine Labradorhündin Nell. Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Die junge Labradorhündin prescht durch den Stadtwald als sei der Teufel hinter ihr. Kurz hebt sie die Nase, um Witterung aufzunehmen. Wenig später hat sie auch schon gefunden, was sie gesucht hat. Sofort rennt sie wieder los, um ihren Herrchen den Ledersack mit Reißverschluss zurück zu bringen. Zur Belohnung gibt es schließlich ein Leckerchen daraus.

Die einjährige „Nell” hat schon viel gelernt und hört aufs Wort. Die Leine ist eigentlich überflüssig. Max Meier hat sie trotzdem stets dabei, schließlich kennt sich nicht jeder so gut mit den Vierbeinern aus, und nicht jeder mag seine Partnerin mit der kalten Schnauze so wie er.

Der junge Mann ist Hundetrainer, oder wie er selber sagt „Coach für Menschen mit Hund”. Ob bei seinen Vorträgen oder im individuellen Training, für ihn steht stets die Beziehung zwischen Mensch und Tier im Vordergrund.

Nicht ohne Humor versucht er seinen Seminarteilnehmern und Zuhörern wie zuletzt im Talbahnhof die Konsequenzen ihres eigenen Handelns aus der Perspektive des Hundes deutlich zu machen. Das fängt schon beim Spielen im Garten an, wenn Herrchen auf der Liege döst und der Hund den Ball zum apportieren bringt.

„Dann bestimmt der Hund das Spiel, den Zeitpunkt und das Ende. Er testet, ob Herrchen noch funktioniert”, sagt Meier, der seine Ausbildung zum Hundetrainer bei Martin Rütter absolviert hat, der im TV bei Hundeliebhabern für Einschaltquoten sorgt. An Unterhaltungswert steht Meier ihm in nichts nach. Seit Jahren weiß der 33-Jährige als Kabarettist auf der Bühne zu überzeugen, und das merkt man auch seinen Vorträgen an.

Im Stadtwald treffen Meier und seine Nell auf andere Spaziergänger mit einem schwarz-braunen Mischling. Der nähert sich nur zögerlich, zieht ein wenig den Schwanz ein und will sich nur ungern von seiner Artgenossin beschnuppern lassen. „Das war ein unsicherer Kandidat”, sagt Meier später.

Die Probleme, mit denen er sich beschäftigt, haben oft ähnliche Ursachen. Meist geht es dabei um Angst, Jagdverhalten und Aggression. Insbesondere bei Angstverhalten sei eine gute Vertrauensbasis zwischen Mensch und Tier das A und O. „Der Hund muss begreifen, dass er diese Situationen nicht selber regeln muss, nach dem Motto: Herrchen macht das schon”, erklärt Meier.

Wie das aussehen kann, konnten die Besucher auch im Talbahnhof erleben. Nell ist eben immer dabei und weiß, was ihr Herrchen von ihr erwartet.
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