Eschweiler - Medizinforum: Therapien, mit denen geholfen werden kann

Medizinforum: Therapien, mit denen geholfen werden kann

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Eschweiler. „Wenn der Beckenboden schwächelt – was tun?“ ist das 50. Medizinforum unserer Zeitung überschrieben, das am Dienstag, 20. Juni, im Talbahnhof stattfindet. In Zusammenarbeit mit dem St.-Antonius-Hospital starten wir zum Jubiläum bereits um 15 Uhr Informationsstände. Das Forum unter der Leitung von Dr. Eberhardt Schneider beginnt um 16 Uhr.

„Wenn der Beckenboden schwächelt – was tun?“ lautet der Titel der Veranstaltung, die wie immer unter der bewährten Leitung von Dr. Eber­hardt Schneider steht. Besucher haben zudem die Möglichkeit, sich anonym über Hilfsmittel und therapeutische Möglichkeiten an Marktständen zu informieren (15 bis 16 Uhr). Im Anschluss, von 16 bis 18 Uhr, werden Impulsvorträge der Experten sowie eine interaktive Podiumsdiskussion stattfinden.

Und darum geht es: Inkontinenz, unwillkürlicher Urin- und/oder Stuhlverlust, ist ein sehr intimes und unangenehmes Problem. Deshalb trauen sich viele Betroffene nicht, mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. Stattdessen leiden sie lieber im Stillen und versuchen, irgendwie damit zurechtzukommen. Dabei gibt es eine Reihe wirksamer Therapien, den meisten Patienten kann damit gut geholfen werden.

Verschiedene Formen

Die Ursachen der Blasen- und Darmschwäche sowie der Senkungszustände sind sehr vielfältig, sie reichen von organischen Veränderungen (zum Beispiel nach einer Schwangerschaft), über Auswirkungen operativer Eingriffe (etwa nach Gebärmutterentfernung oder nach Eingriffen am Darm) bis hin zu neurologischen Problemen (Demenz, M. Parkinson, Schlaganfälle etc.) - um nur einige zu nennen.

Betrachtet man den unwillkürlichen Urinverlust, Harninkontinenz genannt, unterscheiden Fachärzte verschiedene Formen der Harninkontinenz. Die drei häufigsten sind die Belastungsinkontinenz (Urinverlust beim Husten, Lachen, Nießen etc.), Dranginkontinenz (Urinverlust bei plötzlich auftretendem, sehr starke, nicht beherrschbarem Harndrang) und eine Mischform aus den beiden erstgenannten, die sogenannte Mischinkontinenz.

Es ist sehr wichtig, dass der Facharzt herausfindet, um welche Form von Inkontinenz es sich handelt – zum einen, um der Ursache auf die Spur zu kommen, und zum anderen, um die individuell, auf den Patienten zugeschnittene, passende Therapieform zu finden. Denn alle drei Formen der Harninkontinenz werden unterschiedlich behandelt.

Eine fachmännische Untersuchung ist also die Voraussetzung für eine deutliche Besserung oder sogar Heilung der Harninkontinenz. Genauso verhält es sich mit der Stuhlinkontinenz und den verschiedenen Senkungszuständen des kleinen Beckens – erst erfolgt eine exakte Diagnostik und dann eine Therapieplanung, bei der auch der Schweregrad einer Inkontinenz/Senkung mitberücksichtigt werden muss.

Fachmännische Untersuchung: Im ersten Gespräch erkundigt sich der Facharzt zunächst nach den genauen Beschwerden, dazu gehören beispielsweise Angaben wie häufig der Betroffene Wasser lassen muss/Stuhlgang hat, wie groß die Urin-/Stuhlmengen sind, ob Schmerzen auftreten oder das Gefühl der unvollständigen Blasen-/Darmentleerung besteht, ob ein Druck-/Fremdkörpergefühl in der Scheide vorhanden ist.

Medikamente sind wichtig

Von Interesse ist auch die Krankengeschichte des Betroffenen – oft ergeben sich hieraus bereits erste Hinweise über die Ursache der Beschwerdesymptomatik. Ebenso wichtig sind die Medikamente, die meist wegen ganz anderer Beschwerden eingenommen werden, da manche Arzneimittel selbst eine Inkontinenz fördern können.

Eine körperliche Untersuchung ist meist notwendig, um den Spannungszustand der Schließmuskeln überprüfen zu können und beurteilen zu können, ob eine Senkung der Blase, der Gebärmutter oder des Enddarms oder eine Vergrößerung der Prostata vorliegt. Auch kann die Nervenfunktion so getestet werden. Zusätzliche Untersuchungen umfassen ein Trink- und Blasentagebuch, eine Urinuntersuchung sowie eine Ultraschalluntersuchung.

Biegsames Röhrchen

In manchen Fällen ist auch eine spezielle urodynamische Untersuchung notwendig, bei der der Arzt ein dünnes biegsames Röhrchen, Katheter genannt, in die Harnblase und den Enddarm einführt. So kann überprüft werden, ob eine Fehlfunktion der Blase vorliegt und der Harnfluss mitsamt der Beckenbodenfunktion beurteilt werden. Auch ist selten eine Spiegelung des Enddarms und der Harnblase notwendig.

Alle diagnostischen Maßnahmen sind ambulant durchführbar und werden im interdisziplinären Kontinenz- und Beckenbodenzentrum des St.-Antonius-Hospitals angeboten.

Unseren Lesern Rede und Antwort stehen beim Medizinforum zum Thema „Wenn der Beckenboden schwächelt – was tun?“ Professor Dr. Joachim Steffens, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie, Dr. Jennifer Kranz, Fachärztin für Urologie und Zentrumskoordinatorin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums, Dr. Gabriele Küpper, Chefärztin der Klinik für Frauenheilkunde, Gynäkologische Onkologie, Brustzentrum, Minimalinvasive Chirurgie, Kontinenz und Beckenbodenchirurgie, Shadan Mahmud, Fachärztin für Gynäkologie, Dr. Mario Dellanna, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral-, Minimalinvasive Chirurgie, Proktologie, Adipositaschirurgie, Dr. Nick Butz, Leitender Oberarzt der Allgemein-, Viszeral-, Minimalinvasive Chirurgie, Proktologie, Adipositaschirurgie, Dr. Roman Hiebl, Urologisches Zentrum Euregio, Praxis für Urologie, Eschweiler sowie Dr. Elisabeth Hodiamont, Gynäkologische Gemeinschaftspraxis, Eschweiler.

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