Medizinforum informiert über Umgang mit Allergien

Von: Irmgard Röhseler
Letzte Aktualisierung:
Allergie
Ein Expertenteam - viele verschiedene Meinungen: Das Thema Allergie führte zu einer kontroversen Diskussion im Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Die Haut juckt, die Augen brennen - wer an einer Allergie leidet, dem ist die Lebensfreude oft vergällt. 30 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Allergie, fünf Millionen alleine an Neurodermitis, zehn Prozent von ihnen an einer Kontaktallergie.

Die Ursache zu finden, ist oft ein jahrelanges „kriminalistisches Ermitteln”. Manchmal hilft aber auch „Kommissar Zufall”, dem „Übeltäter” - der das Leiden verursacht - auf die Schliche zu kommen.

Das 33. Medizinforum unserer Zeitung befasste sich am Dienstagabend im Talbahnhof mit dem Thema „Allergie - das richtige Management”. Dabei klärte eine bunte Expertenrunde aus Schulmedizinern, Heilpraktikern und einem Apotheker über Ursachen, Diagnosen und Therapien auf. Natürlich wieder unter der fachkundigen Leitung von Professor Dr. Carl-Johannes Schuster, Internist und Kardiologe.

Umfassende Informationen

Nach umfassenden und aufklärenden Referaten von Dr. Christian Breuer, Internist, Kardiologe und Allergologe am St.-Antonius-Hospital, Dr. Henning Lichtenstein, Dermatologe und Allergologe, Dr. Peter Gittner, HNO-Arzt und Allergologe, und Apotheker Martin Katzenbach über die Entstehung von Allergien, hatten die gut drei Dutzend Besucher Gelegenheit, Fragen zum Thema zu stellen.

Einhellig plädierten die Experten dafür, dass man der Allergie nur begegnen kann, wenn man den Verursacher dafür findet.

Über die Therapie-Möglichkeiten schieden sich am Dienstagabend allerdings die Geister. Während die Schulmedizin klassisch an den jeweiligen Fall herangeht - angefangen mit einem Arztgespräch, weiter mit Allergietestungen, Blutuntersuchungen, Lungenfunktionsprüfungen und schließlich sowohl der medikamentösen Behandlung als auch der Desensibilisierung der Symptome, wählt der Heilpraktiker andere Wege. Er favorisiert Körper, Geist und Seele eines Menschen als Ganzes zu sehen.

„Wer heilt, hat Recht.” Das ist ein Satz, der in der Homöopathie und im Naturheilverfahren sehr beliebt ist. Er überbrückt ein wenig das Unbehagen, das angesichts ungeklärter Wirkzusammenhänge bei einer alternativmedizinischen Heilung gelegentlich aufkommt. Darüber hinaus spaltete nicht zuletzt das Medikament Kortison das Podium am Dienstagabend.

Während auf homöopathischer Seite der „Vorwurf” überwog, das Medikament werde von Schulmedizinern zu häufig eingesetzt, hielten die Schulmediziner dagegen: „Kortison hat schon vielen Menschen, die einen Allergieschock erlitten, das Leben gerettet”, waren sich Professor Dr. Carl-Johannes Schuster, Dr. Christian Breuer, Dr. Peter Gittner und Dr. Henning Lichtenstein einig.

Manchmal hilft die Natur

Manchmal hilft aber auch die Natur bei Allergien. Davon sind zumindest Dr. Renate Pohlen, niedergelassene Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathin, und Heilpraktikerin Elisabeth Gieren überzeugt. Einem Medizinforumsbesucher, der schon seit Jahren an quälendem Juckreiz leidet, riet Elisabeth Gieren zu Bädern mit basischen Salzen und einem Walnussblättertee. Darauf reagierten die Schulmediziner allerdings skeptisch.

Meinung hin, Meinung her: Am Ende zählt doch das Ergebnis. Ob es der Schulmediziner oder der Homöopath war, der dem Kranken geholfen hat, dürfte dem Patienten egal sein. Fakt ist jedoch, dass in unserer hochmodernen Welt die Allergien immer mehr zunehmen.
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