Mediziner im Kampf gegen die Impfmüdigkeit

Von: ran
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Zahlreiche Schüler des Berufs
Zahlreiche Schüler des Berufskollegs erhielten Informationen in Sachen Virenschutz und ließen dabei ihre Impfpässe prüfen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Sogenannte Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln sind alles andere als „Kinderkram”. Gerade für Erwachsene können sie schwerwiegende Folgen haben. Dabei sind Vorkehrungen relativ einfach zu treffen.

Impfen lautet das Zauberwort. Das Impfmobil des Gesundheitsamts der Städteregion Aachen war jetzt zu Gast am Berufskolleg Eschweiler.

Dr. Josef Michels, stellvertretender Arbeitsgruppenleiter für den schulischen Dienst und Prävention, und seine Mitarbeiter informierten zahlreiche Schüler darüber, welche Impfungen wann empfehlenswert sind und klärten über mögliche Krankheitsverläufe bei Menschen, deren Virenschutz nicht ausreichend ist, auf.

2008 bereits eine Aktion

„Solche Informationsveranstaltungen sind notwendig”, ist Dr. Josef Michels überzeugt. „Zum Zeitpunkt der Einschulung ist der Impfschutz bei den meisten Kindern ausreichend. Doch danach gehen viele nur noch im Krankheitsfall zum Arzt. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Impfung aber gar nicht möglich. Und so passiert oft zu wenig”, berichtet der Kinder- und Jugendarzt aus eigener Erfahrung.

Bereits im Jahr 2008 gab es am Berufskolleg Eschweiler eine große Aktion zum Thema. Damals wurde jedoch nicht nur informiert, sondern auch geimpft. „Diesmal lautet das Ziel, die Schüler zu motivieren, den Weg zum Hausarzt einzuschlagen. Gerade für junge Erwachsene ist es wichtig, auf den Impfpass zu achten, denn der Kinderarzt bewahrt die Unterlagen zehn Jahre auf.

Sind diese aber einmal vernichtet, muss mit dem Impfen von vorne begonnen werden”, erklärt Dr. Josef Michels. „Darüber hinaus sind bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres alle Impfungen kostenlos”, nennt er einen weiteren Aspekt.

Entscheidend sei, die Menschen auf die Gefahren von Krankheiten wie Keuchhusten oder Hepatitis B aufmerksam zu machen, sie zu sensibilisieren. „Und gegen diese ansteckenden Krankheiten ist die Impfung nun einmal die wichtigste Schutzmaßnahme”, tritt der Mediziner Impfgegnern entgegen. In den kurzen Informationsgesprächen mit den Schülern machte er zum Beispiel klar, dass Masern durchaus zur Hirnhautentzündung führen können und Röteln während einer Schwangerschaft ein unkalkulierbares Risiko für das ungeborene Kind darstellen.

Im Vorfeld der Informationsveranstaltung hatte Dr. Josef Michels auch der Lehrerkonferenz am Berufskolleg Eschweiler einen Besuch abgestattet, um die Pädagogen mit der Thematik zu konfrontieren. „Das Entgegenkommen der Verantwortlichen der Schule ist hervorragend”, betont er. „Ein Berufskolleg bietet die letzte Gelegenheit, noch einmal eine große Anzahl junger Erwachsener auf einen Schlag auf das Thema aufmerksam zu machen”, unterstreicht auch Schulleiter Thomas Gurdon die Bedeutung.

„Das Gesundheitsamt kommt auf uns zu. Wäre dies nicht der Fall, würden wir auf die Verantwortlichen des Gesundheitsamts zugehen. Denn im Rahmen der Initiative ?Gesunde Schule steht die Bekämpfung der Impfmüdigkeit weit oben auf unserer Agenda”, so Thomas Gurdon.

Die notwendigen Impfungen

In einem Flyer weist das Gesundheitsamt der Städteregion Aachen auf die notwendigen Impfungen für Erwachsene ab 18 Jahren hin: Gegen Diphterie und Tetanus sollte alle zehn Jahre eine Impfung erfolgen. Gegen Polio (Kinderlähmung) und Pertussis (Keuchhusten) ist eine einmalige Auffrischung erforderlich. Masern, Mumps und Röteln erfordern zwei, Hepatitis B und HPV (humane Papillomviren, die unter anderem Gebärmutterhalskrebs verursachen) jeweils drei Impfungen, um ausreichenden Virenschutz zu erhalten.

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