Meditative Klänge in der Zeit der Hetze

Von: jope
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Schluss-Applaus für die Küns
Schluss-Applaus für die Künstler beim Adventskonzert der Liszt-Gesellschaft (von links): József Ács (Orgel), Dániel Eliás (Cello), Sarah Ziemons, Anthony Reiss (beide Flöte) und Violetta Palatinus (Sopran). Foto: Joachim Peters

Eschweiler. Klein (hinsichtlich des Zeitumfangs und der Zahl der Mitwirkenden), aber fein (was die Auswahl und die Interpretation der Werke anging): So präsentierte sich die Franz-Liszt-Gesellschaft bei ihrem Adventskonzert „Wachet auf” in der im Mittelschiff gut gefüllten Pfarrkirche St. Peter und Paul.

Nach den großen chorischen Darbietungen von Liszts „Graner Messe” in Vatikanischer Version, dargeboten in mehreren europäischen Musikmetropolen, bot die Gesellschaft diesmal einigen jungen Künstler die Möglichkeit, sich an der Seite von erfahrenen musikalischen Kräften zu präsentieren. Max Krieger führte in Vertretung des verhinderten Vorsitzenden Günther Wopperer als dessen Vize durch das Programm: mit einläutenden Worten zu Werken und Komponisten.

Vereins-Namensgeber Franz Liszt bildete zwar diesmal nicht den Mittelpunkt des Abends, war aber mit einigen sehr eindrucksvollen Stücken in der geistlichen Stunde als Vorbereitung auf den dritten Adventssonntag „Gaudete” vertreten. Virtuos stimmte Jószef Ács das Orgel-Solo nach dem Jesaja-Wort „Tauet Himmel, lasst Gerechtigkeit regnen” aus dem Christus-Oratorium des ungarischen Meisters an.

Ein Meisterstück war auch das Orgelstück „Carillon de Westminster”. Der Kantor an St. Peter-Paul und musikalische Leiter der Liszt-Gesellschaft wob auf den Manualen perlende Girlanden rund um das gewichtige Motiv im Pedal, zu dem Komponist Louis Vierne beim Hören der mächtigen Glocken von Westminster Abbey animiert wurde.

Dann gesellte sich Sopranistin Violetta Palatinus zu ihrem Mann auf die Orgelempore. Der 3. Satz der berühmten Mozart-Motette „Exsultate jubilate”, das „Alleluja”, wies in Komposition wie im Können von Violetta Palatinus alle Merkmale einer Bravour-Arie auf. Für einen wirkungsvollen Beginn des Konzertes hatte die Solistin mit ihrem Kerzen-Einzug zum Gesang des „Wachet auf, ruft uns die Stimme” in der Bach-Version gesorgt. Der Kirchenbesucher fühlte sich an adventliche Rorate-Feiern oder auch an den „Lumen-Christi”-Einzug in der Osternacht erinnert.

Nun zu den jungen Musikern: Es waren der Cellist Dániel Eliás und die Flötistin Sarah Ziemons, die nach ihrer Entdeckung und ersten Wegbegleitung durch Violetta Palatinus nun von Professor Anthony Reiss unterrichtet wird. Der war an der Querflöte auch der ruhende Pol eines feinfühlig aufspielenden Trios gemeinsam mit den beiden Jung-Künstlern. Die Kombination von Homogenität und individueller Klasse kam beim Londoner Trio in C-Dur des klassischen „Vielschreibers” Joseph Haydn sehr schön zur Geltung. Die zweite Darbietung, ein Trio-Konzert von Johann Sebastian Bach, bildete den meditativen Charakter des Gesamtabends besonders wirkungsvoll ab.

Diesen Charakter - als notwendiges Regulativ zur „vorweihnachtlichen Hetze” - hatte Hausherr Pfarrer Dr. Andreas Frick bereits bei der Begrüßung hervorgehoben. Lob gab es zum Jahresausklang für die auch 2011 vorbildliche Zusammenarbeit zwischen der Pfarrgemeinde St. Peter-Paul und der Franz-Liszt-Gesellschaft: Die unerlässliche „Klammer” hierfür ist Kantor József Ács.
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