Media-Markt: Werbung strahlt bis in die Schlafzimmer

Von: Patrick Nowicki
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Und über allem ragt der Werbepylon des Media-Marktes (hinten, Mitte) im Gewerbegebiet Rue de Wattrelos: Er soll in der Nacht nun abgeschaltet werden. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Dass der Media-Markt an der Autobahn kurz vor der Eröffnung steht, ist seit einigen Tagen kilometerweit sichtbar. Von der Autobahn 4 aus, von der K10 zwischen Dürwiß und Hehlrath aus, von Röthgen aus und vor allem von den Häusern an der Franz-Liszt- und Dreieckstraße aus.

Der 38,5 Meter hohe Werbepylon erfüllt werbewirksam seinen Zweck, nervt aber in den Abendstunden vor allem die Anwohner. Diese wandten sich am Montag an den Technischen Beigeordneten Hermann Gödde und überreichten einen Widerspruch, unterschrieben von zahlreichen Bürgern.

Inzwischen lenken Investor und Media-Markt-Betreiber ein: Sie schalten das Licht des Mastes, dessen Kopf in den Abendstunden wie ein Ufo über die Dächer zu schweben scheint, von 23 bis 5.30 Uhr ab.

Auch Hermann Gödde hofft, dass man damit einen Kompromiss gefunden habe: „Es ist klar, dass dieser Pylon die Sehgewohnheiten komplett verändert.” Mit der zeitlichen Abschaltung sei die Nachruhe der Anwohner gewahrt.

Formaljuristisch ist der Widerspruch ohnehin der falsche Weg, denn die Bürger müssten gegen die Baugenehmigung klagen, da der Bebauungsplan seit dem 23. Juli 2008 rechtskräftig ist. Auch die Kommunalpolitiker wussten zu diesem Zeitpunkt von der Höhe des Werbemastes, der im Nachhinein sogar noch etwas kleiner wurde und von der Bebauung weg weiter Richtung Westen verschoben wurde.

„Einer juristischen Auseinandersetzung sehen wir gelassen gegenüber, dennoch nehmen wir die Bedenken der Anwohner sehr ernst”, geht Hermann Gödde davon aus, dass der Bebauungsplan und dessen Umsetzung jeder Klage standhält.

Einen solchen Streit wollen die Unternehmensgruppe Wegner aus Hamburg und die Media-Markt-Betreiber unbedingt vermeiden. „Wir bauen den Markt auch für die Eschweiler Bürger. Da können wir nicht so tun, dass das, was der Bürger sagt, uns nicht interessiert”, betont Jan-Hendrik Bestmann im Namen des Investors. Bedenken der Anwohner kenne er auch von anderen Projekten in Deutschland, bei denen sich die Lösung, zur nachtschlafenden Zeit die LED-Leuchten im Werbemast auszuschalten, bewährt hat.

Für die Anwohner hat sich vor allem Michael Rönsch zu Wort gemeldet, der von seinem Grundstück an der Dreieckstraße aus einen klaren Blick auf die Leuchtreklame hat.

„Es gibt eine Vielzahl von Anwohnern, die Tag und Nacht von diesem Werbepylon dominiert werden, und dies in einer Weise, die möglicherweise nicht mehr zugemutet werden kann”, teilt er mit. Auch einen Gang vor das Verwaltungsgericht schließt er nicht aus. Er sowie die weiteren Anwohner erhalten ein Schreiben des Technischen Beigeordneten als formelle Antwort auf den Widerspruch.

„Man muss bedenken, dass es sich im Moment auch um eine Übergangsphase handelt, weil die Sträucher und Bäume auf dem Wall östlich des Marktes noch wachsen müssen”, glaubt Hermann Gödde, dass die Beeinträchtigung durch den Werbepylon abnehmen wird. Dies muss auch geschehen, schließlich will die Stadt auch noch die Grundstücke vermarkten, die sich zwischen Dreieckstraße und Media-Markt befinden.

Auf der Baustelle hingegen läuft alles nach Plan, wie der Geschäftsführende Gesellschafter vom Media-Markt, der Indestädter Ingo Adamus, betont: Am 9. Dezember sollen die Pforten geöffnet werden. An den ersten drei Tagen sollen Vekehrskadetten dafür sorgen, dass sich die Behinderungen durch den großen Andrang in Grenzen halten. Der Kreisverkehr Auerbachstraße ist dann fertig.
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