Eschweiler - Maxi Gstettenbauer: Ein Nerd sorgt für Lachanfälle

Maxi Gstettenbauer: Ein Nerd sorgt für Lachanfälle

Von: af
Letzte Aktualisierung:
11323162.jpg
Überzeugte mit ungewöhnlicher Improvisation: Maxi Gstettenbauer im Talbahnhof.

Eschweiler. Lässig schlendert er auf die Bühne des Eschweiler Talbahnhofs – das Smartphone in der einen, das Mikrofon in der anderen Hand: Maxi Gstettenbauer. Der 27-jährige „Nerd“ der Comedyszene begeisterte am vergangenen Donnerstagabend mit seinem Programm „Maxipedia“ das Eschweiler Publikum.

Nachdem er sein Publikum begrüßt hatte, zückte er erst einmal sein Smartphone, um seinen Status auf Facebook zu aktualisieren. „Spiele im ausverkauften Olympiastadion…na gut, Eschweiler. Wir wollen ja bei der Wahrheit bleiben“, sicherte er sich den ersten Lacher des Publikums.

Dass ein Smartphone der treuste Begleiter eines jungen Menschen ist, ist wohl nichts Neues. Doch in Maxis Leben spielt nicht nur sein Smartphone eine wichtige Rolle: auch seine Spielkonsole, Computerspiele, ja überhaupt Technik – das ist genau Maxis Ding. „Ich habe mal als Computerspiele-Tester gearbeitet. Ihr denkt jetzt vielleicht, das wär‘ cool, den ganzen Tag zu zocken. Als ich dann aber mit 18 da saß und Barbies Reiterhof testen musste, war das nicht mehr so geil.“

Auch gesellschaftskritisch

Wer jetzt meint, der Comedian würde in seinem Programm nur über Technik reden, liegt falsch: Der „Nerd“ kann auch gesellschaftskritisch. Menschen mit Vorurteilen gegenüber Homosexuellen kriegen in seinem Programm ordentlich eins drüber. Auch die Fernsehwelt bleibt nicht von dem Comedian verschont: „Woher kriegen die Sender eigentliche ihre Darsteller für das Nachmittagsprogramm? Die, die sich zum Beispiel halbnackt auf den Esstisch legen und sich mit Spaghetti Bolognese einreiben?“

Der gebürtige Niederbayer erzählte seinem Publikum auch von den Anfängen seiner Karriere. Dabei waren die ersten Auftritte alles andere als erfolgreich: Eine „Bühne“ in einer kleinen Kneipe, bestehend aus vier zusammengeschobenen Bierkästen, davor vier Stühle aufgebaut. Der Wahl-Kölner nahm es mit Humor. „Vor mehr als vier Leuten spiele ich eh nicht, meine Auftritte sind eben sehr exklusiv“, erklärte er dem Wirt, der offensichtlich Mitleid mit dem jungen Mann hatte und seine Putzfrau noch als weitere Zuschauerin dazusetzen wollte.

Schwerer Stand im Fernsehen

Der Wendepunkt in seiner Karriere kam mit Stefan Raab, der sich bei einem seiner früheren Auftritte im Publikum befand und ihn dann in seine Fernsehsendung „TV Total“ einlud. „Wenn ihr sehen wollt, was Angst mit einem Menschen macht, macht euch einen Spaß draus und guckt euch das Video von meinem ersten Auftritt bei Stefan an“, riet der Comedian seinem Publikum. Ganze elf Minuten – obwohl er nur für sechs Minuten gebucht war – gab er bei dem Auftritt im Fernsehen sein Bestes – doch keiner lachte.

Eher fühlte das Publikum sich danach in einen „meditativen Zustand“ versetzt. Maxi sah schon das Ende seiner Karriere, bevor sie überhaupt wirklich begonnen hatte. Der Kommentar seines Entdeckers Stefan Raab zu seinem Auftritt war nur: „Mach dir nix draus Maxi, du bist halt komisch. Die Leute kennen deinen Humor noch nicht. Da müssen sie sich erst einmal dran gewöhnen.“

Sie gewöhnten sich dran. Der Startschuss für eine große Comediankarriere war gegeben: Es folgten diverse TV- und Live-Auftritte. Auch der Jugendradio-Sender „1Live“ wurde auf den „Nerd“ aufmerksam: So trat er 2013 bei der „1Live Comedynacht XXL“ vor 7000 Zuschauern auf.

Ganz so viele Menschen waren im Eschweiler Talbahnhof natürlich nicht. Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen hatten alle sehr viel Spaß. Mit einer etwas ungewöhnlichen Improvisation sorgte der Comedian nämlich für minutenlange Lachanfälle im Publikum – und bei sich selbst. Und solche lustigen Interaktionen zwischen Publikum und Comedian entstehen wohl nur im kleineren Rahmen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert