Mathe, Deutsch, Englisch – und Robotik

Von: Sonja Essers
Letzte Aktualisierung:
5457261.jpg
Mit ihrer Lehrerin Birgit Conen (rechts) nahmen die Schüler der Gesamtschule Waldschule am Roboterwettbewerb an der RWTH Aachen teil. Foto: Sonja Essers
5457268.jpg
Das Ziel anvisiert: Nun hoffen die Schüler, dass sie den Roboter richtig programmiert haben.

Eschweiler/Aachen. Justin und Marcel sind nervös. Ihre Hände zittern, und Schweißperlen tropfen ihnen von der Stirn. Sie haben nur noch 90 Sekunden Zeit, um den defekten Stuhl zu reparieren. Auch ihre Mitschüler sind angespannt und feuern die beiden Jungen an. Dann ist die Zeit rum, und Lehrerin Birgit Conen blickt in enttäuschte Gesichter.

„Leider hat nicht alles so funktioniert, wie wir dachten“, erzählen Justin und Marcel. Gemeinsam mit 15 Klassenkameraden haben die Schüler der Gesamtschule Waldschule am Freitag am Roboterwettbewerb der Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation (zdi) an der RWTH Aachen teilgenommen. Rund 1000 Schüler nehmen in NRW an dem Wettstreit teil.

Bereits seit März beschäftigen sie sich mit dem Aufbau und Programmieren der Roboter und versuchen, die verschiedenen Aufgaben des Wettbewerbs zu lösen. Schließlich gehört das Fach Robotik an der Gesamtschule Waldschule genauso zum Unterrichtsalltag wie Mathe, Deutsch und Englisch. „Das Fach Robotik ist an unserer Schule ein Ergänzungsfach“, erklärt Lehrerin Birgit Conen und fügt hinzu: „In diesem lernen die Schüler, wie man Roboter zusammenbaut, programmiert und Aufgaben mit ihnen löst.“

Ein bisschen Informatik, etwas Maschinenbau, Elektrotechnik und Mathematik – vielfältige Interessen und Kenntnisse sind nötig. Doch die zwei Schulstunden pro Woche reichen längst nicht aus, um sich auf den Höhepunkt des Schuljahres vorzubereiten.

Um beim Roboterwettbewerb erfolgreich abschneiden zu können, haben die Schüler viele zusätzliche Stunden in der Schule verbracht. „Wir waren an manchen Tagen bis 18 Uhr in der Schule“, erklärt Schülerin Sabrin Haas und fügt hinzu: „Es ist toll zu sehen, wie viel wir in den vergangenen Wochen gelernt haben. Mittlerweile ist das Programmieren eines Roboters für uns nicht mehr so schwer.“

In zwei verschiedenen Teams nehmen die Eschweiler Schüler am Wettbewerb teil. Team „Black Power“ mit Oliver Widrinski, Dylan Keppers, Nicola Ruf, Marcel Temmers, Sven Kasperowski, Justin Korsten, Simon Liehr und Marc Lausberg, sowie Team „Hero Wully“, bestehend aus Sabrin Haas, Saskia Herzog, Marcel Luft, Mertcan Sarioglu, Katja Veiga, Aylin Yilmaz, Christian Lüttgens und Nils Mohr müssen verschiedene Aufgaben zum Thema Leben im Alter (Senior Solutions) lösen. Diese umfassen unter anderem die Reparatur eines defekten Stuhls oder das Überqueren einer Brücke.

In drei Runden versuchen die Teams in der vorgegebenen Zeit von zweieinhalb Minuten so viele Aufgaben wie möglich zu erledigen. Nach dem ersten Durchgang erreicht „Black Power“ den fünften Platz. „Hero Wully“ schafft es nur auf Platz neun. Doch die Schüler lassen den Kopf nicht hängen. „Wir haben schließlich noch zwei Versuche, um uns zu verbessern“, sagt Schüler Nicola Ruf.

Die Spannung steigt. Der zweite Durchgang startet, und das Team „Hero Wully“ liegt gut in der Zeit. Doch dann passiert etwas, womit niemand gerechnet hat. Der Motor des Roboters fällt aus, und die Schüler schaffen es nicht mehr, die Aufgaben zu erledigen. So landen sie im zweiten Durchgang nur auf dem letzten Platz. „Wir lagen so gut in der Zeit“, sagt Mertcan Sarioglu und ergänzt: „Dann ärgert man sich über so etwas besonders.“ Auch Team „Black Power“ verschlechtert sich und landet nach dem zweiten Durchgang auf Platz sechs.

Hektik bricht aus. Die Teams überdenken ihre Strategien und versuchen, den defekten Motor auszutauschen. Doch auch in der letzten Runde haben die jungen Indestädter kein Glück. Diesmal schwächelt der Roboter von Team „Black Power“ und schafft es nicht, die aufgebaute Brücke zu überqueren.

Am Ende belegt „Hero Wully“ den achten Platz und „Black Power“ landet auf Platz neun. Trotzdem hat die Teilnahme den Schülern Spaß gemacht: „Mir hat es sehr gut gefallen, auch wenn wir nicht so gut abgeschnitten haben“, erzählt Marcel Temmers.

Gelernt haben die Schüler in den vergangenen Monaten und vor allem am Freitag viel. Und sie haben in den nächsten Wochen noch genug Gelegenheiten, diese Kenntnisse im Unterricht zu vertiefen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert