Massenkarambolage auf der A4 bei Eschweiler

Von: Sarah Maria Berners
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Auf der A4 bei Eschweiler hat es glatteisbedingt am Montagmorgen gekracht - 16 Autos waren beteiligt. Foto: Ralf Roeger

Eschweiler. Sechzehn Unfälle und darunter sogar eine Massenkarambolage mit elf Autos - das ist die Bilanz der Autobahnpolizei für die A4 zwischen Aachen und Düren. Und das allein am Montagmorgen zwischen 6.30 und 8 Uhr.

Es war glatt geworden über Nacht. Dabei hatten sich Autofahrer gerade wieder an die eis- und schneefreien Straßen gewöhnt. „Unangepasste Geschwindigkeit” auf „überfrierender Nässe” dürfte, wenn alle Ermittlungen abgeschlossen sind, wohl die Hauptursache für die meisten Zusammenstöße und Unfälle einzelner Autos sein.

Dabei war die Dürener Autobahnmeisterei seit 21 Uhr am Vorabend im Dauereinsatz. Trotzdem war an der Autobahnanschlusstelle Eschweiler-Ost um 7.30 Uhr ein Pkw auf spiegelglatter Fahrbahn ins Schleudern geraten und hatte damit eine Kettenreaktion ausgelöst. Elf Pkw krachten ineinander oder in die Leitplanken. Vier Personen wurden leicht verletzt, die Autobahn im Berufsverkehr bis 9.45 Uhr gesperrt.

Herbert von Heel von der Autobahnmeisterei kann das Glatteis rund um Eschweiler nur damit erklären, dass zu diesem Zeitpunkt die Mannschaften zum Schichtwechsel und Auffüllen ins Depot gekommen waren und dadurch eine kleine Versorgungslücke entstanden war.

Während Feuerwehr und Rettungswagen zügig zur Stelle waren, kam die Polizei nach Angaben eines Augenzeugen allerdings erst um 8.30 Uhr - also eine Stunde nach dem Unfall - an der Unfallstelle an. „Wir können die Unfälle auf der Autobahn nur nacheinander abarbeiten”, sagt Karsten Möllers, Sprecher der Autobahnpolizei. „Wenn so viele Unfälle in kurzer Zeit passieren, stoßen wir an unsere Kapazitätsgrenzen.” Gleiches gelte für die Abschleppwagen, die nach Zeugenangaben ebenfalls nur langsam und sehr spät eintrudelten. Ärgerlich für die Autofahrer: Eine Radiomeldung weckte die Hoffnung, dass eine Fahrspur frei sei. „Der Radiosender hatte diese Information wohl von einem Autofahrer. Allerdings muss es sich um die Gegenrichtung gehandelt haben”, vermutet Möllers. Denn auch dort hatte es mehrfach gekracht, unter anderem auf der Autobahnauffahrt Eschweiler-Ost und nahe des Parkplatzes Rurscholle.

Viele Pendler ärgerten sich über den ihrer Meinung nach unnötigen Stillstand. „Wäre es anders möglich und sinnvoll gewesen, hätten die Kollegen das gemacht”, versichert Möllers. Nach Angaben der Autobahnpolizei werde stets versucht, die Fahrbahn schnellstmöglich wieder freizugeben. Allerdings müssten Beweise wie Bremsspuren aufgenommen und Zeugen befragt werden. Bei elf Beteiligten dauert das. „Mit ein paar Digitalfotos ist das nicht getan”, sagt Möllers. Zumal sich die Massenkarambolage auf allen Fahrspuren abgespielt habe.

Gefährliche Manöver

Pkw drehen zu lassen und sie zurückleiten sei nicht nur aufwändig, sondern auch gefährlich und könne zu weiteren Unfällen führen. Einen festgelegten Zeitpunkt, ab einer wieviel stündigen Sperrung dies gemacht werde, gebe es bei der Polizei nicht. Das werde im Einzelfall entschieden.

Nach der Karambolage war der Streudienst in Absprache mit der Polizei entgegen der Fahrtrichtung unterwegs, damit der Vekehr hinter der Unfallstelle später ohne Behinderung abfließen konnte.
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