Marode Halle macht Sportler heimatlos

Von: Sonja Essers
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Die beiden Räume an der Karlstraße stehen für die Gesundheitskurse der Volkshochschule nicht mehr zur Verfügung. Leiterin Silvia Hannemann sucht derzeit nach Alternativen. Foto: Sonja Essers/Tobias Röber

Eschweiler. Mitte Januar hatte das neue Semester an der Volkshochschule (VHS) wie gewohnt begonnen. Doch nur zwei Wochen später erhielt VHS-Leiterin Silvia Hannemann eine Nachricht, die ihren Plan auch etliche Wochen später noch auf den Kopf stellen sollte.

19 Bewegungskurse mit insgesamt 300 Teilnehmern standen plötzlich auf der Kippe. Das entspricht 20 Prozent aller Kurse im Gesundheitsbereich der VHS. „Das war schon bitter“, erinnert sich Hannemann.

Der Grund dafür: die Unterrichtsstätte an der Karlstraße. Die regelmäßige Überprüfung der in die Jahre gekommenen Sporthalle hatte ergeben, dass die Statik des Gebäudes den Belastungen nicht mehr lange Stand halten würde. Der prüfende Statiker riet der Leiterin, den Betrieb der Gesundheitskurse umgehend einzustellen, und so fasste Hannemann den Entschluss, die Kurse vorübergehend auf Eis zu legen.

Für 15 Kurse konnten zwar mittlerweile „Notlösungen“ gefunden werden, ob die anderen vier Kurse in diesem Semester auch noch stattfinden werden, steht allerdings noch nicht fest. „Ich denke nicht, dass wir es schaffen in diesem Semester alle Ausfälle auszugleichen“, sagt Hannemann auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch im kommenden Herbstsemester werde es wohl noch Einschränkungen geben, ist sich die VHS-Leiterin sicher.

Bei den Teilnehmern stoßen die derzeitigen Umstände nicht ausschließlich auf Verständnis. „Ich kann gut verstehen, dass einige unserer Kunden verärgert sind, aber die Gesundheit der Teilnehmer geht mir vor“, rechtfertigt Hannemann ihren Entschluss.

Die Suche nach neuen Sportstätten, die in Zusammenarbeit mit der Verwaltung stattfindet, laufe momentan auf Hochtouren. Rund 20 Räume hat Hannemann, die die VHS erst seit Juli leitet, in den vergangenen Wochen bereits besichtigt, doch nicht jeder davon komme auch in Frage. „Die Räume müssen auch gewissen Ansprüchen genügen“, erklärt Hannemann, die diese auf einer Liste zusammengefasst hat.

Nicht nur die Lage sollte so zentral wie möglich sein, auch die Größe und Ausstattung des Raumes müsse stimmen, Umkleiden und eine Lüftungsmöglichkeit müssen zudem gegeben sein. Auch Brandschutz und Sichtschutz spielen auf der Suche nach geeigneten Räumen eine wichtige Rolle. Schließlich wolle nicht jeder Teilnehmer beim Sport gesehen werden können.

Ein weiteres Problem sei die Lagerung der Materialien. Diese sind momentan noch in den Räumen an der Karlstraße untergebracht und müssen, je nach Bedarf, von den Trainern geholt und wieder dorthin gebracht werden. „Das ist eine logistische Herausforderung“, ist sich Hannemann sicher. Schließlich sind die 66 Body Stepper, 25 Gymnastikbälle und 104 Hanteln verschiedenen Gewichts nur ein kleiner Teil des Materials.

Alternative Adam-Ries-Schule

Einige der betroffenen Kurse konnten in der Adam-Ries-Schule an der Jahnstraße untergebracht werden. Auch in einem Raum des Segelklubs am Blausteinsee werde nun regelmäßig fleißig trainiert, erklärt Hannemann, die sogar mit einigen Fitnessstudios in Kontakt steht. „Natürlich ist das für uns eigentlich Konkurrenz“, sagt sie. Aufgrund der derzeitigen Situation sei man jedoch sogar zu solchen Schritten bereit. Auch an der Finanzierung eines geeigneten Raumes soll es nicht scheitern. „Wir wären auch bereit dazu, Miete zu zahlen“, so die VHS-Leiterin weiter.

In den kommenden zwei Wochen finden aufgrund der Osterferien keine Kurse statt. Diese Zeit wollen Hannemann und ihr Team dazu nutzen, um weiterhin nach Alternativen zu suchen. Für die VHS-Leiterin steht fest: „Uns ist es wichtig, dafür zu kämpfen, gute räumliche Alternativen zu bekommen.“

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