Markus Neuefeind: Schulleiter mit Doppelbelastung

Von: Sonja Essers
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Am Ruder der Grundschulen in Bohl und Röhe: Markus Neuefeind. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Seit Anfang Februar ist Markus Neuefeind Schulleiter der Katholischen Grundschule Bohl. Nichts Außergewöhnliches könnte man meinen. Aber der 41-Jährige leitet weiterhin auch die KGS Röhe komissarisch. Dies garantiert einen ungewöhnlichen Arbeitsalltag. Eines ist klar: Eine solche Aufgabe wäre ohne ein starkes Kollegium nicht zu bewältigen.

Es ist Mittwochvormittag. Markus Neuefeind sitzt in seinem neuen Büro in der KGS Bohl. Der dreifache Vater kümmert sich an diesem Tag um die Verwaltungsarbeiten der 183 Kinder starken Schule. An der Wand hinter ihm hängt eine Pinnwand. Auf ihr sind nicht nur die Stundenpläne der Schüler, sondern auch der des neuen Schulleiters zu sehen. Schließlich ist Neuefeind bis zu den Sommerferien nicht nur als Rektor in Bohl tätig, sondern unterrichtet auch noch an der Grundschule in Röhe.

Wie es dazu kam? Seit 2011 leitete Neuefeind die Grundschule in Röhe, kümmerte sich um die Verwaltung und unterrichtete dort 28 Stunden in der Woche. Als im vergangenen Jahr die Stelle an der KGS Bohl ausgeschrieben wurde, nutzte der 41-Jährige diese Möglichkeit und bewarb sich.

Musical auf dem Stundenplan

Doch wie sollte es in Röhe weitergehen? „Wenn ich einfach weg gewesen wäre, dann hätte man meine 28 Unterrichtsstunden kaum kompensieren können“, meint er und fügt hinzu: „Ich habe nicht nur in der dritten Klasse unterrichtet, sondern mit den Schülern der vierten Klasse auch seit einem halben Jahr ein Musical einstudiert.“ Die Probearbeit konnte aus dem Kollegium niemand übernehmen und so entschied Neuefeind: „Bevor das Musical ganz ausfällt, bleibe ich bis zu den Sommerferien an beiden Schulen.“

Die typische Arbeitswoche des 41-Jährigen sieht aus diesem Grund folgendermaßen aus: Mittwochs ist er an der Grundschule in Bohl tätig, am Donnerstag arbeitet er in Röhe. An den restlichen Tagen pendelt er zwischen den beiden Schulen. An der KGS Bohl ist er 18 Stunden in der Woche, an der KGS Röhe sind es zehn Stunden. Während er in Röhe auch unterrichtet, kümmert er sich in Bohl um die typischen Aufgaben eines Schulleiters. Und dazu gehört eine ganze Menge: Stunden- und Vertretungspläne müssen erstellt, Konferenzen geleitet, Veranstaltungen organisiert, Beurteilungen geschrieben und Elterngespräche geführt werden. Und das sei nur ein kleiner Teil seiner Aufgaben, berichtet Neuefeind. Unterricht an beiden Schulen sei nicht möglich. „Dann hätte auch der Stundenplan in Bohl mitten im Schuljahr wieder umgeworfen werde müssen“, sagt der neue Schulleiter.

Nicht weit auseinander

Zwar sei seine Situation außergewöhnlich, Neuefeind kennt jedoch Kollegen, die täglich zwischen zwei Schulen pendeln und das innerhalb eines unbefristeten Zeitraums. Das sei bei Schulen mit zwei Standorten der Fall, meint Neuefeind. Bohl und Röhe liegen in seinen Augen zudem nicht so weit auseinander.

Von seinen neuen Kollegen sowie den Eltern und Schülern sei er sehr gut aufgenommen worden, sagt er. Im Sommer wird er von den Kollegen der KGS Röhe offiziell verabschiedet. Dann kann er sich voll und ganz auf seine neue Aufgabe konzentrieren. Und darauf freut sich der 41-Jährige bereits sehr.

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