Eschweiler - Mark Britton im Talbahnhof: „Ohne Sex geht’s auch (nicht)!“

Mark Britton im Talbahnhof: „Ohne Sex geht’s auch (nicht)!“

Von: na
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Scharfsinniger, urkomischer Humor und eine sympathische Ausstrahlung mit herausragender Mimik und Gestik: Mark Britton. Foto: Nils Aßmus

Eschweiler. Unter dem Titel „Ohne Sex geht’s auch (nicht)!“ trat am Samstagabend der gebürtige Brite Mark Britton auf der Bühne des Talbahnhofs auf. Thema des Programms sind die mittleren Jahre, inklusive Midlife-Crisis und Wahrnehmungsveränderungen und Menopause, oder wie Britton diesen Lebensabschnitt selbst beschreibt: „Die Zeit zwischen Skateboard und Rollator“.

Der „Mann in den besten Jahren“, der in seiner Wahlheimat Köln lebt und mit 53 Jahren jede Menge Bühnenerfahrung mitbringt, forderte die Lachmuskulatur des Publikum von der ersten Minute an auf das Äußerste hinaus. Nach den noch nicht lange zurückliegenden Weihnachtsfestessen, gab es am Samstagabend einen Gaumenschmaus für das humoristische Zentrum eines jeden anwesenden Gehirns. Mit seinem sympathischen britischen Akzent wiesen Brittons Wortwitze mehr Sprachgefühl auf, als es bei den meisten deutschen Muttersprachlern der Fall ist.

Die Themenwahl für sein neues Programm bedeutete für den Zuschauer eine Reise durch den Alltag eines Mannes „50 plus“. Dazu gehörte zu Beginn vor allem die Frage nach dem Zustand des Körpers. Als dieses Kapitel mit den Worten: „Alles tut weh, und was nicht weh tut, funktioniert nicht mehr.“ überschrieben wurde, ahnte der vollbesetzte Saal bereits, dass die nächsten 120 Minuten einiges an scharfsinnigem Humor zu bieten haben würden.

Der Kabarettkünstler griff in seinem Programm nicht nur Themen des Alltages auf, mit denen sich jeder im Saal identifizieren konnte, sondern schaffte es gleichzeitig unterschwellig Diskussionspunkte der modernen Gesellschaft aufzugreifen und mit seinem eigenen Humor zu verarbeiten. So kam es zum Beispiel auch, dass Britton von dem Märchen „Peter Pan, der Junge der nie erwachsen werden wollte“ zu erzählen anfing, und den Zuschauern offenbarte: „Liebe Kinder, Peter Pan gibt es wirklich. Er lebt in Italien und ist Toppolitiker.“ Das Burnout-Syndrom bekam ebenso sein Fett weg, wie die allgemein bekannten Symptome der Wechseljahre von Männern und Frauen.

Ein großes Themenfeld in dem Kabarettprogramm mit englischem Humor, aber in deutscher Sprache stellte die Wahrnehmungsveränderung im Alter dar. So spielte Britton mit der Ausdrucksweise der Teenager, parodiert Streitgespräche in der Familie und thematisiert den Verlust seines familieninternen Status als „Alphatier“, während ihm sein pubertierender Sohn den Rang des Familienoberhauptes abläuft.

Dabei nahm er sich selbst nie zu ernst, und die überspitzte Darstellung der Realität, wie sie der Zuschauer geboten bekam, konnte man ganz einfach genießen. Als Britton die Organisation der Familie mit einem politischen System verglich, bei dem die Mutter die Regierung, der Vater das Volk, die Kinder die Opposition und der Hund die Presse darstellt, erreichte die Stimmung einen ihrer vielen Höhepunkte.

Auch in selbst verfassten Reimen wusste der Künstler zu überzeugen und seine unerwarteten Pointen ließen den Strom des herzhaften Gelächters nicht abreißen.

Dabei konnte er sich sogar auf das Buch Genesis beziehen, ohne dabei respektlos zu wirken und schaffte es auch keine negativen Ausbrüche unter die Gürtellinie zu unternehmen. Mit der Mimik, die der von Michael Mittermeier Konkurrenz macht, einer unglaublichen Körpersprache und Bühnenpräsenz begeisterte der deutsche Brite mit seinem einzigartigen Humor und resümierte seine bisherigen Erfahrungen „in den besten Jahren“ mit dem Satz: „Ein Leben ohne Sex ist möglich, ein Leben ohne Brille geht überhaupt nicht.“

Gegen Ende seiner fast zweistündigen Show bedankte er sich vor allem bei seiner Frau, auf deren Kosten die meisten Witze entstanden seien, die aber ebenso wie der sympathische Wahlkölner über sich selber lachen könne. Ob die Lebensphase des mittleren Alters nun positiv oder negativ zu sehen sei, gab es natürlich keine eindeutige Antwort. „Das Leben ist eine Reise“ befand Britton in einem seiner Sketche, und mit seinen Running-Gags, die immer wieder in der Show auftauchten, nahm er sein Publikum am Samstagabend mit auf eine Reise zu höchsten Gipfeln des Humors.

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