Manfred Groß steht mächtig unter Druck

Von: Patrick Nowicki
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Eschweiler. Der Vorsitzende des Schulausschusses, Manfred Groß (CDU), steht mächtig unter Druck. Nachdem sich der Sprecher der Schulleiterkonferenz, Gerd Schnitzler, im Ratssaal kritisch zu einem Schulerlass des Landes geäußert hatte, schaltete der Unions-Politiker das Landesministerium ein.

Der Leiter der Kinzweiler Grundschule erhielt daraufhin ein Schreiben der Bezirksregierung und musste sich in Köln erklären. Schnitzler trat von seinem Amt zunächst zurück und hat es auf Drängen seiner Kollegen jetzt wieder übernommen. Die Meinung der Schulleiterkonferenz wird er allerdings nicht mehr im Ausschuss vertreten, dies übernimmt nun die Weisweiler Schulleiterin Michaela Bleimann.

Nicht nur Schnitzler musste sich rechtfertigen, auch eine weitere Lehrerin aus Eschweiler, die allerdings an einer Herzogenrather Schule unterrichtet. Sie wandte sich in einem Leserbrief in unserer Zeitung gegen den umstrittenen Erlass des NRW-Ministeriums für Schule und Weiterbildung. Auch den Leserbrief sandte Manfred Groß nach Düsseldorf mit der Konsequenz, dass die Eschweilerin sich ebenfalls in Köln bei der Bezirksregierung verantworten musste.

Der Erlass des Ministeriums erklärt, dass eine Unterschreitung der Mindestzahl von 18 Schülern pro Klasse bis auf 15 Schüler nur dann zugelassen werden könne, wenn der Schulweg zu einer anderen Grundschule nicht zugemutet werden kann. Erhält also eine Grundschule 31 bis 35 Anmeldungen, können, falls der Weg zu einer anderen Schule zumutbar ist, lediglich 30 neue Schüler aufgenommen werden - was eine Klasse bedeutet, bei 36 Schüler sind zwei Klassen zu bilden. „Der Erlass bedeutet eine Unterwanderung der freien Schulwahl, stört den Schulfrieden und ist ein Sparmodell auf Kosten der Schüler”, vertrat Gerd Schnitzler im Ausschuss die Meinung der Schulleiterkonferenz.

Nicht-öffentliche Stellungnahme

Diese will sich in einer Stellungnahme im nicht-öffentlichen Teil der Ausschusssitzung am 19. Mai zu den Vorgängen äußern. Manfred Groß bedauert die Folgen seines Handelns: „Ich habe mich an das Ministerium gewandt, um zur Versachlichung der Diskussion beizutragen, und gebeten, einen Vertreter des Ministeriums zur nächsten Ausschusssitzung zu senden.” Den Kommunalpolitikern will er den kompletten Schriftverkehr mit dem Ministerium zur Verfügung stellen, er wird der Ausschussvorlage beigefügt.

„Wenn ich gewusst hätte, welche Konsequenzen daraus entstehen, hätte ich sicherlich anders gehandelt”, gesteht Manfred Groß. Er habe Verständnis für die Verärgerung, habe allerdings - was aus den Schreiben auch ersichtlich werde - nichts Verwerfliches getan.

Der Kinzweiler Schulleiter Gerd Schnitzler wollte sich nicht mehr dazu äußern. Für ihn sei die Sache erledigt.
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