Magische Grenze ist noch nicht geknackt

Von: Andreas Röchter
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Begehrte Unterschrift: Die Autogramme von Udo Hempel waren bei den jungen Eschweiler Sportlern sehr gefragt. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Die schlechte Nachricht zuerst: Wir sind erneut an der magischen Grenze von 1000 gescheitert!” Doch diese Mitteilung von Moderator Christoph Herzog sollte während der Verleihung des Deutschen Sportabzeichens, die am Samstag in der Aula der Realschule Patternhof stattfand, die einzige „negative” Meldung bleiben.

Wenn man bei insgesamt 937 indestädtichen Absolventen im Jahr 2009 überhaupt davon sprechen kann. Denn die einmal mehr große Zahl „zwang” die Verantwortlichen der Raiffeisen-Bank, die erneut als Veranstalter fungierte, die Auszeichnungen in insgesamt vier Veranstaltungen an die Frau, den Mann, sowie die Kinder und Jugendlichen zu bringen.

Und wie in den vergangenen Jahren begrüßten die Organisatoren prominente Sportler auf der Bühne der Schulaula. Mit Olaf Ludwig und Udo Hempel waren zwei ehemalige Radsportler zu Gast, die bei olympischen Spielen Gold gewannen.

Auf die Bedeutung des Sports auch für das gesellschaftliche Leben wies Bürgermeister Rudi Bertram in seinem Kurzen Grußwort hin: „Sport zu treiben tut einfach gut. Dabei geht es nicht in erster Linie um Rekorde, sondern darum, Freunde zu gewinnen und zu behalten. Ausdrücklich lobte er das Engagement von Betreuern, Lehrern und nicht zuletzt der Eltern.

„Unterstützen sie bitte weiter ihre Schützlinge. Dies ist auch wichtig für die Integrationsarbeit in unserer Stadt”, so der Verwaltungschef. Wolfgang Hördemann, Vorstandsmitglied der Raiffeisen-Bank, forderte die Gäste auf, mitzuhelfen, damit im laufenden Jahr die Zahl von 1000 Absolventen des Deutschen Sportabzeichens in Eschweiler geknackt wird.

Dass Radfahren nicht nur mit Geschwindigkeit, sondern auch mit Akrobatik und vor allem Körperbeherrschung zu tun hat, bewiesen anschließend die Kunstradfahrer des RSC 07 Stolberg-Münsterbusch. Angeführt vom Vorsitzenden Günter Bachmann und Trainerin Gisela Bachmann demonstrierten die Sportler im Alter zwischen 5 und 24 Jahren ihr Können.

Lockere Gesprächsrunde

Dann kam die Zeit von „Mister Olympia” Karl „Charly” Bienat, der erneut die Verbindung zu den Spitzensportlern hergestellt hatte. In einer lockeren Gesprächsrunde blickte er mit Udo Hempel und Olaf Ludwig nicht nur auf die Karrierehöhepunkte der beiden ehemaligen Radstars zurück. So berichtete Udo Hempel, dass er in jungen Jahren zum Radfahren kam, nachdem er mit seinem Vater im Jahr 1954 die Weltmeisterschaften, die damals in Solingen stattfanden, besucht hatte.

Zunächst Straßenfahrer, führte in sein Weg auf die Bahn, als ihn Bundestrainer Gustav Kilian fragte, ob er nicht zum Europacup ins damalige tschechosslowakische Brünn mitfahren wolle. „Als mir der Bundestrainer dann mitteilte, âJunge, wenn du noch etwas besser wirst, kann ich dich für Olympia gebrauchenÔ, habe ich mir gedacht, trainiere ich einfach noch etwas mehr”, war sein Ehrgeiz geweckt. Silber 1968 in Mexico-City und Gold 1972 in München waren der Lohn. Seinen jungen Zuhörern riet er: „Jede Minute, die ihr in den Sport investiert, bekommt ihr doppelt und dreifach zurück.”

In die gleiche Kerbe schlug Olaf Ludwig. „Wichtig beim Sport ist der Spaß an der Bewegung. Der Weg muss nicht bis Olympia führen. Gemeinsam zu gewinnen und zu verlieren, bringt etwas für das gesamte Leben”, machte der Olympiasieger deutlich. Daraus, dass sein Weg nicht immer ohne Rückschläge verlief, machte Olaf Ludwig keinen Hehl: „Der Boykott der Olympischen Spiele 1984 war natürlich ein herber Schlag”, erinnerte er sich. Wichtig sei aber vor allem, seine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. „Wobei Olympia zunächst mehr ein Traum als ein Ziel war.”

Natürlich ließen es sich die ehemaligen Spitzensportler nicht nehmen, den Absolventen des Deutschen Sportabzeichens auf der Bühne der Realschule Patternhof zu gratulieren. Darunter auch die Jubilare Marion Breuer, die zum 40. Mal das Sportabzeichen ablegte, und der 75-jährige Hans-Peter Röhrig, der die Auszeichnung zum 30. Mal entgegennahm.
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