Eschweiler - „Macher“ zeigen anderen, wie man’s macht

„Macher“ zeigen anderen, wie man’s macht

Von: mah
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„#eschweilermachtwas“ in der Stadtbücherei: Hier lernt einer vom anderen – zum Beispiel Stricken. Foto: Manuel Hauck

Eschweiler. Eschweiler macht was. Offen und kreativ ist der Treff, der einmal im Monat in der Stadtbücherei den Austausch von Ideen, Fähig- und Fertigkeiten bietet. Nach dem Prinzip Menschen zeigen Menschen, was sie können, offenbaren Könner ihre Talente und bringen sie den Interessierten Bürgerinnen und Bürgern bei.

„Maker“ ist eine Bewegung, die seit einigen Jahren Einzug erhalten hat und gemäß der Übersetzung, zu Deutsch Macher oder Schöpfer, ist sie eine Subkultur, die sich dem Prinzip Do-it-Yourself verschrieben hat. Dabei wird mit eigenen Mitteln ein technisches Problem gelöst, ohne kostspiele und spezielle Lösungen kaufen zu müssen. So lautet die ursprüngliche Idee, die sich mit der Zeit auch auf künstlerische und pädagogische Bereiche ausgeweitet hat.

Dass Bibliotheken dabei eine zentrale Rolle einnehmen, liegt schon fast auf der Hand, denn sie sind immer Orte gewesen, wo Wissen gehor-tet und weitergegeben wird. Im Zuge der Digitalisierung und einer sich im Umbruch findenden Gesellschaft haben es sich die Büchereien zur Aufgabe gemacht, eine digitale Chancengerechtigkeit im Bereich von Informationen und Wissen zu schaffen.

Kompetenzen stärken und den Zugang zu erleich-tern sind Absichten, die durch das sogenannte Maker-Movement verfolgt werden. Dabei konsumieren die Menschen nicht nur, sondern stellen Eigenes her und teilen das Wissen und die Ideen mit Anderen.

Dass in Großstädten die Bewegung bereits angekommen ist, zeigt der Fall Köln. Raum wird dem in der dortigen Stadtbücherei mit dem Makerspace geboten, wo überwiegend technische Anwendungen selbstständig und aktiv erprobt werden können. Robotik, Programmier-Sets, 3-D-Drucker und Musiksoftwares sind Beispiele, die durch Workshops, sowohl für Erwachsene, als auch für Kinder ergänzt werden.

Obwohl die Stadtbücherei in Eschweiler geringere Kapazitäten und Mittel zur Verfügung hat, hat man die Grundidee ebenfalls aufgegriffen und an die lokalen Gegebenheiten angepasst. #eschweilermachtwas heißt seit Oktober 2016 das Projekt des offenen Kreativ-Treffs, bei dem Bürger Bürgern etwas beibringen. Die Akteure, so erklärt Mitarbeiterin Ingrid Nicoleitzik, kommen allerdings nicht nur aus der Indestadt, sondern auch von außerhalb.

Eine Nicht-Eschweilerin hat ihr Wissen weitergeben und möchte dies auch in Zukunft tun, aber auch die Lernenden kommen beispielsweise aus Stolberg und zeugen von der positiven Resonanz. Einmal im Monat, jeden zweiten Donnerstag von 17 bis 19 Uhr, kommen Interessierte zusammen, die etwas lernen wollen und verbringen verschiedenart. Kreativ und künstlerisch tätig werden konnten die Teilnehmer bereits beispielsweise beim Basteln von Glückwunschkarten und Geschenkverpackungen, während technische Nachhilfe bei dem Nachrichtendienst Whats-App oder im Umgang mit Tablets gegeben wurde.

Weitere Ideen hat die Stadtbücherei bereits, ist sie jedoch auch in der glücklichen Lage, dass sich jene bei ihnen melden, die im Sinne der Maker-Bewegung ihr Wissen teilen und ihre Fähigkeiten de-monstrieren. Praktisch orientiert war der Kreativ-Treff in diesem Monat ebenfalls, als Beatrix Niesen ihre Geschicke weitergab.

Die Ehrenamtlerin gehört mittlerweile schon zum Inventar der Bücherei, erläutert Nicoleitzik, da Niesen seit Beginn bei #eschweilermachtwas mit von der Partie ist und sich vorher bereits langjährig als Patin unter anderem beim Sommerleseclub und Lesekrötenclub engagiert hat.

Lace Knitting war das Thema in der August-Ausgabe des Kreativ-Treffs. Dahinter verbirgt sich – einfa-cher als vermutet – das Stricken von Spitze. Hobby-Strickerin Niesen hatte die Idee, für den Winter vorzusorgen und peilt mit ihren Teilnehmerinnen an, einen Spitzen-Schal zu stricken mit dem Ziel: „An Weihnachten tragen wir alle den gleichen Schal.“

Im Rahmen von #eschweilermachtwas hat sich die Gruppe, die sich sowohl aus Altbekannten, aber auch aus Neulingen zusammensetzt, als eigenständiges Projekt entwickelt. Als Serie über mehrere Termine werden nun Schals, 101 Maschen und damit rund einen halben Meter breit, gestrickt. Verschiedene Garne wie Schurwolle, Kashmir und Seide kommen zum Einsatz und sorgen so dafür, dass bei gleichem Muster jeder Teilnehmer sein individuelles Stück herstellt.

Für den Anfang hat Beatrix Niesen ein einfaches Muster ausgewählt und bringt ihren Lehrlingen bei, die Strickschrift zu lesen, die Maschen anzuschlagen und das Vollenden des Spitzenstücks durch die Methoden der Wässerung und Spannung, wodurch der Schal letztlich seinen Halt bekommt.

Im kleinen Kreis von sechs Frauen wurde so mit Freude in das mehrteilige Projekt des Kreativtreffs gestartet. Dabei ist es nicht so wichtig, wie gut man schon stricken kann oder wann man einsteigt. Jeder ist jederzeit herzlich willkommen, mit bei den offenen Kreativtreffs mitzuwirken.

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