Eschweiler - Luke Mockridge: Kindliche Naivität trifft auf soliden Bausparvertrag

Luke Mockridge: Kindliche Naivität trifft auf soliden Bausparvertrag

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Hat schon viele Preise eingeheimst: Luke Mockridge, Sohn von Lindenstraßen-Star Bill Mockridge.

Eschweiler. Ihm wurde das Talent in die Wiege gelegt: Der Kinderspielplatz von Luke Mockridge, 24, Komiker und Autor, war das Springmaus-Theater in Bonn, sein Vater ist Lindenstraßen-Star und Kabarettist Bill Mockridge und seine Mutter ist die Kabarettistin Margie Kinsky.

Mockridge hat zwei ältere und drei jüngere Brüder. Die Großfamilie gibt ihm viel Stoff für seine Shows. 2013 bekam er den Deutschen Comedypreis als bester Newcomer. Momentan tourt er mit seinem Soloprogramm „I‘m Lucky, I‘m Luke!“ durch Deutschland und ist am Dienstag auch im Talbahnhof in Eschweiler. Valerie Barsig hat mit ihm übers Komiker-Dasein gesprochen.

Herr Mockridge, kennen Sie eigentlich Eschweiler?

Mockridge: Ich habe zumindest das Ausfahrtsschild an der Autobahn vor meinem geistigen Auge. Selbstverständlich habe ich mich schon immer gefragt, was für ein fantastischer Ort sich hinter dem Namen verbirgt.

Erzählen Sie uns etwas zum Programm im Talbahnhof!

Mockridge: Ich bin zwar inzwischen kein Kind mehr, aber ich ticke noch so. Für meine Mutter bin ich allerdings immer noch das Kind, das sich warm anziehen soll, wenn es draußen kalt ist. Plötzlich muss ich mich aber mit dem Ernst des Lebens beschäftigen, und große Worte wie „Bausparvertrag“ spielen auf einmal eine Rolle in meinem Alltag. Ich soll Baumwollsachen nicht bei 40 Grad waschen und scheitere daran.

Haben Sie denn inzwischen einen Bausparvertrag?

Mockridge: Ich bekomme zumindest regelmäßig E-Mails dazu. Da habe ich wohl mal unaufmerksam eine Unterschrift zu viel irgendwohin gesetzt.

Sie sind doch aber schon lange im Ernst des Lebens angekommen – sie arbeiten ja schon eine Weile als Comedian.

Mockridge: Durch meine Eltern bin ich auf den Beruf geeicht worden. Auftritte und Interviews kenne ich von klein auf. Ich gehe das allerdings mit einer kindlichen Naivität an und das macht es mir einfacher. Das Arbeiten macht mir Spaß und ich genieße es in vollen Zügen.

Gibt man Ihren Namen bei Google ein ist der dritte Eintrag „Luke Mockridge – Freundin“. Stört sie das?

Mockridge: Ich glaube der vierte ist „Luke Mockridge – schwul“. Mich schmeichelt so etwas natürlich. Wenn mich Mädchen um Fotos bitten und wir das Bild dann viermal machen müssen, weil ihre Hände so zittern, dann finde ich das wirklich niedlich.

Sie bekamen 2013, neben dem Preis als bester Newcomer von der Emma den Titel als „Pascha des Monats“. Wie fanden Sie das?

Mockridge: Ich hatte mich bis dahin kaum mit der Emma beschäftigt. Dann habe ich den Artikel über mich und auch über andere Preisträger gelesen und gemerkt, dass ich das mit einem Augenzwinkern sehen muss. Da steckt doch auch Humor drin. Ich nehme den Award an und denke außerdem, dass es gar nicht so schlecht ist zu polarisieren.

Kann man als Comedian auch einstecken?

Mockridge: Das muss man sogar. Schwächen sind eigentlich immer lustig. Wenn jemand zum Beispiel bei Youtube negative Kommentare über mich schreibt, habe ich inzwischen gelernt, das nicht mehr so ernst zu nehmen. Man bekommt ein dickes Fell.

Sie sind viel unterwegs bei Facebook, Twitter & Co. Wie wichtig sind neue Medien?

Mockridge: Sehr wichtig. Ich denke, das Fernsehen wird zu einem neuen, passiven Medium. Der Trend geht dazu, dass der Fernseher vielleicht noch nebenher läuft, während man das Ipad auf dem Schoß hat. Ich möchte gerade junge Menschen dort abholen. Neue Medien sind eine gute Möglichkeit, sich mit Ihnen auszutauschen und zu interagieren.

Als Kind wurden sie von Dirk Bach öfter mal durch das Springmaus-Theater in Bonn getragen. Hat er sie beeinflusst?

Mockridge: Er war mein Patenonkel, so wie die anderen von der Springmaus auch. Meinen ersten Auftritt hatte ich, als ich zwei Tage alt war, eben auf dem Arm von Dirk Bach. Es gibt ein Foto von uns, auf dem wir genau das gleiche Gesicht machen.

Müssen Sie sich oft anhören, dass Ihr Erfolg mit Ihrem Vater zusammenhängt?

Mockridge: Klar muss man das. Und mein Vater hat mir auch Türen geöffnet. Durch ihn habe ich mein Praktikum bei Nightwash bekommen. Aber als ich da war, musste ich ja allein meine Texte schreiben. Die Tür wurde mir vielleicht geöffnet, durchgehen musste ich aber selbst.

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