Lohner können aufatmen: Boden- und Wasserproben sind in Ordnung

Von: Tobias Röber
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Eschweiler-Neu-Lohn. Die Lohner Bürger können in Sachen Kraftwerksreststoffdeponie und „Staubereignis“ aufatmen. Zumindest sagen das die Ergebnisse der Proben aus, die der Tagebaubetreiber RWE Power mit den Bürgern und der Bezirksregierung Köln hatte entnehmen und analysieren lassen.

Nach dem sogenannten „Staubereignis“ vom 24. März dieses Jahres, bei dem auf Grund extremer Witterung viel Asche von der Deponie am Ortsrand in den Ort gelangte, waren die Bürger verständlicherweise sehr in Sorge.

Gleich für den 27. März veranlasste die Bezirksregierung Köln die Entnahme und Analyse von Bodenproben. Die Institute BGU aus Stolberg sowie Geotaix aus Würselen zeichneten dafür verantwortlich. Die Analyse dieser Proben ergab die für Neuland-Ackerbodenflächen typischen Werte, die deutlich unterhalb der zulässigen Grenzwerte liegen.

Bei einer teils sehr emotionalen Bürgerinformationsveranstaltung am 3. Mai äußerten einige Besucher Befürchtungen, die Asche könne gesundheitsschädlich sein. Lohner Bürger hatten inzwischen selbst Proben von Häusern und aus Gärten genommen und diese untersuchen lassen. Einige Werte klangen bedenklich, von einer wissenschaftlich korrekten Beprobung konnte in diesem Fall jedoch nicht gesprochen werden.

Die Bürger forderten an diesem Abend vor allem zwei Dinge. Zum einen sollten weitere Proben und Analysen folgen, zum anderen wollten sie konkrete Maßnahmen hören, damit es kein „Staubereignis“ mehr gebe.

Die gemeinsamen neuen Proben sagte der Tagebaubetreiber gleich zu. Am 7. Mai wurden diese genommen, Lohner Bürger waren ebenso dabei wie die Bezirksregierung Köln. Staub wurde eingesammelt, zudem wurden Proben des Bodens, des Spielplatzsandes und Wasserproben genommen. Sie wurden in spezialisierten Fachlaboren analysiert und bewertet.

Die Ergebnisse beschreibt RWE Power wie folgt: Erhöhte Gehalte an Kupfer, Blei und Zinn ergaben sich ausschließlich bei den Proben aus den Dachrinnen. Hierbei liegen die Metalle als Oxide vor, sie sind also Verwitterungsprodukte. Blei und Zinn deuten auf entsprechendes Weichlot hin, das häufig bei der Montage von Kupferdachrinnen eingesetzt wird. Abgesehen hiervon sind in allen Staubproben fast nur natürliche mineralische Bestandteile (etwa aus Böden) nachweisbar.

Die Ergebnisse der verschiedenen Bodenproben seien ebenfalls unbedenklich. Bei einer Probe fielen erhöhte Gehalte an Phosphor, Kalium, Zink und in deutlich geringerem Maße Cadmium auf, die die Nutzung des Bodens für Gemüseanbau jedoch nicht beeinträchtigen. Diese Werte sind nach Aussage der Experten auf die Verwendung von Blaukorn-Dünger im Garten zurückzuführen. Die Gehalte an Zink seien für die Altböden der Region, geologisch bedingt, nicht unüblich.

Die Bodenproben der Ackerfläche liegen in allen Parametern im Bereich der Vorsorgewerte der Bundes-Bodenschutzverordnung. Die gezogene Wasserprobe aus der Zisterne wies bei den überprüften Parametern (ohne Berücksichtigung bakteriologischer Werte) Trinkwasserqualität auf.

In jeder Hinsicht unauffällig seien die Spielplatzsandproben.

Nach den Sommerferien will der Tagebaubetreiber die Lohner Bürger zu einer weiteren Informationsveranstaltung direkt auf die Deponie einladen. Es soll dann noch einmal um die Untersuchungsergebnisse gehen. Außerdem sollen dann die von vielen Lohnern sehnsüchtig erwarteten erweiterten und neuen Maßnahmen zum Immissionsschutz vorgestellt werden.

Um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können, wurde eigens eine Projektgruppe gegründet, zudem wird auf der Deponie einiges getestet. Natürlich geht es dabei um die Bewässerung, allerdings auch etwa um die so genannte Anspritzbegrünung, also das direkte Aufbringen von Pflanzen, um eine Staubentwicklung zu verhindern.

Als weitere zusätzliche „Maßnahme“ wurde mit den Bürgern eine erneute gemeinsame Probennahme und Analyse von Stäuben für Ende Sommer 2013 und für April 2014 vereinbart.

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