Literaturkurs glänzt mit der Kriminalkomödie

Von: Katja Bach
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Tod oder nicht? Beim Streit um ein Testament, des angeblich verstorbenen Sir Edwards, reiht sich eine groteske Szene an die andere. Am Ende hat der Literaturkurs II die Komödie „Tod auf Blackmoor Castle“ grandios umgesetzt. Foto: Katja Bach
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Tod oder nicht? Beim Streit um ein Testament, des angeblich verstorbenen Sir Edwards, reiht sich eine groteske Szene an die andere. Am Ende hat der Literaturkurs II die Komödie „Tod auf Blackmoor Castle“ grandios umgesetzt.
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Tod oder nicht? Beim Streit um ein Testament, des angeblich verstorbenen Sir Edwards, reiht sich eine groteske Szene an die andere. Am Ende hat der Literaturkurs II die Komödie „Tod auf Blackmoor Castle“ grandios umgesetzt. Foto: Andreas Röchter
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Tod oder nicht? Beim Streit um ein Testament, des angeblich verstorbenen Sir Edwards, reiht sich eine groteske Szene an die andere. Am Ende hat der Literaturkurs II die Komödie „Tod auf Blackmoor Castle“ grandios umgesetzt. Foto: Katja Bach

Eschweiler. Beifallsstürme und ein zutiefst berührter Kursleiter – so endete die großartige Premierenvorstellung des Literaturkurses II der Bischöflichen Liebfrauenschule. Nach der Aufführung der Kriminalkomödie „Tod auf Blackmoor Castle“ hielt es niemanden mehr auf seinem Stuhl.

Seit Wochen probten die 24 Schüler für ihren großen Auftritt. Nachdem Literaturlehrer Willi Jung den Kurs übernommen hatte, war schnell klar, dass ein Theaterstück aufgeführt werden sollte. Unter vielen Vorschlägen kristallisierten sich „Tod auf Blackmoor Castle“ als Sieger heraus. Das Stück eignete sich nicht zuletzt auf Grund der vielen weiblichen Rollen so gut für den Kurs des Lehrers, „denn wie hätte ich mit drei Jungen ein Stück mit vielen Männerrollen glaubhaft auf die Bühne bringen sollen?“, fragte er sich.

Fünf Exfrauen, ein Testament

Bei dem Stück „Tod in Blackmoor Castle“ treffen die fünf Exfrauen von Sir Edward, gespielt von Daniel Beckers, aufeinander. Unter dem Vorwand, dass dieser gestorben sei, kommen sie auf das Schloss und nehmen an der Testamentsverkündung teil. Vorwand? Ja, denn Sir Edward sitzt derweil quicklebendig in einem Geheimzimmer und möchte diese Inszenierung nutzen, um seinen Neffen Jonathan, dargestellt von Erik Tiedke, auf die Frauenwelt oder wie Edward zu sagen pflegt „das geldgierige Pack“ vorbereiten. Immerhin will er seinem Neffen das Schloss vererben und das soll dieser nicht sofort auf Grund irgendwelcher Frauengeschichten verlieren.

Also bleibt nur eine Schocktherapie und diese zeigt schon bald erste Erfolge, denn die fünf Anreisenden Frauenzimmer inklusive der vermeintlich blinden Anna, die am Donnerstag von Julia Kröffges und am Freitag von Melanie Hölker dargestellt wurde, beginnen schon bald einen munteren Zickenkrieg.

Der junge Jonathan ist von den Weibern, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zunächst ziemlich eingeschüchtert. Da wäre zum einen die im Rollstuhl sitzende Abigail, die Luca Lamerichs (Britta Telchow) überzeugend auf die Bühne brachte. Die erste Ehefrau Edwards glänzt durch ihren Kommandoton, mit dem sie vor allem Anna, die sie als Waisenkind bei sich aufgenommen hat, durch die Gegend scheucht. So selbstgerecht wie Abigail so selbstverliebt ist Ehefrau Nummer zwei und Schauspielerin Carmen, die Charlotte Herzog bei der Premiere absolut authentisch darstellte. Die Zweitbesetzung dieser Rolle lag am nächsten Abend bei Zwillingsschwester Anna Herzog. Aber auch Ehefrau Simone, gespielt von Veronica Rohn und Luisa Wiesen, Martina, gespielt von Ida Schmetz und Christina Gartzen sowie Amy, dargestellt von Linda Seeboth und Freya Wolters, waren absolut passend besetzt und in ihren Eigenarten bestechend.

Kaum angekommen, werden die Damen von James (Saskia Kirsch und Antonia Tomic) und Anwalt Christian (Franziska Schulz und Phobe Pütz) in Empfang genommen, und das Chaos nimmt nach der inszenierten Testamentseröffnung seinen Lauf. Die Bedingung unter der die Damen ihren Anteil erhalten ist, sich drei Tage kennen und schätzen zu lernen und, um noch etwas Pulver ins Fass zu geben, lässt Edward verlesen, dass jede von ihnen 10 Prozent erbt, während eine andere, nicht erwähnte Person 50 Prozent des Erbes erhält. Der erste Grund, sich mächtig aufzuregen.

Groteske Szenen

Das Stück wirkt dank seiner grotestken Szenen, wenn zum Beispiel Anna Jonathan eröffnet, dass sie gar nicht blind ist; Abigail, nachdem sie an einer Tür gelauscht hat, aus ihrem Rollstuhl springt und abhaut; oder sich alle Frauen zum Whiskytrinken und Witze erzählen in der Halle versammeln, nachdem eine von ihnen einem Geist begegnet ist und der erste Schock verdaut ist. Denn in Blackmoor Castle spukt es oder besser gesagt spukt Sir Edward. Der will den Frauen nämlich einen Schrecken einjagen und sie dazu bringen ihre Sünden zu gestehen und zu bereuen.

Was Edward nicht weiß: Abigail hat mitbekommen, dass Edward noch lebt und beschließt mit den anderen Frauen den Spieß umzudrehen. Bald darauf ereignet sich ein Todesfall nach dem andern. Der Reihe nach sterben Edwards Ehefrauen, was von den Darstellern des Literaturkurses originell dargestellt wurde. Auch wie Jonathan und Christian die Leichen im Moor verschwinden lassen, sorgte für einige Lacher. Überhaupt gab es bei der Aufführung für die Zuschauer viel zu Lachen. Sei es eine Kaskade von Schimpfwörtern, männerfeindlichen Witzen oder weiblichen Zickereien sowie sexuelle Anspielungen. Von den Darstellern wurden diese Dinge so selbstverständlich und trocken auf die Bühne gebracht, dass es nicht verwunderlich war, dass es nach jeder Szene tosenden Applaus gab.

Vor allem Erik Tiedke glänzte in seiner Rolle als Jonathan, dem man die Naivität und Unsicherheit mit Frauen sofort abkaufte. Für ihn nahm das Stück zum Schluss eine überraschende Wendung, denn Anna hält bei Sir Edward um Jonathans Hand an. Die Frauen tauchen wieder auf, nachdem Edward Besserung gelobt und Reue zeigt und dem Polizisten Husband, gespielt von Anne Schmalbrock, wird eine verworrene und abstruse Geschichte erzählt. „Also alles in Ordnung?“, fragte dieser. „Alles in bester Ordnung!“, antworten die anderen im Chor.

Und für den Literaturkurs II und Lehrer Willi Jung war nach der Aufführung ebenfalls alles in bester Ordnung, denn es gab es Standing Ovations für die Künstler. Zum Dank holten die Darsteller auch den Hausmeister, der das Bühnenbild mitgestaltet hatte, und ihren Kursleiter Willi Jung auf die Bühne, der überwältigt schien. „Ihr wart ein großartiger Kurs“, lobte er seine Schüler, „ihr habt für die Sache gebrannt und wart bei allen Proben absolut motiviert.“ Auch Schulleiter Bert Schopen war begeistert und lobte sowohl Schüler als auch Leher: „Du sagtest, die sei es wichtig, dass sie auf die Bühne gehen und Spaß haben. Ich glaube, das hatten sie!“

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