Eschweiler - Literarische Köstlichkeiten zum runden Geburtstag

Literarische Köstlichkeiten zum runden Geburtstag

Von: ran
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Gab unter der Leitung von Gregor Josephs dem literarischen Reigen die musikalische Würze: der Kammerchor „Cantabile“. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Kein Schnickschnack, keine langen Reden und nur ganz kurze Lobeshymnen. Stattdessen Musik und vor allem das Essentielle, für das die Streiter im Namen des Geburtstagskindes seit nunmehr zwei Jahrzehnten die Werbetrommel rühren: Lesen!

Die Geburtstagsfeier zum 20-jährigen Bestehen des Fördervereins der Stadtbücherei Eschweiler wurde zur Liebeserklärung an die Buchstaben, die Worte, die Klänge und die Gedanken, die zusammengefasst ein Buch, einen Roman, ein Gedicht, eine Novelle, eine Geschichte, eine Erzählung oder auch ein Werk ergeben.

Der Vorstand des Fördervereins hatte zu einem vergnüglichen literarischen Abend mit musikalischen und kulinarischen Häppchen geladen. Und die Gäste der Feierstunde bemerkten schnell, dass die Mannschaft um die Vorsitzende Felicitas Nicolin keinesfalls zu viel versprochen hatte.

Denn Jabin Ansari, Helen Weidenhaupt, Peter Adrian, Albert Schiffer, Kevin Behrens, die Vorsitzende selbst und „Gastleser“ Jörg Drescher, der den langjährigen Vorsitzenden und jetzigen Beisitzer Horst Schmidt vertrat, lasen und inszenierten kurze Gedichte, Gedanken und Geschichten von Literaturgrößen wie Kurt Tucholsky, Mascha Kaléko, Erich Kästner, Hans Magnus Enzensberger und Woody Allen, die letztlich fast alle unter der Überschrift „Liebeserklärungen an das geschriebene Wort“ hätten zusammengefasst werden können.

Mal lustig, mal nachdenklich stimmend, dann wieder augenzwinkernd und selbstironisch erfreuten die kurzen und knackigen Literaturhäppchen die Zuhörer. Peter Adrian war es schließlich vorbehalten, die Lesung mit den Worten des Schriftstellers Christian Felix Weiße zu beenden, der vor 200 Jahren das Liebesgedicht „Wie lieb´ ich euch“ an seine Bücher verfasste. „Ich bezweifle, ob etwas vergleichbares in 200 Jahren über ein iPad verlautbar wird“, bemerkte der „Vorleser“.

Eine großartige Ergänzung zu den kurzen literarischen Leckerbissen boten die Intermezzi des Kammerchors „Cantabile“. Unter der Leitung von Gregor Josephs vermochten die fünf Damen und sechs Herren der Feierstunde gesangliche Würze zu geben.

Auch Bürgermeister Rudi Bertram gratulierte zum Jubiläum: „Vor 25 Jahren war die mögliche Schließung der Stadtbücherei in Eschweiler ein großes Thema“, erinnerte er an andere Zeiten. „Wir haben uns vehement gewehrt. Und auch durch die Gründung des Fördervereins konnte Druck auf die Politik ausgeübt werden“, hob der Verwaltungschef die Rolle des Geburtstagskindes hervor. Heute sei die Stadt ohne Bücherei nicht denkbar.

„Nicht zuletzt, weil sie durch die Bevölkerung getragen wird“, unterstrich Rudi Bertram. Die Unterhaltung einer Bücherei gehöre aber auch einfach zu den originären Aufgaben einer Kommune. „Wir können nicht immer nur von Bildung, Bildung, Bildung reden. Es müssen auch Taten folgen!“ Bücherei-Leiterin Michaele Schmülling-Kosel betonte ebenso die Bedeutung des Fördervereins in Zeiten, in denen eine Bücherei sich stetig im Wandel befinde und immer mehr zur Mediathek werde.

Neues Projekt in 2016

„Getreu unserem Motto ,Damit Eschweiler weiter liest‘ verfolgen wir nach wie vor das Ziel, die Bücherei gerade in Zeiten knapper Kassen zu unterstützen, damit sie sich weiter entwickeln kann“, erklärte die Förderverein-Vorsitzende Felicitas Nicolin, die bereits dem Jahr 2016 mit Vorfreude entgegenblickt. So soll ein Projekt unter dem Titel „Chill-lern“ starten, das Schülern in einem Bereich der Stadtbücherei eine mobile Lernzone in angenehmer Lernatmosphäre bieten soll. Die Vorsitzende hofft darüber hinaus, bis zum 25. Geburtstag die Zahl der Mitglieder von 70 auf 100 zu steigern.

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