Lisa Feller im Talbahnhof: Kinder, das Schönste der Welt

Von: ran
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Plauderte aus dem Nähkästchen und sprach wohl vielen Zuhörer(inne)n im Talbahnhof aus dem Herzen: Lisa Feller ist überzeugt, „Der Teufel trägt Pampers“. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Der „Babysitter-Boogie“ erklingt und alle Zuhörer wissen: Kinder sind das Schönste der Welt – meistens jedenfalls! Lisa Feller ist der gleichen Meinung, drückt diese aber anders aus. „Der Teufel trägt Pampers!“ lautet der Titel ihres Programms, mit dem die zweifache (oder auch „verzweifelte“) Mutter nun im vollkommen ausverkauften Talbahnhof gastierte.

Die gestandene Frau, die durchaus bereit ist, „den vollen Babywindelmülleimer nach unten zu bringen“ zeigte sich hocherfreut, „hier mal so ganz alleine“, sprich ohne ihre zwei- und sechsjährigen „Teufelchen“, über die wichtigen Dinge des Lebens plaudern zu können. So ist sie überzeugt, dass nach einer Geburt die Begriffe „Stillen“ und „Bindegewebe“ irgendwie zusammenhängen.

„Die Frage lautet: Standing Ovations oder Hängen im Schacht?“ Generell seien Kinder für eine Partnerschaft der Elchtest. „Wer fällt zuerst um?“, laute der Wettstreit zwischen den Eltern. Wobei: „Als ich sagte, hoffentlich pennt der Kleine bald durch, meinte ich eigentlich nicht den Vater“, klärte Lisa Feller ihre Zuhörer auf.

Das „kleine Goldstück“

„Nerven bewahren“ laute die Devise, wenn das „kleine Goldstück“ trotz angewandter Spezialbehandlung mit „Storchengang“ und „Fliegergriff“ nicht zu schreien aufhöre. „In solchen Situationen lernt man wieder zu beten: Lass ihn einschlafen. Oder zumindest heiser werden.“ Ein weiteres Problem, mit dem „gewordene“ Mütter zu kämpfen hätten, seien die Hormone. „Vor der Geburt ist dies ja noch sehr positiv. Was kann ich dafür, wenn mein Körper auf einmal Lust auf zwei Gläser Nutella oder/und drei Paar neue Stiefel verspürt?“, fragte die Münsteranerin in die Runde.

Klar sei auch, dass alle Mütter dächten, sie hätten das süßeste Kind von allen. „Ich habe in dieser Hinsicht Glück, bei mir stimmt es nämlich!“ Nicht immer leicht sei jedoch der Umgang mit einem „kleinen“ Teil anderer Mütter. Nämlich dem, der grundsätzlich mit Feuchttüchern, Pflastern und Tupperdosen mit Apfelspalten „bewaffnet“ sei. „Als wären Apfelspalten das, was für Ninjas der Wurfstern darstellt“, hatte Lisa Feller sogleich einen logisch anmutenden Vergleich parat.

Darüber hinaus stelle sich die generelle Frage, warum schwangere Frauen sich trotz der Sache mit den Hormonen und dem Schlafentzug auch noch verantwortlich fühlten, die gesamte Bude sauber zu halten. „Weil wir dies klaglos hinnehmen“, gab der Comedy-Star selbst die Antwort. „Wenn mein Mann etwas macht, bekommt dies jeder mit! Hat er den Müll runtergebracht, feiert er dies vier Wochen lang“, plauderte sie aus dem Nähkästchen. Und weiter: „Ich turne im Geburts-Vorbereitungskurs, er bekommt den Muskelkater. Im Kreißsaal atme ich, in Ohnmacht fällt er!“ Natürlich sei auch niemals in Frage zu stellen, dass es bei jedem Arztbesuch ihres Mannes um Leben und Tod ginge.

Zu Tante Margot

Sei der Nachwuchs dem Baby-Alter entschlüpft, warte das nächste Problem: Wer passt auf die lieben Kleinen auf? „Meine Mutter hat gesagt, zwei Abende im Jahr hätte sie gerne frei. Die Schwiegermutter wohnt 400 Kilometer entfernt und passt gerne auf – wenn wir sie anschließend wieder heimfahren.“ Bleibt also nur noch Tante Margot! Oder ein Babysitter-Casting am Samstag! Da höre man dann aber schon mal folgendes: „Ich mag keine Kinder, würde es aber gerne lernen!“

Gegen eine von oben bis unten tätowierte Bewerberin sei natürlich grundsätzlich nichts einzuwenden. „Aber wie soll ich meinen Kindern dann erklären, dass sie nicht die Wände bemalen dürfen?“, wies Lisa Feller auf eine weitere Schwierigkeit hin. Essen gehen mit Kindern sei zwar auch nicht immer entspannt, doch man könne ja nicht über Jahre hinweg täglich eine Dose Ravioli öffnen. Lustig hingegen sei die Zeit, in der die Kinder anfingen zu sprechen. Stichwort Kinderlogik: „Ich nehme heute die Stoppersocken mit in die Kita!“ „Für was denn?“ „Für die Füße!“, gab Lisa Feller zum Abschluss ihres Programms einen Dialog mit einem ihrer Söhne zum Besten.

Langanhaltender, stürmischer Applaus war der verdiente Lohn für die Improvisations-Schauspielerin, die sich wohl schon sehr freute, ihre beiden Engel bald wieder in die Arme schließen zu können.

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