Lieder aus der Mundorgel: Manfred Erwes zweiter Silberling

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Rund drei Jahre nach seiner ersten Mundorgel-CD präsentiert Manfred Erwe nun die Fortsetzung mit 17 stimmungsvollen neuen Liedern und zwei mitreißenden Bonus-Tracks. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. „Die Mundorgel lebt und ist nicht tot zu kriegen.” Mit dieser Aussage sollte er Recht behalten. Er, das ist der sympathische Schauspieler, TV-Moderator und Sprecher Manfred Erwe, der seinerzeit selbst als gebürtiger Indestädter mit der Mundorgel groß geworden ist und das Liedrepertoire wie seine Westentasche kennt.

Er hatte auch die Idee, die Lieder der Mundorgel, Deutschlands bekanntestem und meist verkauftem Liederbuch, auf CD zu pressen und sie somit der Nachwelt zu erhalten. „Streng genommen waren es die Kinder”, so berichtigt der Mime, mit denen er bei einem Fernsehdreh zusammen arbeitete und die bekannten Weisen in der Pause sang. Sie wünschten sich die Mundorgel auf CD, und Manfred Erwe nahm Kontakt zu den Herausgebern der Mundorgel auf.

Sie berichteten ihm von der Entstehung der Mundorgel im Jahr 1951 auf einem Sommerlager des Evangelischen Jungmännerwerkes Kreisverband Köln (dem heutigen CVJM Kreisverband Köln e.V., der bis heute immer noch alleiniger Gesellschafter des Mundorgel Verlages ist), auf dem die Idee geboren wurde, für die Zeltlagerarbeit ein handliches Liederbuch zusammenzustellen.

Die Gruppenleiter des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM) wollten mit diesem Buch vermeiden, dass die Jugendlichen die Lieder nach der ersten Strophe wegen Textunsicherheit abbrachen. Ziel war es, ein kleines Liederbuch im praktischen Hemdtaschenformat zu erstellen, das zudem so günstig ist, dass ein Verschleiß aufgrund häufiger Verwendung kein Hindernis für den täglichen Gebrauch darstellte. Und das ist ihnen gelungen. Einige Lieder aus der Gründerzeit sind verschwunden, andere neu hinzugekommen.

Die Mundorgel als Textheft und später als Notenausgabe für die einfachen Gitarrengriffe ja, aber eine CD? Das war für die damaligen Jugendgruppenleiter und Herausgeber schwer vorstellbar. Aber Manfred Erwe, selbst begeisterter Sänger, konnte die Verantwortlichen überzeugen: „Um die Lieder der Mundorgel und damit auch deutsches Kulturgut über Generationen zu erhalten, muss man neue Wege gehen, denn heutzutage singt die Familie nicht mehr unbedingt zusammen auf grüner Wiese.”

Erwe produzierte die 1. CD, und der Erfolg gab ihm Recht. Alte wie Junge griffen nach der CD, die einen erinnerten sich an unvergessliche Ferienfreizeiten, die anderen hatten die Lieder schon von ihren Eltern und Großeltern gehört.

Schnell wurde der Ruf laut, eine zweite CD zu produzieren. Produzent Manfred Erwe, der auch selbst als Bariton auf der CD zu hören ist, suchte lange nach den richtigen Musikern und Stimmen: „Es musste professionell sein, aber von den Stimmen und der musikalischen Umsetzung auch wiederum so volkstümlich, dass man beim ersten Hören sofort Lust aufs Mitsingen bekommt.”

Erwe fand im Musikproduzenten Thomas Guthoff, der die Aufnahmen im eigenen Tonstudio durchführte, einen erfahrenen Partner, der auch die Zusammensetzung der Musiker sowie die Solisten und mehrere Kinderchöre mit koordinierte.

Und jetzt ist sie endlich da: die 2. Mundorgel-CD mit 17 aktuell neuen Liedern sowie zwei Bonustracks - eine CD zum Mitsingen, die rechtzeitig auf dem Markt ist, denn diesmal sind es neben den geistlichen Stücken die Wanderlieder, die zum Mitsingen einladen. Und auch diesmal ist wieder höchster „Ohrwurm”-Alarm angesagt: Dafür sorgen Klassilker wie „Das Wandern ist des Müllers Lust”, „Aus grauer Städte Mauern” und „ein Mann, der sich Kolumbus nennt”, ganz zu schweigen von den Bonus-Tracks „Bolle reiste jüngst zu Pfingasten” und „Die Affen rasen durch den Wald”.

Letztgenanntes Lied will Manfred Erwe demnächst übrigens auch verfilmen: mit einer Horde „wilder” Paviane im Kölner Zoo. Man darf gespannt sein.

In Eschweiler ist die neue CD in den Buchhandlungen LibroDrom, Marienstraße 2, sowie Oelrich Drescher, Neustraße 10, erhältlich.

Der Indestädter Manfred Erwe, Jahrgang 1957, studierte Theologie, ehe er sich der Schauspielerei widmete und zudem unter anderem als Moderator und Synchonsprecher Karriere machte. Bekannt wurde er vor allem durch seine Tätigkeit als „Wetterfrosch” in SAT1.

Danach war er nicht nur in mehrere Kinofilmen, sondern auch in zahlreichen TV-Produktionen zu erleben - so zum Beispiel in der Lindenstraße, in „Höllische Nachbarn”, „Die Wache”, „Die Camper”, „Nesthocker”, „Familie Heinz Becker”, „Verbotene Liebe”, „Versteckte Kamera” und „Verstehen Sie Spaß?”.

Nebenher moderiert Erwe, der heute in Overath lebt, auf Messen wie der Photokina, arbeitet als Coach für Sprecher und Moderatoren, war mehrfach offizieller Kommentator des Kölner Rosenmontagszugs und ist im Verkaufssender QVC als Küchen- und Kochexperte zu erleben.


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