Liebfrauenschulleiter Bert Schopen feierlich verabschiedet

Von: Andreas Röchte
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Zu Ehren des scheidenden Schulleiters und Beatles-Liebhabers Bert Schopen stimmte die Schulgemeinde während der Verabschiedung den Welthit der vier Beatles „Yellow Submarine“ an. Foto: Andreas Röchter
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Der offizielle Moment des Abschieds: Bert Schopen (links) nahm aus den Händen von Domkapitular Pfarrer Rolf-Peter Cremer die Entpflichtungsurkunde entgegen.

Eschweiler. Es ist eine Zäsur. Für die Bischöfliche Liebfrauenschule. Für die gesamte Schullandschaft der Indestadt. Als Bert Schopen im Sommer 1982 erstmals als Lehrer die Treppe zur Pforte, die damals für Schüler absolut tabu war, emporstieg und hinter der Eingangstür an Schwester Ludgardis vorbei durch den beeindruckenden Altbau in Richtung Lehrerzimmer schritt, da besuchte der Autor dieser Zeilen in dieser Schule die sechste Jahrgangsstufe. Jetzt wurde Schopen feierlich in den Ruhestand verabschiedet.

Als konsequenter Verfechter des G10-Abiturs folgten noch neun weitere unvergessene Jahre am „Bunker“, bis der Schüler sein „Reifezeugnis“ in Händen hielt. In dieser Zeit sollten auf den durchaus verschlungenen Gängen innerhalb des altehrwürdigen Gemäuers einige Begegnungen zwischen Bert Schopen und dem Schüler stattfinden, die Letztgenanntem deutlicher in Erinnerung geblieben sein dürften als dem leidenschaftlichen Mathematik- und Musiklehrer.

Jahrzehnte später, genauer gesagt vor gut eineinhalb Wochen, durfte der ehemalige Schüler noch einmal durch die Gänge der Liebfrauenschule schlendern und unter anderem Blicke in den Experimentier- und Physikraum werfen. Unter der Führung des Schulleiters Bert Schopen erhielten die Silberabiturienten noch einmal Einblicke in die „Liebfrauenschulwelt“, in der sich natürlich vieles weiterentwickelt hat, so manches aber unverrückbar Bestand hat.

Aus dem Stammhaus

Jetzt gab es mit Schülern, Lehrerkollegen, Mitarbeitern, Eltern, Freunden und Unterstützern der Schule sowie Vertreten des Bistums Aachen eine würdevolle Verabschiedung des Schulleiters und Oberstudiendirektors. Zu den Gästen zählten auch der ehemalige Schulleiter, Josef Rose, und Schwester Rita, für zahlreiche ehemalige Liebfrauenschüler ebenfalls eine Lehrerinstitution. Die Franziskanerin hatte es sich nicht nehmen lassen, aus dem Ordens-Stammhaus in Lüdinghausen anzureisen.

„Wer kann sich von seinen Freunden trennen, ohne dass Tränen fließen?“, stellte der Chor der sechsten Klassen unter der Leitung von Ralf Repohl und begleitet von Professor Michael Hoppe gleich zu Beginn des Festakts mit einem schwedischen Volkslied eine Frage, die sich durch zwei außerordentlich bewegende Stunden zog. Der scheidende Schulleiter selbst nahm Platz an dem Flügel, für dessen Beschaffung er im Jahr 1988 leidenschaftlich gekämpft hatte, da das Vorgängermodell, das der Schule 1920 als Erbstück vermacht worden war, sich nicht mehr absolut wohlklingend präsentierte, und begleitete den Gesang von Ralf Repohl, der das „Ave Maria“ von Johann Sebastian Bach und Charles Gounod interpretierte.

Klangworkshop in Aktion

Vierhändig ließen Ines Pieper-Janosa und Felix Janosa den „Marche Caractéristique“ von Franz Schubert erklingen. Auch der Beatles-Fan in Bert Schopen kam voll auf seine Kosten: Der Klangworkshop der BLS unter der Leitung von Bernd Schmitz bot „A Hard Day´s Night“. Auf das Kommando der Schulpflegschaftsvorsitzenden Stephanie Berretz und Dagmar Schmitz stimmte die Schulgemeinschaft „Yellow Submarine“ an. Ein Lehrerquintett bestehend aus Birgit Herkenhoff-Portik, Ines Pieper-Janosa, Ralf Repohl, Professor Michael Hoppe und Heinz-Theo Frings zeichnete einfallsreich und humorvoll einen „wunderbaren Tag“ im Leben eines Schulleiters nach, und der Lehrerchor berichtete aus eigener Erfahrung „Zur Schule da ging Bert Schopen“.

Carsten Gier, der ab dem 1. August die Nachfolge von Bert Schopen als dann kommissarischer Schulleiter antreten wird, unterstrich in seiner Rede „die Berufung“, die Bert Schopen als Lehrer stets empfunden habe: „In unseren 14 gemeinsamen Jahren hast du dich gleichermaßen für deine Lehrerkollegen, die Schüler und deren Eltern mit stets ausgewogenem Blick eingesetzt!“ Immer wieder fielen während der Reden die Begriffe Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Fleiß und Klarheit.

So auch bei Dr. Thomas Ervens, Leiter der Abteilung Schule und Erziehung im Generalvikariat Aachen, der seine Ansprache unter die Überschrift „Auf den Punkt kommt es an“ stellte. „Dies gilt für die Mathematik genauso wie für die Musik. Und auch in sprachlicher Hinsicht, wenn es um ihre Fähigkeit ging, die Anliegen ihrer Schule schnörkellos auf den Punkt zu bringen“, lobte der Bistumsmitarbeiter.

Fest verankert

Als seinen Kollegen, in erster Linie aber als Freund und Nachbarn, sprach mit Gerd Schnitzler der Leiter der Eschweiler Schulleiterkonferenz Bert Schopen an. Vize-Bürgermeister Wilfried Berndt unterstrich, dass die Bischöfliche Liebfrauenschule aus Eschweiler nicht wegzudenken und in der Stadt fest verankert sei. Dazu habe Schopen entscheidend beigetragen. Die Schülersprecher Klara Eßer und Christian Dickmeis erklärten, dass Bert Schopen für sie mehr als ein Schulleiter gewesen sei: „Sie hatten immer ein offenes Ohr, ihre Tür stand für uns immer offen. Nicht zuletzt Dank ihnen ist diese Schule ein Ort, an dem wir uns wohlfühlen.“

Der Lehrerrat mit Barbara Lietz, Rita Schönen, Susanne Lipps, René Schippers und Ralf Repohl dankte im Namen des Kollegiums und wies auf die Gemeinsamkeiten ihres scheidenden Chefs und passionierten Radfahrers mit einem Zweirad hin: „Als Lenker, der fest im Sattel sitzt, mit dem Fuß auf dem Pedal die Schule in Bewegung bringt, ihr Sicherheit verleiht und mit dem Helm auf dem Kopf eben diesen für die Schule hingehalten hat.“

Aus den Händen von Domkapitular Pfarrer Rolf-Peter Cremer, der vor dem Festakt bereits gemeinsam mit Pfarrer Michael Datené und Kaplan Andreas Züll den Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zelebriert hatte, nahm Bert Schopen die von Generalvikar Dr. Andreas Frick unterzeichnete Entpflichtungsurkunde entgegen. „Nach 42-jähriger Lehrertätigkeit, davon 34 Jahre an dieser Schule, empfinde ich Freude, Wehmut und Dankbarkeit den Menschen gegenüber, die mich getragen und gelenkt haben“, so der scheidende Schulleiter. Er bedankte sich bei vielen Kollegen und vor allem auch bei Schulsekretärin Margot Keller für ihre Unterstützung in den zurück liegenden Jahren.

Zugewandt bleiben

In Richtung der Verantwortlichen des Bistums äußerte er eine Bitte: „Bleiben sie der Bischöflichen Liebfrauenschule positiv zugewandt. Ich kenne die BLS, sie hat es verdient.“ Zuletzt wandte sich Bert Schopen an seine Frau Rita, mit der er seit 37 Jahren verheiratet ist: „Du hast mir immer zur Seite gestanden, hast dich hinter mich gestellt, um mich zu stützen, dich vor mich gestellt, um mich zu schützen. Danke!“

Und dann ließ der Lehrer aus Leidenschaft noch einmal die Musik sprechen. Die eigene Klavierbearbeitung der „Forrest Gump Suite“ von Alan Silvestri bildete einen emotionalen Höhepunkt der Abschiedsfeier. Nach dem letzten Takt erhoben sich die Gäste von ihren Plätzen. Und nicht nur Bert Schopen schluckte!

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