Liebfrauenschüler präsentieren Shakespeares „Lärm um Nichts”

Von: ran
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Der Vorwurf der Untreue hat zu
Der Vorwurf der Untreue hat zur Ohnmacht Heros geführt. Beatrice und Benedict sind ratlos, der Mönch jedoch nicht. Fots: Andreas Röchter

Eschweiler. Wie mitreißend können doch zwei Stunden „Nichts” sein! Vor allem, wenn sie durch Liebe und Hass, Freundschaft und Feindschaft, Streit und Versöhnung sowie Intrigen und Familienbande gekennzeichnet sind. Und von jungen Schauspielern durch Engagement, Hingabe und Spielfreude mit Leben erfüllt werden.

So geschehen am Dienstagabend, als die Schüler des Literaturkurses II der Bischöflichen Liebfrauenschule unter der Leitung von Sarah Stumm William Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts” („Much Ado about Nothing”) auf die Bühne der vollbesetzten Schulaula brachten und nach dem letzten Vorhang frenetischen Applaus als verdienten Lohn empfingen.

Alles, was das Herz eines Theaterzuschauers begehrt, stand während der Premiere auf der Tagesordnung: Wortakrobatik, Ohnmachts- und vermeintliche Todesfälle, Drama, als der Vater seine Tochter verstößt, Humor, den zwei Gerichtsdiener unfreiwillig verbreiten, Intrigen und jede Menge Liebe, auch wenn einige Protagonisten dies (zunächst) nicht so recht wahr haben wollen. Und schließlich ein „Happy End”.

Bis dahin sind aber Irrungen und Wirrungen Skakespearianischen Ausmaßes zu überstehen. Denn als Claudio (Yannic Bayer) und Benedict (Alexander Pauls) nach einem Feldzug gegen Don Juan (Achim Müller) bei Leonato (Nina Meyer), dem Gouverneur von Messina, Quartier beziehen, macht sich der Erstgenannte gleich daran, das Herz von Leonatos Tochter Hero (Sandra Lontzen) zu gewinnen. Währenddessen sind sich Benedict und Leonatos Nichte Beatrice (Alexandra Rotheut) einig, nicht zu Liebesnarren zu werden.

„Meine Liebste muss reich, verständig, tugendhaft, schön, sanft, edel, vollkommen in der Musik und die Farbe ihres Haares von Gott gewollt sein”, hängt er die Messlatte vorsichtshalber hoch. Von all dem Liebesreigen angeekelt, beginnt Don Juan jedoch sein Intrigenspiel. Er besticht Heros Kammerzofe Margaretha (Jana Assenmacher) mit 1000 Dukaten („Wenn reiche Schurken der Hilfe der Armen bedürfen, dann können die Armen alles fordern”), in Kleidern ihrer Herrin und vor den Augen Claudios eine Liebeszene mit seinem Gefolgsmann Borachio (Celeste Schoenen) darzustellen.

Claudio beschuldigt daraufhin seine Braut der Untreue. „Leonatos Hero, Claudios Hero, Jedermanns Hero”, so sein harter Vorwurf, der einen Ohnmachtsanfall der Angeklagten zur Folge hat. Der Mönch (Nathalie Carmen), der das Paar vermählen sollte, rät, Claudio im Glauben zu lassen, Hero sei in Anbetracht der Schande verstorben. Doch in Gestalt der Gerichtsdiener Holzapfel (Nils Henrotte) und Schlehwein (Katharina Wallrath) naht schließlich die Rettung.

Die Einfaltspinsel haben Don Juans Begleiter Borachio und Conrad (Alicia Gaitan) belauscht und kurzerhand dingfest gemacht. Den Hochzeiten von Hero und Claudio sowie von Beatrice und Benedikt, die sich dem sanften Druck ihrer Umgebung gebeugt haben, steht kaum noch etwas im Wege...

Mittwochabend bietet sich nun ab 19.30 Uhr ein zweites und letztes Mal die Gelegenheit, die grandiose Komödie zu erleben. Dann übrigens in anderer Besetzung.
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