Eschweiler - Liebfrauenschüler lernen jugendliche Flüchtlinge kennen

Liebfrauenschüler lernen jugendliche Flüchtlinge kennen

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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Frank Klinkenberg, Kerstin Schümmer und Ingo Müller (stehend, von rechts) sowie neun Schüler der Liebfrauenschule freuen sich auf den Kontakt mit den Flüchtlingen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Es dauerte keine Minute, bis das Eis gebrochen ist. Kein Wunder, Karim steckt mit seiner guten Laune jeden in kürzester Zeit an. So auch die neun Jugendlichen der Liebfrauenschule samt Schulseelsorger Frank Klinkenberg. Am Mittwoch war im Haus St. Josef Startschuss für ein Projekt, bei dem Jugendliche aus Eschweiler in Kontakt mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen treten.

Der Reihe nach: Mit Blick auf die Frage „Was können Jugendliche aus Eschweiler für jugendliche Flüchtlinge tun, damit ihnen die Integration in unsere Gesellschaft erleichtert wird?“ haben Vertreter des Arbeitskreises Jugend der Pfarre St. Peter und Paul im Gespräch mit dem Haus St. Josef eine Projektidee entwickelt. Über die vielfältigen Freizeitangebote des Hauses St. Josef sollen sich Eschweiler Jugendliche und junge Flüchtlinge begegnen. Und da kommt Karim ins Spiel.

Am Mittwoch waren neun Schüler der Liebfrauenschule ins Haus St. Josef gekommen. Nach einem Gespräch mit Ingo Müller vom Haus St. Josef und einer Führung durch die Einrichtung, mischte sich die Gruppe unter die Mitglieder der Trommelgruppe – und die wird geleitet von? Richtig: Karim! Der Afrikaner beherrscht die Kunst des Trommelns perfekt, und nach nur wenigen Trommelschlägen waren die Schüler mittendrin, musizierten und sangen mit. Immer mit einem Lächeln – so wie Karim es fordert.

„Anfangs gibt es mehr oder weniger große Verständigungsprobleme“, hatte Ingo Müller den Liebfrauenschülern vorab mit auf den Weg gegeben. So seien unter den Flüchtlingen einige, die noch nie eine Schule besucht hätten und wiederum andere mit einer guten Vorbildung. Die meisten stammen aus afrikanischen und arabischen Ländern und sprechen kein Deutsch, selten Englisch, einige finden sich mit Französisch zurecht. „Was alle eint, ist jedoch die große Bereitschaft zu lernen“, betont Ingo Müller.

Nun sollen die indestädtischen Jugendlichen nicht einfach einmal wöchentlich zur Trommelgruppe stoßen, sondern vielfältige Aktionen anstoßen. Das kann vom gemeinsamen DVD-Abend über ein Fußballtraining und Gitarre spielen bis hin zum Einkauf und Kochen alles mögliche enthalten. Wichtig ist Ingo Müller, Frank Klinkenberg, der in der Schule für das Projekt geworben hat, und Haus-St.-Josef-Praktikantin Kerstin Schümmer dabei eine Verbindlichkeit. Es reiche auch, beispielsweise einmal monatlich dabei zu sein, Termine sollten aber nach Möglichkeit eingehalten werden. Gewünscht sei ein „Treffen auf Augenhöhe“, wie Ingo Müller es ausdrückt. Er wies die Eschweiler Jugendlichen zudem darauf hin, dass viele Flüchtlinge traumatisiert seien und Fragen etwa über die Gründe der Flucht (zumindest zunächst) vermieden werden sollten.

Folgende Schüler sind an dem Projekt beteiligt: Alina Fabry, Anna Franken-Vogts, Eva Greven, Philipp Ziemons, Paula Terhaag, Emma Schmitz, Lara Prilop, Jona Schebesta und Leon Schaffer. Sie alle besuchen die Bischöfliche Liebfrauenschule.

Der Kontakt zu den unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen soll sich aber längst nicht auf diese Schule beschränken. An den ersten Gesprächen nahm auch beispielsweise Michaela Silbernagel, Rektorin der Realschule Patternhof, teil. Mit Englisch, Französisch und ein bisschen mit Händen und Füßen unterhielten sich die Jugendlichen in einer Trommelpause miteinander. Das Eis ist also gebrochen...

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